[2025/2026] Oleksandriya – Karpaty: 0:2

Heute spielten Karpaty ihr letztes Spiel vor der Länderspielpause auswärts bei Oleksandriya. Der heutige Gegner, Vizemeister der Vorsaison, hatte einen schlechten Start in die Saison und klettert derzeit ähnlich wie die Grünweißen selber langsam die Tabelle wieder hoch. Für Karpaty ging es heute natürlich darum, endlich den zweiten Saisonsieg einzufahren.

Die Szene, die zum Handelfmeter führte

Bei Karpaty fehlten weiterhin Tymur Stets’kovOleksij Sytsch und Andrij Bulesa (Sytsch wird voraussichtlich in den kommenden Wochen zurückkehren, Stets’kov und Bulesa in diesem Jahr sicher nicht mehr). Weiterhin standen Mykola Kyrytschok und Artur Schakh nicht zur Verfügung, die zur Zeit bei der U20-Weltmeisterschaft für die Ukraine spielen. Trainer Vladyslav Lupaschko hatte sich heute im defensiven Mittelfeld für Patricio Tanda statt Pablo Álvarez entschieden:

Auf der Bank saßen:

Während des Spiels kamen noch Igor Neves (Ihor Krasnopir), Pablo Álvarez (Ambrosij Tschatschua), Fabiano (Yan Kostenko), Volodymyr Adamyuk (Patricio Tanda), Oleh Fedor (Bruninho) zum Einsatz.

Schon nach 3 Minuten zappelte der Ball im netz der Gastgeber, und Yan Kostenko jubelte über sein erstes Saisontor – das aber nach VAR-Überprüfung wegen Abseits nicht gegeben wurde. Kurz danach war dann auch erst einmal wieder Pause – die Raschisten hatten wieder Drohnen geschickt, und es ging erst einmal für eine Weile in die Schutzräume.

Eine halbe Stunde später ging es weiter. Oleksandriya brachte frische Energie mit und attackierte, wodurch Karpaty erst einmal einige gefährliche Situationen abwenden mussten. Nach 25 Minuten gab es eine kuriose Situation bei einem Eckball für Oleksandriya: während sich alles im Strafraum versammelt hatte berührte Artem Kosak den Ball mit dem Fuß, offenbar, um ihn sich zurechtzulegen. Bruninho interpretierte das so, dass der Ball schon frei sei, „klaute“ ihn sich vom Eckpunkt und ging mit ihm nach vorn. Der Schiedsrichter war damit nicht einverstanden und gab dem Brasilianer gelb.

Das Spiel wurde mit großer Intensität und auch Emotionalität geführt, was zu etlichen erhitzten Debatten und auch Unterbrechungen durch Fouls führte. Es war deutlich zu spüren, dass für beide Mannschaften eine Menge auf dem Spiel stand. Dabei fiel auch auf, dass Karpaty nicht so richtig dazu kamen, ihr gewohntes Kombinationsspiel aufzuziehen und oft nur reagieren konnten.

Und als gegen Ende der ersten Hälfte die Grünweißen endlich ein wenig besser ins Spiel kamen, wurde das belohnt. Bruninho kam im Strafraum halbhoch an den Ball, wollte ihn weiterleiten und traf damit die Hand des portugiesischen Innenverteidigers Miguel Campos. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, Bruninho trat selber an, nahm einen langsamen Anlauf, versuchte Viktor Dolhyj im Tor zu verladen, doch der erriet die Ecke und hatte auch die Hand am Ball, der aber dennoch im Netz landete – Glück gehabt, 0:1. Mit diesem Stand ging es in die Halbzeitpause.

Es ging ohne personelle Veränderungen in die zweite Hälfte. Das Spiel war weiter heiß umkämpft, wobei Karpaty aber jetzt ein wenig mehr Sicherheit und auch Gefahr vor dem gegnerischen Tor ausstrahlten. Nach 52 Minuten gab dann aber erneut eine Unterbrechung afugrund schon der zweiten Luftschutzwarnung, und die Spieler wie auch die Fans mussten in die Schutzräume. Wie schön doch das Leben ohne den faschistischen Nachbarn im Osten wäre.

Etwa eine halbe Stunde später konnte es dann wieder weitergehen. Für Krasnopir kam Igor Neves, der gleich nach einem Foul von Campos erst einmal behandelt werden musste. Es ging intensiv weiter. Nach 59 Minuten hatte Kostenko nach einer schönen Einzelaktion einen gefährlichen Schuss aufs Tor, den aber Dohlyj abwehren konnte. Nur wenig später sah es wie ein sicheres Tor aus, als zunächst Bruninho und dann Igor Neves im Nachschuss schließlich an einem auf der Linie klärenden Verteidiger scheiterten.

Oleksandriya musste nun aktiver werden und den Ausgleich suchen, und das Spiel verlagerte sich entsprechend wieder mehr in die Hälfte der Gäste, die ihrerseits nun natürlich mehr Platz zum Kontern hatten. Das hatte zählbare Folgen, als Miroschnitschenko von seiner linken Seite flankte und erneut Miguel Campos zum Pechvogel wurde, der den Ball klären wollte, ihn aber zu einem lupenreinen Eigentor ins eigene Netz verwandelte – 0:2.

Es folgte die nächste Wechselrunde mit Fabiano für Kostenko, Álvarez für Tschatschua und Adamyuk für Tanda. Wie bei dem Spielstand zu erwarten, war das natürlich vor allem eine Stärkung der Defensive. Bei Oleksandriya zeigte sich nun zunehmend Frust, was sich dann in einigen überharten Aktionen und entsprechend weiteren gelben Karten manifestierte.

Es gab mit 2 Minuten überraschend wenig Nachspielzeit. Fedor kam für Bruninho. Viel passierte aber nicht mehr, Karpaty gingen mit einem in der Entstehung zwar etwas glücklichen, aber angesichts der Leistung doch wohl verdienten Sieg nach Hause.

Fazit

Karpaty hatten ja in ihren ersten Saisonspielen immer zunächst zurückgelegen und dann dem Rückstand hinterher laufen müssen. Dieser Bann scheint nun doch endlich gebrochen zu sein. Oleksandriya hatte in der ersten Hälfte allerdings meist mehr vom Spiel gehabt, so dass die Führung kurz vor der Halbzeit durchaus etwas glücklich für die Grünweißen war. Oleksandriya war ein starker Gegner, dennoch war dieses Spiel bei weitem nicht so umkämpft wie noch das letzte Spiel in Lviv in der Vorsaison.

Die Entscheidung, den Torschützen vom letzten Wochenende, Pablo Álvarez, auf der Bank zu lassen und durch Patricio Tanda zu ersetzen, hatte ein wenig für Erstaunen gesorgt. Es ist aktuell nicht klar, ob eine Verletzung dafür verantwortlich war oder ob es sich um eine taktische Entscheidung gehandelt hatte, in jedem Fall konnte der Argentinier heute aber zeigen, dass er eine gleichwertige Option auf dieser Position ist. Nasar Domtschak machte heute keine Fehler und wirkte sicher, profitierte aber sicher auch ein wenig davon, dass die Qualität der Schüsse, die auf sein Tor durchkamen, nicht sehr groß war.

Für die Teams der UPL beginnt nun eine Länderspielpause. Weiter geht es am 19. Oktober zu hause gegen Aufsteiger und Tabellenletzten Epicenter.