[2023/2024] Karpaty – Nyva Ternopil: 3:0

Heute spielten Karpaty ihr letztes Spiel der ersten Phase der aktuellen Saison zu hause gegen Nyva Ternopil. Für den heutigen Gegner war in diesen Spiel nicht mehr viel zu holen. Der Abstand zum 5. Platz der Tabelle, der die Qualifikation für die Aufstiegsgruppe bedeutet hätte, war 3 Punkte und eine Differenz von 8 Toren entfernt; Prykarpattya zu überholen, wäre wohl auch bei einem Sieg heute nicht möglich gewesen.

Sorgen machen indes die Verletzungen von Taras Sakiv und Artur Ryabov. Bei Sakiv sah es gefährlich nach einer Knieverletzung aus, bei Ryabov mehr nach Sprunggelenk. Ohne nähere Information zur Verfügung zu haben, hoffen wir, dass es sich nicht um Bänderrisse oder ähnliches handelt, was die beiden sicher für länger außer Gefecht setzen würde.

Gespielt wurde im gewohnten 4:4:1:1. Trainer Markevytsch hatte seinen Innenverteidiger Vladyslav Babohlo nach dessen Rückkehr von den Länderspielen wieder zur Verfügung. Dafür fehlten Vladyslav Klymenko aufgrund einer Gelbsperre und Cristhyan aufgrund einer Verletzung. Als Backup für Igor Neves im Sturmzentrum stand wieder Vadym Sydun bereit. In der Startaufstellung standen:

Auf der Bank saßen:

Während des Spiels kamen noch Timofij Sukhar (Taras Sakiv), Yehor Demtschenko (Artur Ryabov), Yehor Kartuschov (Yan Kostenko) Artur Schakh (Igor Neves) zum Einsatz.

Das Spiel begann weitgehend auf Augenhöhe – sowohl Karpaty als auch Nyva waren in der Offensive zu finden, ohne jedoch zwingende Torchancen zu erarbeiten. Nach 17 MInuten gab es einen Schockmoment. Taras Sakiv wurde im eigenen Strafraum von Nyva-Mittelst[rmer Taras Borodenko ganz einfach umgehauen, und es war sofort deutlich, dass etwas ernsthaftes passiert war. Dieses Foul war eigentlich ein glatter Platzverweis, und es war völlig unverständlich, warum der Schiedsrichter hier nur die gelbe Karte zeigte. Durch diesen Vorfall war Trainer Markevytsch gezwungen, schon früh zu wechseln, herein kam Timofij Sukhar.

Nach 36 Minuten schlug genau der selbe Taras Borodenko erneut zu – das Opfer war dieses Mal Artur Ryabov. Unverständlich, warum dies hier keine Konsequenzen hatte. Auch Ryabov musste verletzt vom Platz, für ihn kam Yehor Demtschenko. Das war nun schon eine spürbare Schwächung der Grünweißen, und es bleibt unverständlich, warum Borodenko in diesem Spiel, in dem es eigentlich um nichts mehr ging, derart hart zur Sache ging. Und es wurde nicht besser. Nach 45 Minuten foulte Maksym Mudryj Demtschenko hart, und erneut gab es keine Sanktion. Mudryj war bereits gelb verwarnt gewesen, wodurch diese Aktion zu einer Ampelkarte geführt hätte. Aber nichts passierte. Es ging torlos in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte kam Kartuschov für Kostenko. Am Spielberlauf änderte sich erst einmal nichts. Nach 63 Minuten kamen Karpaty zu einem direkten Freistoß direkt am Rand des Strafraums. Demtschenko war in einer sehr aussichtsreicher Situation gefoult worden. Kartuschov trat an und verwandelte wunderschön zur 1:0 Führung. Die war zu diesem Zeitpunkt auch verdient – Nyva hielt dagegen, zum Teil auch überhart, aber Karpaty wirkten doch zunehmend wie die spielbestimmende Mannschaft.

Nach 77 Minuten stand es dann 2:0 – Igor Neves nutzte einen Abspielfehler des gegnerischen Torwarts eiskalt. Karpaty hatten das Spiel jetzt ganz im Griff. Nach 83 Minuten war Nyva nur noch zu zehnt, Demtschenko war bei einem Konter kurz vor dem Strafraum zu Fall gebracht worden, was der Schiedsrichter als Notbremse wertete und glatt rot zog. Das 3:0 in der 90. Minute war dann die logische Zugabe in einem Spiel, das über lange Zeit hart umkämpft gewesen war.

Direkter Link zum 1:0 (63, Kartuschov), 2:0 (77, Igor Neves), 3:0 (89, )

Dies war ein – vor allem von den Gästen – ausgesprochen hart geführtes galizisches Derby. Die Verletzungen von Taras Sakiv und Artur Ryabov müssen uns ernsthaft Sorgen machen. Bei Sakiv sah es gefährlich nach einer Knieverletzung aus, bei Ryabov mehr nach Sprunggelenk. Ohne nähere Information zur Verfügung zu haben, hoffen wir, dass es sich nicht um Bänderrisse oder ähnliches handelt, was die beiden sicher für länger außer Gefecht setzen würde.

Abgesehen davon haben Karpaty die Hinrunde der Saison als Tabellenführer abgeschlossen – das hatte schon vor Anpfiff bereits festgestanden. Wichtig ist, dass anders als in der letzten Saison auch gegen die anderen Teams, die es unter die ersten 5 geschafft haben, gepunktet wurde – eine Niederlage, zwei Unentschieden, ansonsten nur Siege verschaffen der Mannschaft eine gute Ausgangssituation, wenn es in der Rückrunde gegen die ersten 5 der Gruppe B geht. Insofern kann man mit einigem Optimismus der Fortsetzung der Saison im nächsten Jahr entgegenesehn.

Spielerische Defizite hat es natürlich gegeben. Die zu beheben, wird Aufgabe des Trainerteams und auch der Scouting-Abteilung sein. Verstärkung soll in der Winterpause noch verpflichtet werden. Es ist auch davon auszugehen, dass man sich von einigen Spielern trennen wird. Bei den Legionären hat Igor Neves voll überzeugt, während von Cristhyan und Eduardo nichts zu sehen war. Es wäre wohl keine Überraschung, wenn die beiden schon nach einem halben Jahr wieder den Verein verließen.

Dann ist da natürlich noch die Frage, was auf die Angebote aus dem Ausland für Babohlo und Kostenko folgt. Beide Spieler sind Stammkräfte in der ersten Mannschaft, auf die man sportlich kaum verzichten kann, während aber die jeweils gebotenen Beträge für die Spieler siebenstellig sind, was natürlich schon ein Grund sein könnte, nach einem Plan B zu suchen.

Wir stellen uns ein auf einige Monate ohne Fußball, die aber hoffentlich einige interessante Entwicklungen im Kader mit sich bringen.