[2024/2025] Oleksandriya – Karpaty: 3:0

Heute kam es zu einem der Spitzenspiele dieser Saison für Karpaty. Gegner war Oleksandriya, welches ein wenig überraschend aktuell immer noch den 2. Platz in der Tabelle vor Meister Shakhtar einnimmt. Karpaty hatten einen deutlichen Sieg gegen Abstiegskandidat Livyj Bereh vom letzten Wochenende im Rücken, aber die heutige Aufgabe versprach deutlich schwerer zu werden.

Pablo Álvarez ist bedient.

Trainer Lupaschko ließ sein gewohntes 4:1:4:1 spielen und musste auf keinen seiner Spieler verzichten  verzichten. Am Ende ergab das diese Startaufstellung:

Auf der Bank saßen:

Oleksandriya begann als die gefährlichere Mannschaft und hatte in den ersten 10 Minuten mehrere Chancen, in Führung zu gehen. Danach kamen Karpaty langsam besser ins Spiel, so dass sich fortan beide Mannschaften weitgehend gegenseitig neutralisierten.

Nach 36 Minuten ging Oleksandriya in Führung – Miguel Campos hatte einen Freistoß aus etwa 20 Metern rechts vor dem Karpaty-Tor sehenswert an der Mauer vorbei geschlenzt, so dass der Ball für Kemkin unhaltbar direkt neben seinem linken Pfosten einschlug. Das war zu diesem Zeitpunkt ein wenig überraschend, weil es eigentlich auf beiden Seiten keine großen Torchancen gegeben hatte.

Natürlich änderte dieses Tor die Dynamik des Spiels – Karpaty mussten nun aktiver werden und angreifen. Das war auch direkt im Anschluss bereits zu beobachten, die Grünweißen gingen deutlich aggressiver zur Sache. Das führte aber bis zur Halbzeit zu keinen zählbaren Veränderungen, und es ging mit einem knappen Rückstand in die Pause.

Es ging ohne personelle Änderungen in die zweite Hälfte. Erneut kam Oleksandriya frischer und konzentrierter auf den Rasen und hatte fast unmittelbar nach Anpfiff die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, als sich im Karpaty-Strafraum ein regelrechtes Chaos entwickelte. Mit Glück und Miroschnitschenko überstanden die Grünweißen diese Situation und suchten selber die Offensive, hatten aber deutliche Schwierigkeiten mit dem konzentrierten Pressing der Hausherren.

Nach 51 Minuten hatte Jean Pedroso an der linken Strafraumgrenze einen leichten Kontakt mit Juan Alvina, der dann auch gleich zu Boden ging. Der Schiedsrichter pfiff, und es gab eine VAR-Unterbrechung, an deren Ende dann ein Elfmeter stand. Eine sehr unglückliche Situation, da Pedroso nicht aktiv auf Ball oder Gegner zuging sondern einfach nur da stand, wo er stand, aber technisch war das dennoch eine vertretbare Entscheidung. Miguel Campos trat an und kam zu seinem zweiten Treffer.

Das war ein Schlag in die Magengrube, und zu diesem Zeitpunkt war gerade angesichts der Klasse des Gegners die Sache eigentlich schon gelaufen. Trainer Lupaschko reagierte, indem er Bruninho für Tschatschua und Stênio für Pidlepenets‘ brachte. Am Spielverlauf änderte das zunächst nichts. Karpaty spielten engagiert, ohne sich jedoch entscheidend durchsetzen zu können, und Oleksandriya konnte sich auf seine stabile Defensive verlassen und eigene Chancen in Kontern suchen.

Nach 67 Minuten kam Schakh für Kostenko, der sich auf seiner linken Seite selten hatte durchsetzen können. Aber auch das änderte wenig am Spielverlauf. Karpaty hatten in dieser Phase mehr Ballbesitz, aber etwa 30 Meter vor dem gegnerischen Tor war Schluss – es gab keine Anspielpositionen, man musste quer spielen, oder man verlor den Ball durch Fehlpässe. Hier war durchaus ein Unterschied im Niveau der beiden Mannschaften zu erkennen.

15 Minuten vor dem Schluss kamen ann noch Ustymenko für Igor Neves und Klymenko für Otscheret’ko. Es war aber zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass das Spiel entschieden war. Die Kräfte schwanden, und Oleksandriya war einem weiteren Tor näher als Karpaty einer Verkürzung des Rückstands. Und tatsächlich war das Leiden für Karpaty noch nicht zuende. Denys Kostyschyn dribbelte sich bis vor das Tor und wurde von Kemkin, der versuchte, den Ball zu erreichen, zu Fall gebracht. Es gab den zweiten Elfmeter, der auch wieder von Campos getreten wurde – 3:0.

Und immer noch lagen 8 endlose Minuten der Quälerei vor der Mannschaft, die auch tapfer weiter versuchte, wenigstens ein Ehrentor zu erzielen. Aber es sollte nicht sein. Der Schlusspfiff brachte die Erlösung von einem frustrierenden Tag in Oleksandriya.

Fazit

Es war das erwartet schwere Spiel gegen eine Mannschaft, die aktuell in sehr guter Verfassung ist und um den Einzug in den internationalen Wettbewerb kämpft. Das Resultat war vor allem viel Kampf statt technischer Kabinettstückchen, wobei beide Mannschaften sich in etwas gleich stark zeigten. Die Führung für Oleksandriya war entsprechend auch das Resultat individueller Klasse, namentlich des sehr gut getretenen Freistoßes von Miguel Campos.

Das 2:0 war für Karpaty sehr unglücklich – ein wirklich „blöder“ Elfmeter, den man gerade an solchen Tagen, wenn es irgendwie ohnehin schon gegen einen läuft, bekommt. Damit war das Spiel entschieden. Oleksandriya steht nicht umsonst auf Platz 2 in der Tabelle – die Mannschaft spielt taktisch klug, ist gut organisiert, und einen Rückstand von 2 Toren gegen sie aufzuholen, dürfte so ziemlich jeder Mannschaft in der UPL aktuell äußerst schwerfallen. Dass die Niederlage dann am Ende noch höher ausfiel, wird der Leistung beider Mannschaften dann nicht gerecht, aber auch so etwas passiert, wenn man noch 40 Minuten in einem bereits verlorenen Spiel auf dem Platz stehen muss.

Trotz der Siege und zum Teil überzeugenden Leistungen der letzten Wochen dürften an diesem Punkt die Grenzen dieser Mannschaft deutlich geworden sein: die ersten 4-5 Plätze sind angesichts der Konkurrenz eine Nummer zu groß. Allerdings muss der Fairness halber angemerkt werden, dass genau das ja auch zu Beginn der Saison offen kommuniziert worden und dies auch ein Grund gewesen war, warum Myron Markewytsch von seinem Traineramt zurückgetreten war. Hierbei sollte aber auch nicht vergessen werden, dass Verstärkung in der kommenden Winterpause möglich und wohl auch recht wahrscheinlich sind.

Am kommenden Freitag gibt es wieder ein Heimspiel, und der Gegner, Kolos, dürfte schlagbar sein, wenn die Mannschaft dann ähnlich konzentriert zur Sache geht wie letzte Woche gegen Livyj Bereh.