[2023/2024] Poltava – Karpaty: 0:1

Heute begann die Rückrunde der Austiegsgruppe der Perscha Liha (ukr. 2. Liga) mit dem Auswärtsspiel beim SK Poltava, der sich im Hinspiel als außerodentlich unangenehm gezeigt hatte. Die Grünweißen mussten nach ihrer ersten Niederlage am letzten Wochenende gegen Inhulets‘ wieder den Weg zurück in die Erfolgsspur finden.

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Trainer Markevytsch konnte nach abgesessener Sperre wieder auf Linksverteidiger Taras Sakiv zählen. Weiter fehlten aber die verletzten Andrij Bulesa und Timofij Sukhar. Gespielt wurde wieder im mittlerweile gewohnten 4:2:3:1, und in der Startformation standen:

Auf der Ersatzbank saßen:

Während des Spiels kamen noch Artur Ryabov (Yehor Demtschenko), Jared Khasa (Yevhen Pidlepenets‘), Jurij Romanyuk (Yan Kostenko), Bohdan Veklyak (Ambrosij Tschatschua) zum Einsatz.

Karpaty begannen wie üblich mit kontrolliertem Spielaufbau und größeren Spielanteilen als der Gegner, der offensiver und offener in Spiel gegangen war als noch im Hinspiel, wo hinten konsequent Beton gemischt worden war. Und schon nach 10 Minuten machte sich die Überlegenheit der Grünweißen bemerkbar: nach schöner Vorarbeit von Pidlepenets‘ erreichte Igor Neves den Ball aus spitzem Winkel und traf mit dem Knie zum 0:1. Das war zu diesem Zeitpunkt vollkommen verdient, allerdings kamen in Folge die Gastgeber zu einigen Chancen, die aber nichts Zählbares ergaben. Nach 19 Minuten musste das Spiel wegen einer Luftwarnung unterbrochen werden und wurde nach einer knappen Dreiviertelstunde fortgesetzt.

Nach der Zwangspause waren Karpaty weiter tonangebend. Pidlepenets‘ scheiterte nach 22 Minuten mit einem sehenswerten Weitschuss an Torwart Ihor Vartsaba, und Poltava stand unter Druck. Davon konnten sich die Gastgeber zum Ende der zweiten Hälfte wenigstens ein wenig befreien, aber Karpaty wirkten in ihren Offensivaktionen stets gefährlicher. Es fielen vor dem Abpfiff zur Halbzeit keine Tore mehr, und man ging mit einer knappen Führung in die Pause.

Nach Wiederanpfiff ging es ohne personelle Wechsel weiter. Nach 47 Minuten gab es den ersten Aufreger: Tschekh hatte aus der Distanz geschossen und Igor Neves den vom Torwart nicht festgehaltenenen Ball ins Tor abgestaubt. Es gab einige Diskussion, am Ende wurde das Tor aber zu recht wegen Abseits nicht gegeben. Es ging turbulent weiter: nur wenige Minuten später kam Pidlepenets‘ nach Flanke von Sakiv unbedrängt vor dem Tor zum Abschluss, aber nicht zum ersten Mal rettete Torwart Vartsaba in höchster Not.

Auch Poltava kam hin und wieder zu eigenen Chancen, und man musste sich langsam Sorgen machen, weil es immer noch nur 0:1 stand, die Führung also jederzeit verloren gehen konnte. Und nach 67 Minuten hätte das auch gleich richtig schiefgehen können, als Maksym Marusytsch aus kurzer Distanz zu einem Kopfball kam, den Kozhukhar mit einem unglaublichen Relfex gerade noch abwehren konnte. Den Grünweißen entglitt nun ein wenig das Spiel, und Poltava wirkte immer gefährlicher. Nach 83 Minuten rettete die knappe Führung erneut Kozhukhar, der längst zum Mann des Tages auf Seite der Grünweißen geworden war.

Karpaty hatten nun komplett die Kontrolle über das Spiel verloren, und Trainer Markevytsch war es nun, der in der eigenen Hälfte Beton mischen ließ. Kurz vor Ende der Partie kam Innenverteidiger Veklyak für Mittelfeldspieler und Kapitän Tschatschua, und die Mannschaft suchte ihr Heil in Kontern.

Direkter Link zum 0:1 (Igor Neves, 10 Minuten)

Dieses Spiel wird dem Trainerteam in Lviv einige Kopfschmerzen bereiten. Die Mannschaft hat 65 Minuten lang das Spiel praktisch komplett dominiert, aber aus zahlreichen Chancen nur ein Tor gemacht. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum diese Kontrolle in der letzten knappen halben Stunde so vollständig verloren ging und die Mannschaft die Führung am Ende nur mit viel Glück und Kozhukhar über die Zeit bringen konnte.

Gleichzeitig gibt es auch Grund zum Feiern. Im Parallelspiel hat der Tabellendritte Livyj Bereh sein Heimspiel gegen Nyva Busova verloren, wodurch Karpaty rechnerisch nicht mehr von den Aufstiegsrängen 1 und 2 verdrängt werden können. Somit ist der Aufstieg in die UPL heute perfekt geworden. Allerdings sollte uns allen klar sein, dass Schwächen wie die heute gezeigten dort bestraft werden.