[2025/2026] Sparring: Karpaty – Tianjin: 1:0

Heute spielten Karpaty ihr letztes Sparring im spanischen Trainingslager. Gegner war der chinesische Erstligist Tianjin. Das Spiel fand hinter verschlossenen Türen statt und dauerte 120 statt der üblichen 90 Minuten.

Die langfristig verletzten Tymur Stets’kovAndrij Bulesa und Volodymyr Adamyuk fehlten weiter. Im Kader waren auch 2 Spieler, die der Club sich für eine etwaige Verpflichtung näher anschauen wollte. Bruninho hatte dem Vernehmen nach bereits vor einer Weile schon die Mannschaft verlassen und trainiert mit Metalist 1925 (ohne dass der Wechsel bisher offiziell ist).

Die Formation war heute (vermutet, es gab keine Live-Bilder) ein 4:2:3:1, wobei nun endlich Baboucarr Faal auf der „9“ begann:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf kamen noch Marko Sapuha (Edson), Paulo Vitor (Baboucarr Faal), Denys Miroschnitschenko (Oleksij Sytsch), Yaroslav Karabin (Yan Kostenko), Artur Schakh (Ambrosij Tschatschua), unbekannter Spieler (Oleh Fedor), Jurij Kokodynyak (Rostyslav Lyakh), Mykola Kyrytschok (Vladyslav Babohlo), Vitalij Kholod (Jean Pedroso), Ilya Kvasnytsya (Stênio), Artem Demkiv (Nasar Domtschak), Fabiano (?), unbekannter Spieler (?) zum Einsatz.

Die erste Halbzeit endete torlos. Karpaty hatten das Spiel bestimmt und weitgehend in die gegnerische Hälfte verlegt, ohne jedoch große Chancen zu produzieren.

Die zweite Hälfte begann ohne personelle Änderungen. Die kamen dann im Verlauf der folgenden 45 Minuten, u.a. rückte Kostenko für den ausgewechselten Faal wieder auf die „9“. Nach 83 Minuten gingen Karpaty in Führung durch ein Eigentor eines Tianjin Abwehrspielers nach einer Flanke von Miroschnitschenko.

Es folgte die vorher vereinbarte „Verlängerung“ um weitere 30 Minuten, für die dann wieder einige Wechsel stattfanden. Es fielen bis zum Spielende keine weiteren Tore.

Fazit

Der heutige Gegner war sicher auch ein wenig als Aufbaugegner gedacht. Die bisherigen Sparrings hatten ja ein zunehmend unangenehmes Gefühl hinterlassen, sowohl von den Ergebnissen her als auch der Art, wie sie zustande gekommen waren. Heute nun, mit einer knappen Woche Zeit zum Trainieren und Vertiefen der Ideen des Trainers, sollte alles zusammen kommen, so dass man das Spiel gegen Schakhtar nächste Woche Sonntag vorbereitet und eingespielt angehen kann.

Es ist leider nicht unüblich, das Abschlussspiel der Vorbereitung nicht zu übertragen, um nicht alle Karten offenzulegen. Insofern können wir über die Leistung der Mannschaft keine fundierte Einschätzung abgeben.

Den Statistiken kann man an dieser Stelle entnehmen, dass gegen diesen eher schwachen Gegner erneut kaum Torgefahr erzeugt werden konnte, auch wenn die Mannschaft offenbar weitgehend Ball und Spiel kontrollierte. Das passt ja auch zu dem, was wir in den bisherigen Trainingsspielen gesehen haben.

Natürlich ist die Form einer Mannschaft im Sparring nicht zwingend ein Hinweis darauf, was sie unter wirklichen Wettbewerbsbedingungen zu leisten in der Lage wäre. Auch ist das Transferfenster noch bis in die erste März-Woche offen, so dass auch personell noch Änderungen möglich sind. Dennoch ist die aktuelle Situation besorgniserregend:

  • Mit Krasnopir ging der einzige „echte“ Stürmer und wurde ersetzt durch Faal. Hier ist die Mannschaft zu dünn besetzt und braucht Verstärkung.
  • Der Trainer will mit 2 defensiven Mittelfeldspielern spielen, aber Alvárez hat den Club verlassen. Ob Edson oder Sapuha diese Lücke füllen können, muss sich zeigen, aber aktuell sieht es nicht so aus. Und Tschaban hat bisher auch nicht beeindrucken können.
  • Im offensiven MIttelfeld reißt der Weggang Bruninhos eine große Lücke. Man kann sich fragen, ob im neuen Spielsystem für ihn überhaupt Platz gewesen wäre, aber allein in Sachen individueller Qualität gibt es bisher keinen Ersatz.
  • Auf den Flanken gibt es fast ein Überangebot an Spielern, aber bisher hat eigentlich nur Rückkehrer Stênio überzeugen können.
  • In der Zentralverteidigung gibt es immer noch die gleichen Lücken wie in der Hinserie. Die Defensive ist verwundbar bei schnellen Spielzügen über die Flanken, wonach dann gegnerische Offensivspieler immer wieder frei zum Abschluss kommen, obwohl eigentlich genug Abwehrspieler da sind, den Raum zu schließen.
  • Das Spielsystem des Trainers wirkt fehleranfällig und nicht torgefährlich genug. Beim Spielen aus der Verteidigung geschehen auf diesem Niveau zu viele Fehler, die dann schnell resultativ werden. Der Aufbau aus dem Mittelfeld wirkt nicht zwingend sondern eher wie brotlose Kunst.

Vor der Mannschaft befindet sich nun eine Woche Training im heimischen Lviv. Dann, nächste Woche Sonntag, geht es zu Schakhtar. Angesichts dessen, was wir bisher gesehen haben, könnte das ein böses Erwachen geben.