Vor einigen Minuten ist eine Nachricht bekannt geworden, die Fußball-Lviv und die Ukraine verändern könnte – es ist kaum zu glauben, scheint aber zu stimmen!

Wer einen Blick auf die Internet-Auftritte der beiden UPL-Lokalrivalen Karpaty Lviv und Rukh Vynniky wirft, traut seinen augen kaum. Auf beiden der identische Text:
Lviv ist eine Stadt mit großen Fußballtraditionen und Ambitionen. Der ukrainische Fußball wurde hier geboren, viele berühmte Spieler und Trainer haben ihre Sportkarriere in unserer Stadt begonnen, und eine großa Zahl Fans möchten ihre Mannschaft stets unter den Anwärtern auf die höchsten Auszeichnungen sehen.
Gegenwärtig ist Lviv in der höchsten Spielklasse der ukrainischen Fußballmeisterschaft durch zwei Vereine und Mannschaften gut vertreten – „Karpaty“ und „Rukh“.“.
Von 2020 an hat der FC „Karpaty“ einen schwierigen Weg von der Amateurklasse zu einer UPL-Mannschaft durchlaufen. In dieser Zeit wurde eine professionelle Ausbildungs- und Trainingsinfrastruktur aufgebaut, eine effektive internationale Scouting-Struktur und ein umfangreiches System unseres eigenen Kinder- und Jugendfußballs errichtet. Der größte Wert des Vereins sind jedoch seine zahlreichen Fans.
Der FC „Rukh“ schaffte seinen eigenen Aufstieg von der Meisterschaft der Region Lviv bis in die Eliteklasse des ukrainischen Fußballs. In der Nähe von Lviv sind ein Sportzentrum von europäischer Klasse und eine der besten Fußballakademien der Ukraine entstanden, die in wenigen Jahren Dutzende aktive Spieler und Kandidaten für die Nationalmannschaften der Ukraine verschiedener Altersklassen ausgebildet hat. Dadurch konnte insbesondere eine ganze Generation junger Talente in Lviv bewahrt werden, die durch die Lviver Fußballkrise Ende der 2010er Jahre hätte verloren gehen können.
Aber Lviv ist mehr wert – ein Verein, der kontinuierlich um Führungspositionen im ukrainischen Fußball kämpfen und unser Land in europäischen Vereinswettbewerben vertreten wird.
Ein solches Ziel erfordert in unseren schwierigen Zeiten ungewöhnliche Maßnahmen und Lösungen. Genau aus diesem Grund haben die Gründer und Führungsebenen beider Vereine beschlossen, ihre Kräfte für die Entwicklung des Fußballvereins „Karpaty“ zu zusammenzulegen.
Im Rahmen dieser Entscheidung wird sich der Fußballverein „Rukh“ ab der Saison 2025/2026 auf die Ausbildung junger Talente basierend auf der etablierten Akademie sowie die anfängliche Anpassung an den Erwachsenenfußball für deren weiteres Engagement im „Karpaty“ Team konzentrieren.
Wir sind sicher, dass die Synergie unserer Potenziale, Vermögenswerte und Bemühungen zu einer Erhöhung der Anzahl hochwertiger Fußballspieler auf europäischer Ebene führen wird, die dem Lemberger Fußball echten Ruhm bringen werden.
Dies heißt nicht weniger als dass Rukh als UPL-Club in Karpaty aufgehen wird. Quellen zufolge werden die besten Spieler im Kader von Rukh zu Karpaty wechseln; weiterhin wird Rukh-Präsident Hrihorij Koslovskyj eine hohe Position bei Karpaty übernehmen – Präsident oder Vizepräsident – und eine finanzielle Entschädigung für seine Investitionen in Rukh erhalten, die in die Karpaty-Strukturen integriert werden. Es ist auch angedeutet worden, dass die „Pass“-Agentur ihre Arbeit im Verein nicht fortsetzen und ihre Mitarbeiter aus den Strukturen ausscheiden werden.
Wer in Zukunft Trainer der Mannschaft wird, ist noch ein wenig unklar. Unmittelbar dürfte Vladyslav Lupaschko im Amt bleiben, aber auch Rukh hat mit Vitalij Ponomaryov einen erfahrenen und erfolgreichen Fußballlehrer unter Vertrag, weshalb hier ein Wechsel – kurzfristig oder langfristig – durchaus im Bereich des Möglichen liegen wird.
Eine gute Nachricht, über die sich alle Fans freuen dürften, ist, dass die „verlorenen Söhne“ des Vereins, die letzte Generation der alten Karpaty-Akademie, die beim Untergang des alten PFK Karpaty den Verein zum Lokalrivalen hin verließen, nun wieder die richtigen – grünweißen – Farben tragen werden: Denys Slyusar, Oleksij Sytsch, Denys Pidhurskyj, Ostap Prytula, Vasyl Runitsch, Rostyslav Lyakh sind Namen, die in diesem Zusammenhang einfallen.
Nun warten wir alle, was sich in den kommenden Wochen materialisiert. Es bleibt zu hoffen, dass trotzt der vielen Veränderungen der sportliche Erfolg in der zweiten Saisonhälfte nicht leidet.
