Oleksandriya – Karpaty: 3:0

Heute spielten Karpaty zum ersten Mal unter neuem Trainer Trainer, es war das Auswärtsspiel bei Oleksandriya. Nach der Niederlage am letzten Wochenende standen Karpaty vor diesem Spiel auf dem vorletzten Platz, also zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder auf einem Abstiegsplatz.

Die Aufstellung war gegenüber dem letzten Wochenende ein wenig verändert: Im Tor weiterhin Pidkiwka, davor eine Dreierreihe aus Fedetskyj, Senytsya (der am letzten Wochenende einen guten Eindruck hinterlassen hatte) und Pereira (was mir einen Schrecken einjagte), davor auf den Außenpositionen Miroshnichenko und Hutsulyak, im zentralen Mittelfeld Tissone und Khudob’yak (der Holodyuk ersetzte), davor Myakushko, Hladky und Carrascal. Auf der Ersatzbank war weder Lobaj noch Nesterov zu sehen, es scheint, als wären beide derzeit verletzt.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Karpaty. Beide Mannschaften kamen von Zeit zu Zeit in die Hälfte des Gegners, aber so ganz große Chancen kamen auch auf beiden Seiten nicht zustande. Bei Karpaty fiel auf der rechten Offensivposition Myakushko auf, der sich in den letzten Wochen in eine immer bessere Form gespielt hat. So ging es mit 0:0 in die Pause.

Nach der Pause ging es für Karpaty ohne Wechsel weiter. Das Spiel verlief zunächst wie in der ersten Halbzeit. Nach 57 Minuten musste Pereira (ohne Schaden verursacht zu haben) verletzt vom Platz. Für ihn kam – wohl nicht zuletzt aufgrund der Personalnot in der Verteidigung – Marian Shved, der ins Mittelfeld ging, wofür Miroshnichenko in die Verteidigung zurückfiel. Kurz danach fiel der Führungstreffer für Oleksandria: durch ein schönes Solo wurde die Verteidigung in der linken Strafraumhälfte ausgespielt, der Schuss konnte von Pidkiwka zunächst abgewehrt werden, der Nachschuss saß dann. Senytsya sah bei der Aktion nicht besonders gut aus. Das 2:0 fogte in der 66. Minute, Miroshnichenko und Senitsya kamen sich bei einem steil in den Strafraum gespielten Ball gegenseitig in den Weg und überließen dann den Ball ganz einfach dem gegnerischen Angreifer. So wenig ich von Pereira halte, muss ich doch sagen, dass nach seiner Verletzung die Verteidigung bei Karpaty einfach auseinanderfiel.

Das Spiel war jetzt im Grunde entschieden, und wir konnten alle nach hause gehen. Aber die Bestrafung war noch nicht zuende. Nach 77 Minuten stand es 3:0. Senytsya spielte von der Mittellinie einen Rückpass auf Pidkiwka so schwach, dass ein gegnerischer Stürmer ihn problemlos erlaufen konnte und ins Netz brachte.

Die Niederlage ist – wenn man die erste Halbzeit betrachtet – ziemlich überraschend. Aber wenn in einer Dreierkette hinten zwei Stammkräfte und dann selbst der Ersatz ausfallen, dann ist halt alles verloren. Miroshnichenko ist ein offensiver Außenverteidiger, der da hinten in der Dreierkette nichts verloren hat. Senytsya hat heute einige böse Fehler gemacht, der wird noch etwas lernen müssen, bis er gut genug für die erste Mannschaft ist. Auf der Bank saß noch Lebedenko, der wie Miroshnichenko ein offensiver Außenverteidiger ist. Schöner Mist. Ich hoffe, dass nächste Woche Nesterov und Lobaj wieder verfügbar sind, sonst gibt es dann wieder kräftig Haue.

Wenn Stal’ heute gegen Dynamo Kyiv gewinnen sollte, wären Karpaty letze. Herzlichen Glückwunsch, so macht es richtig Spaß. Ich bin bedient und geh mich besaufen.

Abgang: Corteggiano

Guido Corteggiano, “Los Karpatos” Legionär und Linksverteidiger, wird den Club verlassen. Er wechselt zum italienischen Viertligisten (!) Lecco. Ehrlich gesagt finde ich das ein wenig unter Wert, denn er war von den ganzen Neuen sicher nicht der schlechteste. Allerdings hat er im neuen System mit drei Innenverteidigern und davor zwei Mittelfeldspielern auf den Außenpositionen keinen Platz mehr gehabt – Innen sind Fedetskyj, Nesterov, Lobaj gesetzt, als Ersatz kam letzte Woche erstmals Senytsya zum Einsatz und spielte gut, und auf der linken Verteidiger-Position sind mit Lebedenko und Osman zwei talentierte Jungspieler in Warteposition.

Insofern ist eine Verkleinerung des Kaders sicher zu begrüßen.

Karpaty – Mariupol: 0:1

Heute spielten Karpaty zu hause in leerem Stadion (Sanktion wegen der Ausschreitungen in Ivano-Frankiwsk beim Pokalspiel vor einigen Wochen) gegen Mariupol.

Karpaty spielten in der selben Formation wie in den letzten Wochen, ich nenne sie mal 3:4:2:1 – mit Pidkivka im Tor, einer Dreierkette hinten mit Fedetskyj, Debütant Senytsya (Kapitän der U21) und Lobaj, davor ein Mittelfeld mit Myakushko und Hutsulyak auf den zurückgezogenen Außenpositionen, der Doppel-6 mit Holodyuk und Tissone, im offensiven Mittelfeld Di Franco und Carrascal sowie Hladky im Sturm. Interessant war auch die Reservebank, wo mit Lebedenko, Shved und Stasyshin gleich drei weitere Spieler aus der U21 saßen. In der U21 kommen neben den Jungspielern auch häufiger Spieler aus der ersten Mannschaft zum Einsatz. Der Kader ist ja ziemlich groß, und es scheint, als würde die U21 hier bewust genutzt, um eine Konkurrenzsituation zu schaffen.

Das Spiel begann mit dominanten Hausherren, die das flüssige Angriffsspiel zeigten, was sie an besseren Tagen auszeichnet. Neu-Nationalspieler Myakushko zeigte deutlich Selbstvertrauen und fiel durch einige schöne Tempodribblings auf. Die Führung erzielten aber die Gäste nach 19 Minuten durch eine schöne Einzelaktion abgeschlossen von der Strafraumgrenze. Das war überraschend, zeigte aber auch wieder, wie effizient Mariupol spielt (was ja gerade Karpaty nun gar nicht hinbekommen). Das war ein sichtbarer Schock, auch wenn Karpaty weiter mehr Spielanteile hatten. Sie erspielten sich auch einige schöne Chancen, aber deren Verwertung war und ist ein großes Problem der Mannschaft. Nach 39 Minuten hätte es Elfmeter für Karpaty geben müssen, als Carrascal im Strafraum umgerempelt wurde, stattdessen gab es Gelb für Schwalbe und Fassungslosigkeit bei den Karpaty-Spielern und mir.

Nach der Halbzeit ging es ohne Änderungen weiter. Nach 48 Minuten hatte Hladky allein vor dem Tor den Ausgleich auf dem Fuß, ließ sich aber noch von der Seite abdrängen. Das zeigt doch wieder ein wenig, wie schwach das Selbstvertrauen der Spieler vor dem Tor ist, das Ding hätte Hladky in Normalform locker verwandelt. Nach 57 Minuten kam Debütant Stasyshin für Di Franco. Mariupol begann, sich größere Spielanteile zu erarbeiten und nicht mehr allein zu kontern. Zählbares gab es aber auf beiden Seiten nichts. Nach 77 Minuten ging Myakushko nach starkem Spiel (er war der einzige mit Durchsetzungsvermögen da vorn, aber offenbar erschöpft) vom Platz, für ihn kam Oldie Khudob’yak. Später kam noch Akulinin, aber es nützte nichts mehr, es blieb bei der 0:1 Heimniederlage.

Eigentlich war das kein schlechtes Spiel, aber eben nur eigentlich. Der Gegentreffer war absolut unnötig und hätte nicht passieren dürfen. Und da zur Zeit das beste, was die Mannschaft herausholen kann, ein 0:0 oder ein 1:1 mit einem Freistoßtor von Myakushko ist, war dann nicht mehr drin. Di Franco und Carrascal haben da vorn schön gewirbelt, aber Hladky hat Ladehemmung und krieg die einfachsten Dinger nicht rein. Mariupol hat in der ersten Halbzeit aus eineinhalb Chancen ein Tor gemacht. Welch ein Unterschied.