[2025/2026] Sparring: Karpaty – Odense: 2:3

Heute spielten Karpaty ihr drittes Sparring im spanischen Trainingslager. Gegner war der dänische Erstligist Odense. Dies ist ein sehr interessanter Club, der vom Leistungsvermögen her ungefähr auf dem selben Nivau wie die Grünweißen stehen sollte.

Photo: Youtube

Die langfristig verletzten Tymur Stets’kovAndrij Bulesa und Volodymyr Adamyuk waren noch nicht bereit für einen Einsatz, dafür standen Pablo Álvarez und Nasar Domtschak wieder zur Verfügung, während Bruninho vermutlich schon auf dem Weg nach Israel war.

Die Formation war heute wieder das altbekannte 4:1:4:1. Heute begann Yan Kostenko als Mittelstürmer. Folgende Spieler standen in der Startaufstellung:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf kamen noch Marko Sapuha (Edson), Ilya Kvasnytsya (Paulo Vitor), Fabiano (Stênio), Yaroslav Karabin (Yan Kostenko), Jurij Kokodynyak (Denys Miroschnitschenko), Oleksij Sytsch (Rostyslav Lyakh), Artur Schakh (Ambrosij Tschatschua), Mykola Kyrytschok (Vladyslav Babohlo), Vitalij Kholod (Jean Pedroso), Ivan Tschaban (Edson), Igor Neves (Ilya Kvasnytsya) zum Einsatz.

In der Spielanlage war ein deutlicher Unterschied zu beobachten: Odense spielte mit hochaufgerücktem Pressing und attackierte tief in der Hälfte der Grünweißen. Die wiederum versuchten – ähnlich wie zuvor unter Vladyslav Lupaschko – von hinten heraus zu spielen und über Ballkontrolle zu ihren Chancen zu kommen. Zu Chancen kam in dieser Anfangsphase des Spiels keine der Mannschaften. Im Grunde neutralisierten sich beide Teams bei allen Unterschieden letztlich doch gegenseitig.

Die erste richtige Torchance gab es nach 38 Minuten für Odense. Jean Pedroso brachte einen in den Strafraum fliegenden Ball nicht unter Kontrolle, wodurch Noah Ganaus zum Schuss kam, aber über das Tor hinweg schoss. Und nur wenige Minuten später fiel das 0:1, als nach einer flachen Flanke von rechts eben wieder Noah Ganaus dieses Mal richtig zielte. Und es wurde nicht besser. Wieder nur wenige Minuten später stand es schon 0:2 nach einer Bogenlampe von Anssi Suhonen, der ausnutzte, dass Nasar Domtschak etwas zu weit vor dem Tor stand. Und es ging gleich munter weiter: wieder nur wenige Minuten später kam Stênio links auf der eigenen Seite an den Ball, sprintete über den Platz und schloss cool ab zum 1:2 – mehr eine Einzelaktion als ein durchdachter Spielzug, zeigte aber auch, wo ein so hoch aufgerückter Gegner verwundbar ist. Nachach ging es dann bald in die Pause.

Nach Wiederanpfiff ging es zunächst ohne Wechsel weiter, aber schon nach 5 Minuten auf dem Platz wechselte der Trainer – für Edson kam Sapuha. Außerdem tauschte Paulo Vitor mit Stênio die Seite. Eben jener Paulo Vitor musste nach 57 Minuten mit einer Blessur das Feld verlassen – für ihn kam Kvasnytsya. Nach 63 Minuten kam dann die bereits erwartete größere Auswechselung.

10 Minuten später fiel dann sogar der Ausgleich durch Tschaban. Wie der zustande gekommen war, war in der Video-Übertragung leider nicht zu sehen. Aber schon kurze Zeit danach ging Odense mit 2:3 in Führung – natürlich durch einen Konter; es traf Jona Niemiec. Das Niveau der Partie war in der zweiten Hälfte etwas höher als in der ersten. Allerdings waren Karpaty nach wie vor anfälliger für Konter. Es blieb am Ende beim insgesamt leistungsgerechten 2:3.

Direkter Link zum 0:1 (41″, Noah Ganaus), 0:2 (42″, Anssi Suhonen), 1:2 (44, Stênio), 2:2 (68″, Ivan Tschaban), 2:3 (71″, Jona Niemiec)

Fazit

Die Spielanlage der Grünweißen heute erinnerte, wie schon oben erwähnt, der unter Vladyslav Lupaschko. Das ist, vor allem gegen personell besser aufgestellte Gegner, etwas riskant: wenn einmal „der Wurm drin“ ist, die ganzen kleinen Pässe nicht ankommen, bringt man den Gegner ohne Not immer wieder in aussichtsreiche Positionen. Das genau war immer wieder der Kritikpunkt der Hinserie gewesen. Und genau das bekam das Trainerteam heute schön vorgeführt: Konteranfälligkeit, Abhängigkeit des Aufbauspiels davon, dass die Mannschaft insgesamt konzentriert agiert und nicht personell deutlich schlechter ist als der jeweilige Gegner.

Personell gibt es ja auch einige große Fragezeichen. Yan Kostenko und Yaroslav Karabin, eigentlich Flügelspieler, haben in den bisherigen Spielen die Lücke vorn im Sturmzentrum ausgefüllt. Bisher ist ja gerade für diese Position keine Verstärkung zu erwarten, und Igor Neves scheint nach wie vor nicht das Vertrauen des Trainerteams zu haben. Nun ist er auch kein klassischer Mittelstürmer, sondern eher eine „hängende 9“, aber diese Charakteristik sollte ja eigentlich bei der bisher gesehenen Spielanlage durchaus kein Nachteil sein; er ist ja bekannt dafür, dass er unermüdlich schon im Mittelfeld Bälle erkämpft und dann verteilt.

Bei der Formation scheint hier vor allem die Komposition des Kaders die Mutter des Gedankens zu sein. Im ersten Spiel hatte Fran Fernández ja das 4:2:3:1 spielen lassen, für das er bekannt ist, aber das hieß, dass in der Dreierreihe vor dem Mittelstürmer, wenn die Leistungsträger zum Einsatz kommen, nur mit maximal einem echten Flügelspieler gespielt werden konnte. Der sich abzeichnende Abgang von Pablo Álvarez könnte diese Annahme unterstützen, da sonst mit ihm sowie Edson, Sapuha und Tschaban ein ziemliches Gedränge auf der Position des haltenden Mittelfelspielers entstünde.

Es bleibt unklar, welchen Fußball Fran Fernández spielen lassen will. Das heute sah weitgehend wie eine Fortsetzung der Hinserie der Saison aus, und man könnte argumentieren, dass, wenn man im Grunde den selben Stil weiterspieln möchte, man eigentlich auch mit Vladyslav Lupaschko hätte weitermachen können. Nun stehen natürlich noch einige Trainingsspiele bevor, und man wird sehen, welche Entwicklung (und ob?) die Mannschaft i weiteren Verlauf des Trainingslagers zeigt.