[2025/2026] Chefscout Korniyenko geht – das Ende von PASS bei Karpaty?

Der Club hat nicht nur einen neuen Trainer – es stehen auch weitere, größere Änderungen an. Heute wurde bekannt, dass Chefscout Hlib Korniyenko den Verein verlässt. Geht mit ihm auch PASS?

Der Verein hat heute auf seiner offiziellen Webseite bekanntgegeben, dass Chefscout Hlib Korniyenko „im gegenseitigen Einvernehmen“ den Club verlässt. Diese kurze Nachricht deutet auf einen größeren Umbruch hin.

Korniyenko war im Sommer 2024 zum Verein gestoßen – dem selben Sommer, in dem auch Vladyslav Lupaschko als Jugendtrainer verpflichtet wurde und dem selben Sommer, in dem wenig später Myron Markevytsch zurücktrat und den Weg für Lupaschko freimachte. Vorher hatte es etliche Meldungen gegeben, dass Markewytsch und Korniyenko nicht gerade ein Dreamteam gewesen seien und es hinter den Kulissen ordentlich Krach gegeben habe.

Korniyenko war vorher – wie auch Andrij Rusol, der im selben Sommer kam – bei Dnipro-1 tätig gewesen und die Scoutingagentur PASS gegründet, die bei Karpaty Lviv aber auch überhaupt im ukrainischen Fußball stark umstritten war. Der „lateinamerikanische Vektor“ bei Karpaty (auch: Los Karpatos 2.0) geht direkt auf PASS zurück und war einer der Punkte, mit denen Markevytsch nicht einverstanden war, der zum Erreichen der Vereinsziele „fertige“ statt junge Spieler brauchte, bei denen unklar war, ob sie das notwendige Niveau überhaupt erreichen würden.

Weitere Kritikpunkte gegenüber PASS und Korniyenko bei Karpaty lassen sich mit dem Begriff „Interessenkonflikt“ zusammenfassen. PASS-Mitarbeiter arbeiteten gleichzeitig als Scouts und Funktionäre bei ihren Clubs – oft in großer Nähe zu Vereinsführungen, was zum Vorwurf einer Monopolisierung des Scoutings führte. Außerdem soll Korniyenko, so behaupten Quellen, nicht nur für Karpaty, sondern auch für andere Clubs tätig gewesen sein.

Die Bilanz von Korniyenkos Tätigkeit für Karpaty ist gemischt. Mit Bruninho und Jean Pedroso wurden zwei wichtige Stammspieler (oft auch Schlüsselspieler) verpflichtet, während andere – oft noch sehr junge – Spieler bisher nicht den Durchbruch geschafft haben. Dabei ist aber der „lateinamerikanische Vektor“ in Lviv ohnehin nicht unumstritten, wo die Stadt doch als eine Talentschmiede gilt und die Karpaty-Akademie eine ganze Reihe Spieler produziert hat, die auch aktuell noch in der UPL oder auch im Ausland spielen.

Was könnte dieser Abschied bedeuten? Unmittelbar möchte man vermuten, dass der Club sich in Zukunft stärker auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs konzentrieren will. Außerdem hat man durch die Verpflichtungen vom Partnerclub Rukh nennenswert Verstärkung bekommen. Gleichwohl wird man, wenn man um die internationalen Wettbewerbe mitspielen will, auch immer wieder „fertige“ Spieler vom Transfermarkt benötigen – also wird das Scouting sicher neu aufgestellt und personell besetzt werden müssen.

Derzeit ist unklar, der Abgang Korniyenkos auch das Ende des Einflusses von PASS bei Karpaty bedeutet. Offene Quellen geben aktuell nicht her, wer derzeit noch beim Verein im Scouting tätig ist. Im letzten Jahr tauchte mehrfach der Name Anton Karpovytsch auf. Karpovytsch gilt als PASS-„Absolvent“, also jemand, der in deren Strukturen gelernt hat. Es ist aber nicht bekannt, ob er überhaupt noch für Karpaty tätig ist und wie eng er mit PASS verbunden ist.

Wir werden abwarten müssen. Möglicherweise wird der Verein selber in der nächsten Zeit einen neuen Chefscout präsentieren, wodurch die Dinge dann vielleicht etwas klarer werden.


Eine ständig aktualisierte Liste aller aktuellen Spieler, Kaderveränderungen und Gerüchte befindet sich auf unserer Seite Karpaty Lviv – der Kader.