[2025/2026] Sparring: Karpaty – Stjarnan Gardabaer: 1:2

Heute spielten Karpaty ihr 6. (und vorletztes) Sparring im spanischen Trainingslager. Gegner war der isländische Erstligist Stjarnan Gardabaer, auf dem Papier eigentlich ein leichter Gegner. Angesichts der bisher eher ernüchternden Leistungen und des in schon 2 Wochen anstehenden Ligaspiels gegen Schakhtar wird die Zeit zum Einspielen, Lernen neuer Konzepte und das notwendige Finetuning langsam spürbar knapp.

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Die langfristig verletzten Tymur Stets’kovAndrij Bulesa und Volodymyr Adamyuk waren noch nicht bereit für einen Einsatz. Rostyslav Lyakh fehlte aufgrund einer Erkältung, Bruninho war wohl aufgrund seines bevorstehenden Wechsels nicht im Kader; weiterhin fehlten Nasar Domtschak, Edson und Denys Miroschnitschenko, die gestern gespielt hatten.

Die Formation war heute ein 4:2:3:1, wobei Yaroslav Karabin als Stürmer aushalf. Baboucarr Faal war nun endlich im Kader, begann aber von der Bank:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf kamen noch Andrij Klishchuk (Roman Mysak), Jean Pedroso (Vladyslav Babohlo), Stênio (Ilya Kvasnytsya), Paulo Vitor (Fabiano), Artur Schakh (Ivan Tschaban), Yan Kostenko (Yaroslav Karabin), Ambrosij Tschatschua (Marko Sapuha), Oleksij Sytsch (Jurij Kokodynyak), Baboucarr Faal (Oleh Fedor) zum Einsatz.

Das Spiel begann, bevor es überhaupt richtig angefangen hatte, mit einem Rückstand: Gardabaer hatte Eckball, spielte dabei eine schöne, offenbar eingeübte Kombination ab, an deren Ende Innenverteidiger Gudmundur Kristjánsson aus 7 Metern frei zum Schuss kam, und es stand 0:1.

Nach diesem unglücklichen Start entwickelten Karpaty aber über die nächsten 20 Minuten langsam eine gewisse Dominanz, und der individuell stärker besetzte Kader machte sich dabei ein wenig bemerkbar. Nach 21 Minuten fiel dann auch verdient der Ausgleich zum 1:1 – die Karpaty-Offensivspieler störten effektiv beim Versuch, aus der eigenen Verteidigung heraus zu spielen, wobei dann Ibrahim Turay kurz vor dem Strafraum den Ball nicht unter Kontrolle bringen konnte, ihn eigentlich aus der Gefahrenzohne schlagen wollte, und ihn dann direkt ins rechte Eck einschoss. Das war quasi ein erzwungenes Eigentor.

Karpaty blieben überlegen, und nun kam man auch häufiger mal vor dem gegnerischen Tor zu Chancen, die Führung zu erzielen. Oleh Fedor hatte es quasi auf dem Fuß, als er von Karabin frei vor dem Torwart ins Spiel gebracht worden war, aber er verfehlte das Tor knapp. Er ist nun einmal eher ein Vorbereiter als Vollstrecker. Kurz danach pfiff der Schiedsrichter zur Pause.

Zum Wiederanpfiff gab es zwei Wechsel: Klishchuk für Mysak und Jean Pedroso für Babohlo. Ansonsten begann die zweite Hälfte wie schon zuvor die erste – mit einem Gegentreffer. Die Karpaty-Abwehr sah bei einer Flanke von rechts nicht gut aus, Damil Dankerlui konnte zwar nicht abschließen, wich dafür aber nach links aus, von wo er dann flach ins Zentrum spielte, wo Haukur Brink den Ball zwischen zwei Verteidigern hindurch ins Tor spitzelte.

Nach 56 Minuten gab es die nächste Wechselrunde – Stênio, Paulo Vitor und Schakh, 10 Minuten später kam dann noch Yan Kostenko. Gardabaer hatte eine Riesenchance, als die Karpaty-Abwehr erneut bei einer Flanke von rechts die Übersicht verlor und Klishchuk den Ball nicht aus der Luft pflücken konnte. Insgesamt fehlte der Zug zum Tor, den wir noch im zweiten Teil der ersten Hälfte gesehen hatten – die Fehlerquote wuchs, es gab kaum sauber zuende gespielte Kombinationen.

Für die letzten 20 Minuten kam dann auch endlich Faal zu seinem Debut. Er war ja erst gestern eingetroffen und hatte noch nicht einmal mit der Mannschaft trainiert, aber natürlich warteten alle darauf, ihn auf dem Platz zu sehen. So richtig in Szene setzen konnte er sich aber auch nicht mehr. Die Mannschaft erspielte einfach zu wenig Chancen, bei denen sie einen Mittelstürmer ins Spiel bringen könnte. Es blieb bei der knappen Niederlage nach enttäuschendem Spiel.

Mit ukrainischer IP (z.B. VPN), direkter Link zum 0:1 (3″, Gudmundur Kristjánsson), 1:1 (21″, Ibrahim Turay, ET), 1:2 (46″, Haukur Brink)

Fazit

Das war erneut nicht überzeugend. Der heutige Gegner war solide, aber personell deutlich schwächer besetzt als die Grünweißen. Bei Karpaty war heute zwar nicht die stärkste Mannschaft am Start gewesen, einige Spieler waren nach dem Spiel gestern geschont worden, aber das Problem war vor allem das Fehlen von Spielfluss und Zielstrebigkeit. Zu viele Bälle wurden durch Abspielfehler verloren, zu oft musste man in die eigene Hälfte zurückeilen und Angriffe wieder von vorn aufbauen. Gegen gestandene UPL-Konkurrenz würde die Mannschaft mit dem, was wir heute (und in den anderen Sparrings) gesehen haben, satte Niederlagen einfahren. Von einer Orientierung auf die obere Gruppe in der Tabelle ist man aktuell meilenweit entfernt.

Positiv ist anzumerken, dass es immer wieder Freude macht, Oleh Fedor als Lenker im zentralen Mittelfeld zu sehen. Auch wenn ihm manches nicht gelingt, traut er sich, die öffnenden Pässe zu spielen und damit Chancen einzuleiten. Ilya Kvasnytsya auf dem rechten Flügel zeigt immer mal wieder Momente, wo man seine technische Klasse sieht. Er tut sich jedoch weiterhin schwer, wenn er es mit physisch robust agierenden Gegenspielern zu tun hat.

Der junge Jurij Kokodynyak in der rechten Außenverteidigung wirkte oft überfordert, der Abstand zu Oleksij Sytsch ist doch noch erheblich. Aber er hat ja noch viel Zeit, sich weiterzuentwickeln. Im Tor war Mysak am Gegentreffer schuldlos und zeigte ansonsten eine ruhige und fehlerfreie Leistung, während sein Ersatz in der zweiten Hälfte, Andrij Klishchuk, sich doch einige Unsicherheiten leistete.

Mit Baboucarr Faal hat die Mannschaft nun einen echten Mittelstürmer. Jetzt muss sie schnell lernen, wie man spielen muss, dass er auch eine Wirkung entfalten kann. Heute musste er oft zurückfallen, um sich Bälle zu erobern, und es war deutlich, dass das nicht die Art von Spiel ist, wo er seine Stärken hat.

Trainer und Mannschaft haben nun eine knappe Woche Zeit, am Feinschliff zu arbeiten. Der Kader dürfte in der aktuellen Form wohl der sein, mit dem es in die Rückrunde geht (ohne Bruninho, und in Sachen Jean Pedroso hat es auch länger keine Neuigkeiten gegeben). Es wirkt immer noch vieles unfertig. Das letzte Trainingsspiel (gegen den chinesischen Erstligisten Tianjin) wird dann am Freitag stattfinden, bevor es in die Heimat zurück geht und dann am 22.02. der Gegner Schakhtar wartet.