[2025/2026] SK Poltava – Karpaty: 0:4

Heute spielten Karpaty ihr zweites von drei Endspielen. Gegner war der Tabellenletzte, SK Poltava. Nach dem peinlichen Auftritt letzte Woche gegen Kudrivka und den Gerüchten, dass Trainer Fran Fernández vielleicht schon diese Woche entlassen werden könnte, war die Unruhe im Verein maximal, und ob ein positives Ergebnis den Platz den Trainers retten könnte, war überdies nicht einmal klar. Das Spiel fand, obwohl eigentlich ein Auswärtsspiel, aus Sicherheitsgründen im heimischen Stadion Ukrayina in Lviv statt.

Vladyslav Babohlo vor dem 2:0

Bei Karpaty gab es keine neuen Personalprobleme, nur die Langszeitverletzten Tymur Stets’kov und Andrij Bulesa standen weiter noch nicht zur Verfüfung.

Personell gab es einige Änderungen, was nach den enttäuschenden Ergebnissen der letzten Wochen auch nicht verwunderte. Mit Jean Pedroso und Marko Sapuha fehlten aber zwei prominente Namen ganz auf der Kaderliste. Außerdem feierte Denys Miroschnitschenko sein Comeback in der Startformation. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema, und Tschatschua war neben Bruninho zurück in der Startformation:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf kamen noch Volodymyr Adamyuk (Vladyslav Babohlo), Paulo Vitor (Yan Kostenko), Artur Schakh (Bruninho), Valentyn Rubtschynskyj (Edson), Ilya Kvasnytsya (Xeber Alkain) zum Einsatz.

Karpaty begannen mit mehr Ballkontrolle und Spielanteilen, aber ohne großen Offensivdruck. Ernsthafte Torchancen gab es in der ersten Viertelstunde keine. Nach 23 Minuten hatte dann plötzlich Poltava Elfmeter. Kostenko hatte in der Defensive ausgeholfen und knapp innerhalb des Strafraums Mykyta Kononov zu Fall gebracht. Dmytro Plakhtyr trat an und schoss flach rechts – aber Domtschak hatte die Ecke geahnt und hielt! Es stand weiter 0:0.

Dafür gingen 7 Minuten später die Grünweißen in Führung. Bruninho spielte einen genialen Pass aus der Mitte des Feldes in den freien Raum rechts im Strafraum, dort hinein lief Alkain, der gut aufgepasst hatte und konnte unbedrängt an Torwart Valeriy Voskonyan vorbei einschieben.

Das Spiel war aber weiter nicht hochklassig, und Poltava hatte einige Gelegenheiten, die Karpaty-Defensive in Schwierigkeiten zu bringen. Es gab eine ganze Reihe von Situationen, wo ein Ausgleich nur mit Glück oder improvisierten Rettungsaktionen verhindert werden konnte. Es ging mit der knappen Führung in die Pause.

Die zweite Hälfte begann ohne personelle Änderungen bei den Grünweißen. Die erste große Chance hatte Poltava, wo Domtschak mit einer akrobatischen Rettungstat den Ausgleich verhinderte (auch wenn hinterher ein Abseitspfiff zu hören war), aber im direkten Gegenangriff trafen die Grünweißen: nach einem weiten Einwurf von links in den Strafraum konnte Faal den Ball nicht richtig treffen, so dass er zurück kam und Babohlo ihn direkt mit links abnehmen konnte.

Nun wirkten die Grünweißen deutlich sicherer und hatten das Spiel wieder unter Kontrolle. Sie erspielten sich immer wieder Chancen, und nach 70 Minuten hatte das auch zählbare Folgen: Faal hatte schön auf Kostenko durchgesteckt, der zwar etwas brauchte, den Ball unter Kontrolle zu bringen, aber dann doch noch das Tor traf – 3:0.

Poltava war nun geschlagen und leistete keinen Widerstand mehr. Nach 74 Minuten erzielte Faal das 4:0 und damit endlich seinen ersten Saisontreffer, als er von Tschatschua frei an der linken Strafraumecke angespielt wurde und unbedrängt einschieben konnte. Direkt nach dem Treffer gab es nacheinander gleich zwei doppelte Wechsel: Adamyuk für den bereits verwarnten Babohlo und Paulo Vitor für Kostenko, danach Rubtschynskyj für Edson und Schakh für Bruninho. Es blieb beim am Ende etwas zu hohen 0:4.

Fazit

Karpaty haben endlich gewonnen, wenn auch nur gegen den Tabellenletzten. Das ist das positivste Resultat des heutigen Tages. Die Tordifferenz kann allerdings leicht einen falschen Eindruck erwecken. In der ersten Hälfte spielten die Grünweißen keinen guten Fußball und hatten mehfach richtig Glück – der von Domtschak parierte Elfmeter und auch der eigene Führungstreffer nach dem genialen Einfall Bruninhos waren Situationen, die letztlich das Spiel entschieden. In der zweiten Hälfte fiel dann früh das 2:0, wodurch der Widerstand des Gegners gebrochen war und man relativ ungestört die nächsten Tore erzielen konnte.

Poltava hatte in der ersten Hälfte und den ersten Minuten der zweiten gut dagegen gehalten und die Karpaty-Abwehr immer wieder in Schwierigkeiten gebracht. Wenn die schwächste Mannschaft der Liga das kann, dann werden stärkere Teams aus solchen Situationen heraus Tore erzielen. Die Probleme sind seit langem bekannt, und sie bestehen immer noch.

Positiv hervorzuheben ist, dass Miroschnitschenko nach seiner Rückkehr in die Mannschaft sofort gezeigt hat, wie wichtig er als Spieler und auch als Persönlichkeit ist. Domtschak entwickelt langsam eine Reputation als Elfmeter-Killer, und wir wissen nicht, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte der Strafstoß in der ersten Hälfte gesessen. Und: Faal hat endlich sein erstes Tor erzielt. Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft in Zukunft einen Weg findet, ihren Mittelstürmer zu füttern.

Insgesamt ist das heutige Spiel sicher ein positiver Moment, auf den wir alle gewartet haben, aber einen Grund zur Euphorie gibt es dennoch nicht. Zu schwach war das Spiel in der ersten Hälfte angesichts eines Gegners, der wirklich nicht viel entgegenzusetzen hatte.

Ist Fran Fernández nun gerettet? Das wissen wir nicht. Vielleicht ist auch eine Entscheidung nur vorerst verschoben: nächste Woche geht es zu hause gegen Obolon‘, und das wird wieder ein schwereres Spiel.