[2025/2026] Karpaty – Metalist 1925: 1:2

Heute spielten Karpaty zu hause gegen Metalist 1925, einen Tabellennachbarn, vor dem Spiel einen Punkt hinter Karpaty auf Platz 9. Die Grünweißen standen nach den beiden Siegen vor der Länderspielpause im Tabellenmittelfeld und wollten natürlich dieses Heimspiel nutzen, um näher an die Top-4 heranzurücken.

Auch sein zwischenzeitlicher Ausgleich reichte nicht.

Bei Karpaty standen nach abgebüßter Gelbsperre Kapitän Denys Miroschnitschenko und Mittelfeldbastion Pablo Álvarez wieder zur Verfügung, wofür aber Vladyslav Babohlo seinerseits nach der 4. gelben Karte ein Spiel Zwangspause hatte. Endlich wieder fit war Oleh Fedor, während aber weiter die langfristig verletzten Tymur Stets’kov und Andrij Bulesa sowie Andrij Klishchuk und Ivan Tschaban weiter fehlten. Trotz der etwas entspannten Personalsituation gab es einige überraschende Personalentscheidungen mit Miroschnitschenko und Álvarez initial nur auf der Bank:

Auf der Bank saßen:

Während des Spiels kamen noch Denys Miroschnitschenko (Pavlo Polehenko), Artur Schakh (Yan Kostenko), Igor Neves (Ihor Krasnopir), Fabiano (Paulo Vitor) zum Einsatz.

In Lviv lag Schnee, und Karpaty zeigten sich zu Beginn von ihrer defensiv schwachen Seite. Es war eine Minute gespielt, und nach einem Missverständnis von Tanda und Jean Pedroso lief plötzlich Baton Zabergja unbedrängt mit dem Ball auf Torwart Domtschak zu, war aber über diese unverhoffte Chance wohl selber so überrascht, dass er im Abschluss das Tor knapp verfehlte. Damit war der Takt für diese Spielphase gesetzt – die Grünweißen wirkten nervös, verloren immer wieder den Ball und wackelten hinten, wenn Metalist angriff.

Und diese Schwächen machten wurden dann auch zählbar – es waren 20 Minuten gespielt, Denys Antyukh bekam auf seiner rechten Seite einen weiten halbhohen Diagonalpass etwa auf die Ecke des Strafraums, Polehenko war zwar vor Ort, konnte den Ball aber nicht kontrollieren und legte ihn Antyukh im Grunde noch auf den Fuß, so dass dieser in den Strafraum eindringen und aus kurzer Distanz verwandeln konnte – 0:1, und dieser Spielstand war zu diesem Zeitpunkt leider absolut verdient.

Und es wurde nicht besser. Nur 4 Minuten später musste Domtschak gleich zweimal aus kurzer Distanz retten. Die Karpaty-Defensive war völlig verunsichert, und die Mannschaft musste einen Rückstand aufholen. Nach 38 Minuten gab es dann endlich Grund zum Jubeln – Bruninho kam in der gegnerischen Hälfte an den Ball, nahm Maß und gönnte sich aus 18 Metern einen Schuss, der unhaltbar für Danylo Varakuta halbhoch rechts einschlug. Das war reine individuelle Klasse und einer der Gründe, warum der Brasilianer für das Team so wichtig ist.

Der Ausgleich änderte aber am Spielverlauf nichts – Karpaty bekamen das Spiel nicht in den Griff und machten immer wieder unnötige Fehler. Bruninho hatte kurz vor dem Pausenpfiff noch eine weitere Chance, aber es blieb beim insgesamt etwas schmeichelhaften 1:1 beim Gang in die Kabine.

Es ging ohne personelle Änderungen in die zweite Hälfte. Karpaty waren erneut fast umgehend defensiv in Schwierigkeiten. Und es waren auch erst 50 Minuten gespielt, als Metalist erneut in Führung ging – Antyukh war auf seiner rechten Seite erneut nicht unter Kontrolle zu bringen und wollte offenbar eigentlich flanken, doch der Ball flog an Freund und Feind vorbei ins Tor. Erneut muss man sagen, dass dieser Spielstand dem bisherigen Spielverlauf entsprach und vollkommen verdient war. Bei Karpaty war vor dem eigenen Tor Tag der offenen Tür, und die Gäste ließen sich nicht zweimal bitten.

Nun musste also erneut ein Rückstand aufgeholt werden, und die Grünweißen verstärkten ihre Angriffsbemühungen. Tatsächlich sah das nun auch ein wenig besser aus als noch in der ersten Hälfte. Nach 62 Minuten gab es die ersten Wechsel – Miroschnitschenko erlöste den völlig überforderten Polehenko und Schakh ersetzte Kostenko. Eine Viertelstunde später kam dann noch Igor Neves für Krasnopir und Fabiano für Paulo Vitor. Das Spiel neigte sich dem Ende entgegen, und Karpaty schafften es immer noch nur hin und wieder, vor dem gegnerischen Tor für Gefahr zu sorgen.

Es gab 4 Minuten Nachspielzeit. Karpaty hatten noch einmal eine Chance durch einen Freistoß direkt an der Strafraumgrenze. Bruninho trat an, schoss den Ball aber in die Mauer. Den abprallenden Ball bekam er erneut auf den Fuß und schloss direkt ab, worauf die Karpaty-Spieler erregt auf Handspiel reklamierten. Der Schiedsrichter gab Elfmeter, ging aber noch einmal an den Bildschirm und nahm dann seine Entscheidung zurück. Es folgten hektische Schlussminuten, bei denen keiner wusste, wie viel Nachspielzeit nach der langen Unterbrechung nun noch hinzukommen würde. Aber es nützte alles nichts, es blieb beim insgesamt leistungsgerechten 1:2.

Fazit

Karpaty haben sich erneut von ihrer launischen Seite gezeigt. Darüber, warum nach den starken Leistungen zuletzt vor der Länderspielpause wieder so ein Einbruch kam, kann man trefflich spekulieren. Sicher ist es nicht hilfreich, wenn man in einer starken Phase plötzlich wieder pausieren muss, aber dieses Problem haben andere Teams auch.

Es ist nicht bekannt, warum Kapitän Miroschnitschenko nicht in der Startaufstellung, ob er nicht fit für 90 Minuten war oder ob es andere Gründe für diese Entscheidung gab, aber auf der linken Abwehrseite war Polehenko mit Antyukh völlig überfordert, was immer wieder für Gefahr sorgte. Nach dem Wechsel in der zweiten Hälfte wirkte die linke Seite etwas stabilisiert, aber das reichte bei weitem nicht – Metalist war über die gesamte Spieldauer klar die besser Mannschaft.

Der heutige Gegner war stark, aber nicht so stark wie andere, die die Grünweißen in den letzten Wochen geschlagen hatte. Die heutige Niederlage ist die logische Konsequenz einer ganz schwachen Vorstellung der Mannschaft, und es bleibt ein großes Rätsel, woher immer wieder diese Leistungseinbrüche kommen. Nächste Woche gibt es ein – vermeintlich – einfacheres Spiel bei Veres. Aber mit einem Spiel wie heute wird man die auch nicht schlagen können.