[2024/2025] Obolon‘ – Karpaty: 2:2

Heute spielten Karpaty bei Obolon‘, einem Team aus dem unteren Tabellendrittel. Auf dem Papier sollte das eigentlich eine lösbare Aufgabe sein, aber die Kyiver hatten in den letzten Runden durchaus sehenswerte Leistungen gezeigt, weshalb dies sicher kein leichtes Spiel werden würde.

Vladyslav Babohlo, noch ohne Kopfbandage

Nach seiner Gelbsperre stand Yan Kostenko wieder zur Verfügung. Es fehlte aber weiter Oleksij Sytsch verletzt. Auch Jean Pedroso, der, wie sich herausgestellt hatte, letzte Woche aufgrund einer Verletung gefehlt hatte, ist noch nicht wieder fit. Das Resultat war diese Aufstellung:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf des Spiels kamen noch Igor Neves (Ihor Krasnopir), Oleh Fedor (Ambrosij Tschatschua), Yevhen Pidlepenets‘ (Yan Kostenko), Ilya Kvasnytsya (Oleh Otscheret’ko) zum Einsatz.

Das Spiel begann eher ereignisarm. Beide Mannschaften waren um Offensivaktionen bemüht, ohne dabei aber zu größeren Torchancen zu kommen. Es war nach einer Viertelstunde Bruninho, der für zwei sehenswerte Aktionen sorgte – zunächst von der gegnerischen Grundlinie aus mit einer flachen Rückgabe, die aber keinen Mitspieler erreichte, und wenige Minuten später mit einem sehenswerten Weitschuss, der aber rechts am Tor vorbei ging.

Karpaty wirkten in dieser Phase langsam etwas gefährlicher als Obolon‘, aber das erste Tor erzielten die Gastgeber nach 19 Minuten: Stasyuk kam auf der linken Seite des Karpaty-Strafraums an eine etwas verirrte Flanke heran, hatte genug Platz, nach innen zu ziehen und dann aus ca. 12 Metern flach links ins Tor zum 1:0 zu treffen.

Das war für Karpaty eine neue und unangenehme Situation – man hatte schon lange nicht mehr zurückgelegen. Aber im Grunde verlief das Spiel weiter wie bisher – die Grünweißen waren im Vorwärtsgang, und schon 2 Minuten nach dem Rückstand sah es gefährlich aus, als Tschatschua an der Strafraumgrenze an den Ball kam – und mit dem Schiedsrichter zusammenstieß, der nicht mehr rechtzeitig aus dem Weg gehen konnte.

Nach 26 Minuten hatte Kostenko die Riesenchance auf den Ausgleich, als er unbedrängt aus 11 Metern zum Schuss kam, aber dem Ball nicht die notwendige Wucht verpassen konnte. Doch schon 2 Minuten später stand es dann 1:1 – nach einer Ecke von rechts hatte Stets’ko auf seiner linken Seite im Strafraum den Ball auf den Fuß bekommen, schoss flach, und der Ball zappelte im Netz. Allerdings war dies wohl eher ein Eigentor, da Ex-Karpate Vladyslav Pryimak noch mit dem Fuß dazwischen gekommen und unhaltbar für Torwart Martschenko abgelenkt hatte.

Wenig später lag Tschatschua an der linken Strafraumseite nach einem Tritt verletzt am Boden. Während er noch behandelt wurde, ging der Schiedsrichter zum Bildschirm, um sich die Wiederholung anzusehen, denn es war kaum zu erkennen, ob das Foul innerhalb oder außerhalb des Strafraums stattgefunden hatte – es sah eher nach außerhalb aus. Nach einigen Minuten kam die Entscheidung: Elfmeter. Polehenko trat an – und schoss den Ball weit über das Tor. So blieb es zunächst beim 1:1.

Es entwickelte sich ein sehenswertes Fußballspiel. Karpaty griffen an, Obolon‘ konterte, und beide Seiten waren damit gefährlich. Kurz vor der Halbzeit mussten die Grünweißen eine ganze Serie von Eckstößen abwehren, und es wurde danach auch noch richtig hektisch: Tschatschua und mehrere Obolon‘-Spieler erhielten gelbe Karten, und als zur Halbzeit gepfiffen worden war, entwickelte sich eine erhitzte Diskussion auf dem Platz. Alles war noch offen.

Bei Wiederanpfiff ging es für Karpaty ohne personelle Änderungen weiter. Obolon‘ begann stärker und setzte sich über einige Minuten in der Hälfte der Grünweißen fest. Sie brauchten gut eine Viertelstunde, um wieder besser ins Spiel zu kommen, wobei aber von der Spielkontrolle am Ende der ersten Hälfte noch nicht viel zu sehen war.

Vladyslav Babohlo zog sich bei einem Zweikampf eine Kopfverletzung zu, musste lange behandelt werden und spielte dann mit einer elastischen Bandage um Kopf und Kinn herum weiter. Nach 67 Minuten hatte Krasnopir Feierabend, für ihn kam Igor Neves. Karpaty erkämpften sich nun langsam wieder Feldvorteile und mehr Ballbesitz. Nach 73 Minuten kamen Fedor und Pidlepenets‘ für Tschatschua und Kostenko.

Nach 79 Minute zappelte der Ball im Netz, und die Karpaty-Spieler freuten sich – Bruninho hatte den Ball über die Linie gedrückt, aber das Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Es gab enige Minuten VAR-Konsulatation, aber die Entscheidung stand. Und gleich eine Minute später stand es dann 2:1. Die Karpaty-Defensive hatte einien Moment lang nicht aufgepasst, konnte den Ball nicht aus dem Strafraum kommen, und Rostyslav Taranukha kam rechts im Strafraum an den Ball, zog flach diagonal ab und traf ins linke Eck.

Das war ein Schock. Es war zwar noch etwas zu spielen, zumal noch Nachspielzeit zu erwarten war, aber ein Sieg war heute eigentlich fest eingeplant gewesen. Kvasnytsya kam für Otscheret’ko. Es musste schnell ein Tor her, um wenigstens noch einen Punkt zu retten. Und dieses Tor kam. Es waren 90 Minuten gespielt, Pidlepenets‘ kam links im Strafraum an den Ball, spielte ins Zentrum, wo Igor Neves mit Rücken zum Tor stand, sich mit akkurater Ballkontrolle drehte und aus 5 Metern einschoss. Es blieben noch 4 Minuten Nachspielzeit. Karpaty drückten nun auf den Siegtreffer. Bei Obolon‘ schwanden langsam die Kräfte, wodurch noch einmal richtig Spannung enstand.

Die letzte Chance hatten Karpaty mit einem Freistoß kurz vor dem Strafraum. Der Ball landete in der Mauer, der Schiedsrichter pfiff ab, und das Spiel endete – wohl insgesamt verdient – 2:2 unentschieden.

Fazit

Obolon‘ hat seine gute Form der letzten Spiele auch heute bestätigt und wird so mit dem Abstieg wohl nichts zu tun haben. Für Karpaty dürfte dieser Punktverlust besonders schmerzhaft sein, weil gerade erst Kryvbas, das noch ein Spiel in Reserve hat, heute nur unentschieden gespielt hatte und somit punktgleich mit den Grünweißen war. So ist dieser Vorteil dahin, und wenn morgen Polissya bei Kolos gewinnen sollte, ist der Zug fast schon abgefahren.

Der vergebene Elfmeter von Polehenko tut in diesem Zusammenhang besonders weh, zumal bei Karpaty in dieser Saison schon eine recht große Zahl Strafstöße nicht verwandelt werden konnte. Hier ist sicher einige Trainingsarbeit notwendig.

Die Ukraine hat aktuell 4 Plätze im internationalen Wettbewerb: 1 Champions League (Meister), 1 Europa League (Pokalsieger) und 2 Conference League (UPL Platz 2, 3). Da aber das Pokalfinale zwischen Dynamo und Schakhtar stattfinden wird, die voraussichtlich beide unter den ersten 3 in der Tabelle sind, wird auch Platz 4 für die Conference League reichen. Aber dieser vierte Platz ist aktuell in weitere Entfernung geraten.

Nächste Woche geht es erneut auswärts nach Kyiv – als Gegner wartet Livyj Bereh, ebenfalls ein Team aus dem unteren Tabellendrittel.