[2025/2026] Karpaty – Kryvbas: 1:0

Heute spielten Karpaty zu hause gegen Kryvbas, vor dem Spiel auf Tabellenplatz 5, 5 Punkte vor den Grünweißen. Karpaty standen nach dem überraschenden Sieg bei LNS letzten Montag im Tabellenmittelfeld und mussten auch dieses Spiel gewinnen, um langsam Anschluss an die Spitzengruppe zu finden.

Platzverweis für Kemkin gegen sein altes Team

Bei Karpaty waren die Kadersorgen immer noch groß: die Langzeitverletzten Tymur Stets’kov und Andrij Bulesa fallen noch lange aus, und Andrij Klishchuk, Oleh Fedor und Ivan Tschaban waren noch nicht wieder fit. Schlimmer gemacht wurde die Situation noch dadurch, dass Kapitän Denys Miroschnitschenko und Mittelfeldbastion Pablo Álvarez im letzten Spiel gelbe Karten sahen und in diesem nun gesperrt ausfielen. Dafür stand Jean Pedroso nach abgebüßter Sperre wieder zur Verfügung.

Auf der Bank saßen:

Während des Spiels kamen noch Vladyslav Klymenko (Artur Schakh), Igor Neves (Ihor Krasnopir) zum Einsatz.

Obwohl sie im Grunde Außenseiter in diesem Spiel waren, gingen Karpaty mit viel Elan und auch Selbstbewusstsein zur Sache. Nach 6 Minuten lag der Ball dann sogar im Netz von Oleksandr Kemkin, der ja für viele unverständlicherweise in der letzten bei Karpaty ausgemustert und an Kryvbas mit Kaufoption ausgeliehen worden war. Der Treffer zählte aber letztlich nicht, da der Schiedsrichter eine Abseitsposition erkannt hatte.Und 4 Minuten später musste Kemkin in höchster Not retten, als Paulo Vitor aus der Distanz von seiner linken Seite abschloss.

Nach 15 Minuten wurde es dramatisch. Bruninho schlug einen genialen Pass von kurz hinter der Mittellinie, und Paulo Vitor lief hinter der Verteidigungslinie mit dem Ball allein auf Torwart Kemkin zu, der aus dem Tor lief und sich vor dem Strafraum in den Weg warf, den schnellen Brasilianer zu Fall brachte und dafür rot sah. An der Entscheidung gab es nichts zu rütteln, aber es war schon irgendwie tragisch. Für Kemkin kam der erfahrene Volodymyr Makhankov. Der folgende Freistoß brachte nichts ein.

Karpaty spielten weiter aggressiv nach vorn, und es brannte das eine wie das andere Mal vor dem Kryvbas-Tor. Das 1:0 schien nur eine Frage der Zeit, aber irgendwie war immer wieder ein Bein im Weg, oder der Abschluss war zu ungenau. So neigte sich die erste Hälfte dem Ende entgegen, und es stand immer noch 0:0. So blieb es auch bis zum Pausenpfiff.

Es ging ohne personelle Änderungen in die zweite Hälfte. Kryvbas begann engagiert und sorgte für einiges Durcheinander in der Karpaty-Verteidigung, aber schon nach zwei Minuten im Gegenzug erlaubte sich Bruninho von der Strafraumgrenze einen Distanzschuss, der nicht besonders platziert direkt auf Torwart Makhankov ging, der seine Fäuste hochriss, um den Ball abzuwehren, ihn aber letztlich nur ins eigene Tor ablenken konnte – ein klarer Torwartfehler, aber dennoch eine völlig verdiente 1:0 Führung.

Karpaty hatten auch in der Folge weiter eine Reihe von Torchancen. Nach 57 Minuten kam Klymenko für Schakh. Kryvbas wirkte überfordert und kam nur hin und wieder einmal in die gegnerische Hälfte. Allein was fehlte, war ein zweites Tor, um den Sack zuzumachen, und das wollte immer noch nicht gelingen. Nach 83 Minuten ersetzte dann – wie so oft – Igor Neves positionsgerecht Ihor Krasnopir.

Das Fehlen des zweiten Tors für Karpaty sorgte in der Schlussphase noch für einige Nervosität. Kryvbas konnte sich immer mal wieder befreien, und obwohl die Karpaty-Abwehr sicher wirkte, war das Spiel nun einmal immer noch nicht entschieden. Es gab 4 Minuten Nachspielzeit, und knapp eine Minute vor Schluss musste sich Domtschak noch einmal richtig auszeichnen, als er einen Kopfball aus kurzer Distanz mit einem sehenswerten Reflex abwehrte. Es gab dann noch einen Freistoß abzuwehren, und endlich war Schluss – 1:0.

Fazit

Karpaty wirkten überhaupt nicht wie ein Außenseiter, und sie spielten endlich den Fußball, den wir von Saisonbeginn an eigentlich erwartet hätten. Der Platzverweis Kemkins in der ersten Hälfte half sicher, aber man konnte als Außenstehender kaum einen Unterschied im Spiel bei Kryvbas davor und danach feststellen. Was allerdings kritisiert werden muss, ist die Chancenauswertung – wer so oft auf das gegnerische Tor schießt, muss höher führen und jeden Zweifel über das Ergebnis beseitigen.

Im heutigen Spiel wirkte die gesamte Mannschaft stark und konzentriert. Auffällig war erneut Paulo Vitor mit seinem unglaublichen Laufpensum und seinem Einsatz. Sein Landsmann Bruninho hatte durch seinen genialen Pass den Angriff eingeleitet, der zum Platzverweis Kemkinis führte und dann das einzige Tor des Abends erzielt, das auch, wenn es ein klarer Torwartfehler war, insgesamt natürlich hochverdient war. Torwart Domtschak hatte wenig zu tun, war aber fehlerlos und immer aufmerksam, wenn es nötig war.

Nun folgt erst einmal wieder eine Länderspielpause, und am 22.11. – Samstag – geht es dann erneut zu hause gegen den Tabellennachbarn Metalist 1925. Der Abstand auf Platz 2 beträgt jetzt nur noch 2 Punkte, und trotz des schwachen Saisonstarts sieht es aktuell bezüglich des Ziels, den internationalen Wettbewerb zu erreichen, gar nicht so schlecht aus. Aber die Saison ist noch lang.