Heute hatten Karpaty den Tabellenvorletzten Obolon‘ zu Gast. Die Stimmung in Lviv war exzellent nach dem überraschenden Auswärtssieg beim Lokalrivalen am letzten Montag, an dem man heute mit einem Sieg sogar in der Tabelle vorbeiziehen konnte. Gleichwohl war Vorsicht geboten, wenn man an die schwache Vorstellung gegen den Tabellenletzten Inhulets‘ vor einigen Wochen denkt, wo es nur für einen Punkt gereicht hatte.

Trainer Lupaschko musste in der Defensive mit dem gelbgesperrten Denys Miroschnitschenko auf einen absoluten Leistungsträger verzichten. In seinem gewohnten 4:1:4: rückte daher Pavlo Polehenko wieder in die Startformation, aber auch sonst gab es einige Überraschung – es wurde kräftig rotiert:
- Yakiv Kinarejkin (TW)
- Pavlo Polehenko (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Jean Pedroso (IV)
- Volodymyr Adamyuk (LV)
- Vladyslav Klymenko (ZDM)
- Yevhen Pidlepenets‘ (RW)
- Oleh Otscheretko (RZM)
- Bruninho (LZM)
- Yan Kostenko (LW)
- Denys Ustymenko (MS)
Auf der Bank saßen zu Spielbeginn:
- Ambrosij Tschatschua (ZM)
- Igor Neves (MS)
- Jurij Tlumak (ZAM)
- Artur Ryabov (ZM)
- Orest Kusyk (ZAM)
- Bohdan Veklyak (IV)
- Artur Schakh (ZAM)
- Nasar Domtschak (TW)
- Taras Sakiv (LV)

Die erste Chance dieses Spiels hatten die Gäste, als Blisnitschenko von rechts kommend schön freigespielt wurde und unbedrängt zum Schuss kam, der aber das Tor verfehlte. Und auch in Folge wussten sie sich immer wieder in Kontern gefährlich in Szene zu setzen. Karpaty sahen in diesen Momenten nicht gut aus, und Klymenko brachte das bereits nach 8 Minuten eine gelbe Karte ein.
Ein wenig überraschend gingen dann die Grünweißen doch schon eine Minute später in Führung. Jean Pedroso schickte aus der eigenen Abwehrreihe heraus Pidlepenets‘ auf der rechten Flanke, der dann von der Grundlinie flach zurück in den Strafraum flankte, wo Bruninho den Ball erlief und direkt einschoss.
Das war natürlich genau das, was die Mannschaft gegen ihre anfängliche Unsicherheit brauchte, und sie konnte nun viel gelassener ihre Spielzüge aufbauen. Karpaty wurden nun immer dominanter und setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest.
Zum Ende der ersten Hälfte verflachte das Spiel ein wenig – Obolon‘ hielt mit viel Kampfgeist dagegen, und Karpaty waren in Führung und bemühten sich um Kontrolle, was aber häufiger mal an eigenen Fehlern oder der Gegenwehr der Gäste scheiterte. Das Resultat waren eher wenig Torraumszenen. Es ging mit der knappen Führung in die Kabine.
Die zweite Hälfte begann ohne Wechsel bei den Grünweißen. Wie auch schon in der ersten hatte Obolon‘ die erste Chance mit einem Weitschuss, der das Tor verfehlte. Nach 61 Minuten kam Igor Neves für Ustymenko – ein Wechsel, der in die eine oder andere Richtung eigentlich in jedem Spiel stattfindet. Es ist ja so ein Phänomen, dass bei Karpaty in dieser Saison bisher kein einziges Tor durch den Mittelstürmer erzielt wurde. Außerdem kam Tschatschua für Otscheret’ko.
Auch im weiteren Verlauf passierte nicht viel. Nach 75 Minuten kamen Ryabov für Klymenko und Schakh für Bruninho und wenig später Sakiv für Kostenko, der sich bei einem Zweikampf verletzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt ging von Obolon‘ deutlich mehr Gefahr aus als von den unkonzentriert wirkenden Grünweißen. In den letzten Minuten gab es eine ganze Serie von Eckstößen, und ein Ausgleich lag regelrecht in der Luft. Aber Obolon‘ zeigte sich immer wieder schwach im Abschluss, und das grünweiße Bollwerk hielt. Nach 5 Minuten Nachspielzeit war Schluss, und es blieb beim knappen 1:0 Heimsieg.
Fazit
Dies war kein schönes Spiel. Die Mannschaft tat, was nötig war, aber von einem souveränen Sieg gegen den Tabellenvorletzten war das weit entfernt. Die Rotation durch den Trainer konnte kein Grund dafür sein, standen doch Spieler auf dem Platz, die auch in der bisherigen Saison regelmäßig zum Einsatz gekommen waren.
Natürlich kann ein solcher Gegner nicht genau so motivieren, wie es der Lokalrivale Rukh oder ein Top-Team täte. Gleichwohl müssen solche Punkte doch erspielt werden, und die Möglichkeit, etwas für das Torverhältnis zu tun, sollte auch nicht unterschätzt werden. Nachdem auch schon beim 0:0 gegen Inhulets‘ das Spiel ähnlich zerfahren und unkonzentriert gewesen war, zeichnet sich hier doch schon ein wenig ein Muster ab.
Am nächsten Samstag ist erneut ein Team vom Tabellenende zu Gast, wenn es gegen Livyj Bereh geht. Hier hat die Mannschaft die Möglichkeit uns zu zeigen, dass sie auch gegen einen solchen Gegner stark aufspielen kann.
