Heute spielten Karpaty ihr erstes Sparring unter dem neuen Trainer Fran Fernández. Gegner war der aktuelle Vizemeister der koreanischen ersten Liga, Daejeon Hana Citizen.

Personell war die Mannschaft noch nicht komplett – Tymur Stets’kov, Andrij Bulesa und Volodymyr Adamyuk trainieren aufgrund ihrer Verletzungen noch getrennt von der Arbeit, während Ilya Kvasnytsya aufgrund einer Erkältung noch nicht zur Verfügung stand.
Gespielt wurde in einem neuen Spielsystem – das gewohnte 4:1:4:1 war einem 4:2:3:1 gewichen. Pablo Álvarez fehlte aufgrund einer Trainingsverletzung, und Igor Neves saß aufgrund von gesundheitlichen Problemen nur auf der Bank, weshalb Yaroskav Karabin auf seiner alten Position (wie schon 2020 beim PFK Karpaty vor seinem Wechsel zu Rukh) im Angriffszentrum spielte. Folgende Spieler standen in der Startaufstellung:
- Roman Mysak (TW)
- Oleksij Sytsch (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Jean Pedroso (IV)
- Rostyslav Lyakh (LV)
- Edson (ZDM)
- Ivan Tschaban (ZDM)
- Ambrosij Tschatschua (RM)
- Oleh Fedor (ZM)
- Paulo Vitor (LM)
- Yaroslav Karabin (MS)
Auf der Bank saßen:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Artem Demkiv (TW)
- Denys Miroschnitschenko (RB)
- Mykola Kyrytschok (IV)
- Vitalij Kholod (IV)
- Jurij Kokodynyak (RV)
- Marko Sapuha (ZDM)
- Stênio (RW)
- Artur Schakh (ZAM)
- Fabiano (LW)
- Yan Kostenko (LW)
- Igor Neves (MS)
Nach der ersten Halbzeit wurde durchgewechselt:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Jurij Kokodynyak (RV)
- Mykola Kyrytschok (IV)
- Vitalij Kholod (IV)
- Denys Miroschnitschenko (LB)
- Marko Sapuha (ZDM)
- Stênio (RW)
- Artur Schakh (ZM)
- Fabiano (LW)
- Yan Kostenko (MS)
Im weiteren Verlauf kamen noch Igor Neves (Fabiano) zum Einsatz.
Nach einem verhaltenen Beginn dauerte es nur 7 Minuten bis zum ersten Tor – Fedor spielte sehr schön aus dem Mittelfeld steil auf Karabin, der links vor dem gegnerischen Strafraum an den Ball kam und aus der Distanz flach ins rechte Eck abschloss – 1:0. Daejeon kam ebenfalls zu Chancen, etwa durch einen Freistoß nach 15 Minuten, der nur den Pfosten traf. Nach 19 Minuten geriet die Karpaty-Abwehr richtig in Schwierigkeiten, als João Victor nach schöner Einzelaktion zum Schuss kam und dann auch diverse Nachschüsse gerade noch abgewehrt werden konnten.
Nach 25 Minuten stand es dann 1:1. Mysak hatte nach einem Rückpass auf Edson gespielt, der den Ball aber nicht kontrollieren konnte, so dass Bong-soo Kim ihm den Ball abnehmen konnte, auf Jin-su Seo abspielte, der weiter auf Diogo Oliveira, welcher dann ins leere Tor einschießen konnte. Das war aus Karpaty-Sicht ein unnötiger Gegentreffer, wurde aber dem Spielverlauf zu diesem Zeitpunkt durchaus gerecht.
Es ging offensiv auf beiden Seiten weiter. Paulo Vitor zeigte nach 34 Minuten einen schönen Distanzschuss, der aber nur am Pfosten landete. Nach 37 Minuten waren dann beide Mannschaften nur noch zu zehnt: nach einem üblen Foul an Oleh Fedor gerieten die Spieler beider Mannschaften aneinander, und besonders die Brasilianer kriegten ihr Temperament nicht in den Griff. Nach einem Handgemenge zeigte der Schiedsrichter sowohl Edson als auch João Victor die rote Karte.
Es ging nach ereignisreichen ersten 45 Minuten mit 1:1 in die Pause. Zum Wiederanpfiff wurde das gesamte Team durchgetauscht, und es standen einige der Jugendspieler auf dem Platz.
Nach 62 Minuten erzielte nach einer Ecke Kostenko das nächste Tor – es wurde aber aufgrund einer Regelverletzung, die nicht so richtig erkennbar war, nicht gegeben. Für die letzte Viertelstunde kam dann noch einmal Igor Neves auf den Platz, für ihn ging Fabiano.
Das Spiel plätscherte für weite Teile der 2. Hälfte so vor sich hin. Karpaty hatten mehr Ballbesitz und das offensivere Team, während Daejeon auf Konter setzte. Ein solcher führte dann auch zum etwas überraschenden 1:2 – Min-duk Kim kam allein auf Miroschnitschenko zu, der halb klären konnte, der zurückgeeilte Kostenko konnte ihn aber nicht kontrollieren, so dass Jin-ya Kim zum Abschluss kam.
Danach passierte nicht mehr viel, und nach 3 Minuten Nachspielzeit war dann Schluss.
Video-Aufzeichnung (nur mit ukrainischer IP zu empfangen)
Fazit
Neuer Trainer, neues System. Auffällig war, dass mit deutlich mehr Pressing gespielt wurde, als das noch unter Lupaschko der Fall gewesen war. Das ist schon einmal ein gutes Zeichen. Die Aufstellung heute dürfte noch ein Stück von der entfernt sein, mit der die Mannschaft nach der Winterpause auftreten wird, dazu fehlten heute zu viele Spieler aufgrund von Krankheit und Verletzung.
Interessant ist aber, dass anders als unter Lupaschko heute mit einem echten Spielmacher gespielt wurde – Oleh Fedor war als Ballverteiler einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. In der Offensive wurde improvisiert: Karabin, eigentlich Winger, spielte im Sturmzentrum, und da auch Kvasnytsya fehlte, spielte Tschatschua im rechten Mittelfeld – also gab es links mit Paulo Vitor einen echten Winger, rechts aber keinen.
Nach dem Wiederanpfiff half Kostenko im Sturmzentrum aus, mit Fabiano und Stênio gab es aber richtige Winger. Generell war aber zu spüren, dass das Niveau der ersten Hälfte nicht gehalten werden konnte, was wohl auch daran lag, dass weniger der bewährten Stammspieler auf dem Platz standen. Gut gefiel aber, dass Schakh auf der „10“ spielte – der Position, die er auch in der U21-Nationalmannschaft besetzt. Unter Lupaschko war er ja fast immer als Winger zum Einsatz gekommen.
Ärgerlich war der Platzverweis in der ersten Hälfte, da danach die Formation geändert werden musste. Es ging dann faktisch mit einem 4:1:3:1 weiter, was sicherlich nicht ideal ist, wenn die Mannschaft sich an die neue Formation gewöhnen soll.
Insgesamt war der Gegner vom Niveau her knapp auf Augenhöhe, so dass sich ein interessantes Spiel entwickeln konnte, das hoffentlich für das Trainerteam einige Aufschlüsse zu bieten hatte. Der nächste Gegner in der UPL wird aber Schakhtar heißen, und der ist doch deutlich stärker als der heutige. Die für diese Winterpause bisher bekannten Sparringspartner sind alle nicht stärker als Karpaty einzuschätzen, man wird abwarten müssen, ob es noch gelingt, einen höherkarätigen Partner zu finden.
