[2025/2026] Karpaty – Epicenter: 1:3

Heute spielten Karpaty zu hause gegen Aufsteiger und Tabellenletzten Epicenter. Dieses Team hatte noch vor dem Aufstieg der Grünweißen in der Perscha Liha (ukr. 2. Liga) so ein wenig den Ruf eines Angstgegners gehabt. Nun waren die Kräfteverhältnisse aber natürlich anders. Für Karpaty ging es darum, nach der Länderspielpause den nächsten Sieg einzufahren und den Weg ins obere Drittel der Tabelle fortzusetzen. Bei diesem Spiel gab es auch ein Wiedersehen mit Vadym Sydun, der auf der Suche nach mehr Spielzeit zum Ende der letzten Saison zu Epicenter gewechselt war.

Trainer Lupaschko hatte einigen Grund, unzufrieden zu sein.

Bei Karpaty fehlten weiterhin Tymur Stets’kov und Andrij Bulesa. Oleksij Sytsch trainiert seit vergangener Woche wieder mit der Mannschaft. Kurzfristig verletzt ausgefallen waren Oleh Fedor und Pavlo Polehenko. Entsprechend kam heute Diego Palacios als Linksverteidiger zu seinem Startelfdebut:

Auf der Bank saßen:

Während des Spiels kamen noch Igor Neves (Ihor Krasnopir), Yaroslav Karabin (Paulo Vitor), Vladyslav Klymenko (Diego Palacios), Fabiano (Yan Kostenko) zum Einsatz.

Karpaty begannen unkonzentriert. Vielleicht war man sich zu sicher, diesen Gegner souverän schlagen zu können, der aber wiederum anderer Meinung war un dengagiert dagegen hielt. Zwar hatten die Grünweißen die ersten Chancen auf den Führungstreffer, aber die Gäste, die in Folge immer wieder bei eigenen Angriffen gefährlich wurden, kamen ihrerseits einem Tor sogar noch näher.

Nach 18 Minuten kam Tschatschua im gegnerischen Strafraum zu Fall, doch der Elfmeterpfiff blieb aus. Hier hätte es durchaus Strafstoß geben können, aber auch dem VAR war diese Szene offenbar nicht eindeutig genug, um zu intervenieren.

Das Spiel war nach der ersten halben Stunde im Grunde ausgeglichen. Beide Mannschaften waren um Offensive bemüht, und es gab Momente vor beiden Toren. Angesichts der Unterschiede in Kaderqualität und Ambitionen beider Clubs war das für die Grünweißen natürlich zu wenig. Die letzten 15 Minuten der ersten Hälfte hatten die Grünweißen Feldvorteile, agierten letztlich aber auch zu ungefährlich vor dem gegnerischen Tor. So ging es torlos in die Pause.

Es ging ohne personelle Änderungen in die zweite Halbzeit. Epicenter hielt weiter stark dagegen, und bei Karpaty fehlte die Konzentration, Angriffe sauber zuende zu spielen. Nach 49 Minuten war dann aber doch der Ball im Netz der Gäste – nach einem Fernschuss von Bruninho hatte Torwart Oleh Bilyk nur abklatschen können, Yan Kostenko war aufmerksam und verwandelte den Nachuss sicher. Allerdings gab es anschließend eine lange VAR-Überprüfung, weil Tschatschua zwischen dem Torwart und dem letzten Verteidiger zwar nicht ins Spiel eingegriffen hatte, aber die Sicht behinderte. So wurde das Tor dann kassiert, und es ging mit 0:0 weiter.

Nur wänig später befand sich der Ball dann im Tor der Grünweißen. Nach einem Konter der Gäste hatte die Karpaty-Abwehr den Ball eigentlich unter Kontrolle gebracht, aber Tschatschua leistete sich einen katastrophalen Abspielfehler vor dem eigenen Strafraum, so dass Yevhen Zaporozhets an den Ball kam, durchsteckte auf Andrij Lyashenko, der dann sicher zum 0:1 verwandelte.

Karpaty wirkten geschockt, und bei den wüteneden Angriffen ließen sie hinten einfach alles offen, wodurch es schon nach 60 Minuten 0:2 stand – Oleksandr Klymets leitete den Angriff ein und schloss ihn einige wenige Stationen später auch selber ab.

Nun wurde es richtig turbulent. Praktisch direkt anch dem Anpfif flankte Kostenko weit und diagonal von links in den Strafraum, Krasnopir köpfte, der Bilyk konnte abwehren, und dieses Mal war Paulo Vitor zur Stelle, um auf 1:2 zu verkürzen. Das Spiel war wieder offen.

Direkt nach dem Tor wurde dreifach gewechselt. Für Krasnopir kam Igor Neves, Karabin für Torschütze Paulo Vitor und für Palacios Kostenko, der dann mit Miroschnitschenko die Position tauschend als linker Verteidiger agierte. Karpaty bauten nun langsam mehr Druck auf, und wie die eigene agierte auch die Epicenter-Abwehr nicht sehr sicher.

Nach 76 Minuten kam dann Fabiano für Kostenko. Karpaty mussten immer weiter aufmachen, und Epicenter konterte. Nach 84 Minuten gab es einen Freistoß vor dem Karpaty-Tor. Der Ball wurde abgewehrt und kam auf die linke Abwehrseite, wo Vladyslav Moroz mit einem wunderschönen Volley unhaltbar für Domtschak einschoss – 1:3. Es gab 7 Minuten Nachspielzeit. Aber was 90 Minuten lang nicht gelungen war, tat es nun auch natürlich auch nicht.

Fazit

Epicenter bleibt seinem Ruf als Angstgegner der Grünweißen treu. Dabei handelte es sich im Grunde eine selbstgemachte Niederlage. DIe Leistung in der ersten Hälfte war schwach und von zahlreichen unnötigen Fehlern geprägt, wodurch der Gegner überhaupt erst ins Spiel kam. In der zweiten Hälfte wurde es etwas besser, war aber immer noch weit von dem flüssigen Angriffsspiel entfern, das die Mannschaft eigentlich kann, aber in dieser Saison noch zu selten gezeigt hat.

Epicenter erzielte dann innerhalb von 2 Minuten zwei Tore, wodurch Karpaty ihre ohnehin schon wackelige Defensive noch weiter öffnen mussten. Und weil sie selber kein Tor erzielten, tat es dann der Gegner. So einfach kann Fußball sein.

Für Trainer Vladyslav Lupaschko wird die Luft langsam dünn. Die Mannschaft hat in dieser Saison längst nicht die an sie gestellten Erwartungen erfüllen können und zwar in einigen Spielen kurze Phasen von Brillanz gezeigt, aber eben auch viel zu oft schwach und unkonzentriert gespielt. Der heutige Gegner wäre auf jeden Fall schlagbar gewesen, aber vielleicht war auch ein wenig Überheblichkeit dabei, die zu diesem fahrigen Auftritt geführt hatte.

Nächstes Wochenende gibt es erneut ein Heimspiel, der Gegner wird Lokalrivale – und mittlerweile befreundete Club – Rukh sein. Erneut ein Gegner, den man eigentlich schlagen müsste, aber nach den bisherigen Leistungen gegen angeblich schwächere Gegner in dieser Saison muss man sich wohl doch Sorgen machen.