Heute spielten Karpaty ihr fünftes Trainingsspiel im spanischen Trainingslager. Gegner war der schwedische Erstligist GAIS.

Die langfristig verletzten Tymur Stets’kov, Andrij Bulesa und Volodymyr Adamyuk waren noch nicht bereit für einen Einsatz. Oleh Fedor hatte sich in der vergangenen Woche von einer leichten Verletzung erholt, Rostyslav Lyakh war aus unbekannten Gründen nicht im Kader, und Bruninho war auch nicht zu sehen.
Die Formation war heute ein 4:2:3:1, wobei Yan Kostenko erneut als Stürmer aushelfen musste (Baboucarr Faal stand aus unbekannten Gründen offenbar noch nicht zur Verfügung):
- Nasar Domtschak (TW)
- Oleksij Sytsch (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Jean Pedroso (IV)
- Denys Miroschnitschenko (LB)
- Ambrosij Tschatschua (ZDM)
- Edson (ZDM)
- Stênio (RW)
- Artur Schakh (ZAM)
- Paulo Vitor (LW)
- Yan Kostenko (MS)
Auf der Bank saßen:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Roman Mysak (TW)
- Artem Demkiv (TW)
- Mykola Kyrytschok (IV)
- Fabiano (LW)
- Ilya Kvasnytsya (RW)
- Ivan Tschaban (ZM)
- Oleh Fedor (ZM)
- Yaroslav Karabin (ZM)
- Marko Sapuha (ZDM)
- Jurij Kokodynyak (RV)
- Vitalij Kholod (IV)
Im weiteren Verlauf kamen noch Jurij Kokodynyak (Denys Miroschnitschenko), Marko Sapuha (Edson), Yaroslav Karabin (Paulo Vitor), Ivan Tschaban (Artur Schakh), Oleh Fedor (Ambrosij Tschatschua), Fabiano (Oleksij Sytsch), Ilya Kvasnytsya (Stênio) zum Einsatz.
GAIS wirkte in seiner Spielanlage etwas reifer als die Grünweißen. Nachdem das Spiel für eine Weile hin und her gelaufen war, kamen die Schweden dann auch zu ihrer ersten großen Torchance, als nach einem Fehler von Edson plötzlich 2 GAIS-Stürmer vor Domtschak auftauchten, der sich tapfer dazwischen warf und auch ein wenig Glück hatte, weil der quer zum Einschieben gelegte Ball etwas ungenau war, so dass Rasmus Niklasson Petrovic nach links ausweichen musste und somit der Karpaty-Abwehr die notwendige Zeit gab, sich wieder zu formieren.
Zur Mitte der ersten Hälfte konnten die Grünweißen das Spiel ein wenig mehr in die gegnerische Hälfte verlagern und kamen auch zu einigen Momenten in Strafraumnähe. Allerdings hatten sie einige Probleme mit dem konsequenten Pressing, das GAIS spielte, was immer wieder zu Ballverlusten und Kontern führte. Erschwerend kam auch der starke Wind dazu, der gerade hoch geschlagene Bälle immer wieder fröhlich ganz woanders hin wehte, was dann mitunter nach Ungenauigkeit seitens der Spieler aussah, die dabei aber meist unschuldig waren.
Nach 39 Minuten kamen Karpaty zu ihrer größten Chance der ersten Hälfte, als die GAIS-Deckung für einen kleinen Moment etwas offener war und Paulo Vitor nach schöner Kombination an Andreas Hermansen scheiterte. Kurz vor dem Pausenpfiff wurde es dann noch einmal etwas hektisch – nach einigen harten Tacklings bildete sich eine Gruppe von Spielern, die einander noch einmal ganz genau sagen wollten, was sie davon hielten. Der Schiedsrichter zeigte gelb – wem genau, wurde nicht deutlich – und alle beruhigten sich wieder. Es ging torlos in die Pause.
Nach Wiederanpfiff ging es zunächst ohne personelle Änderungen weiter. Der sehr aktive Stênio kam zu einer schönen Torchance per Kopf, nachdem er sich im Mittelfeld ein wenig durchgetankt hatte. Aber nur wenige Minuten später stand es 0:1 – bei einer weiten Flanke war die Karpaty-Innenverteidigung unaufmerksam, vielleicht auch war der Wind für eine etwas unberechenbare Flugbahn verantwortlich, aber Samuel Salter kam am Rande des Fünfmeterraums unbedrängt zum Abschluss.
Nach 70 Minuten wurde dann gewechselt – vier neue Spieler kamen auf den Platz. 10 Minuten später kam dann noch eine weitere Dreiergruppe. Es ging noch ein wenig hin und her, aber es blieb am Ende beim insgesamt leistungsgerechten 0:1.
Fazit
GAIS war ein Gegner, den man aufgrund der personellen Kaderstärke vielleicht unterschätzen könnte. Tatsächlich spielte die Mannschaft einen taktisch sehr disziplinierten Fußball und machte dabei sehr wenige individuelle Fehler. Karpaty taten sich gegen das systematische Pressing – ein Stil, den Trainer Fran Fernández mit der Mannschaft ja selber spielen will – ungeheuer schwer, und die höhere Fehlerquote machte das Ganze nicht besser. Insofern war dies sicher ein aufschlussreiches Spiel, auch wenn es vor allem dazu dienen dürfte, die Schwächen in der Mannschaft zu analysieren.
Bei den schwierigen Witterungsbedingungen waren Einzelaktionen oft das beste Mittel, und hier fiel Stênio auf, der sehr fleißig war und immer mal wieder gern ein Dribbling riskierte. Auf der „9“ konnten weder Yan Kostenko noch Yaroslav Karabin sich besonders profilieren, was aber auch ein wenig daran liegen dürfte, dass das Mittelfeld kaum Abschlusssituationen für einen Mittelstürmer produzierte. Nasar Domtschak im Tor begann ein wenig nervös, kam dann aber immer besser ins Spiel und war sowohl auf der Linie als auch mit dem Ball gewohnt stark.
Morgen folgt gleich das nächste Sparring, Gegner wird der isländische Erstligist Stjarnan Gardabaer sein, auf dem Papier wieder deutlich „leichter“ als der heutige Gegner – aber was heißt das schon.
