Heute spielten Karpaty das dritte ihrer drei Endspiele. Gegner war Tabellennachbar Obolon‘. Trotz des 4:0 letzte Woche gegen den Tabellenletzten Poltava war die bisherige Rückrunde für die Grünweißen sowohl in Resultaten als auch Leistung enttäuschend, weshalb Trainer Fran Fernández immer noch als angezählt gilt. Entsprechend würde heute alles andere als ein Sieg als so etwas wie eine Niederlage zählen.

Bei Karpaty fehlten weiter die Langszeitverletzten Tymur Stets’kov und Andrij Bulesa sowie Marko Sapuha aufgrund einer Adduktorenverletzung und Yan Kostenko aufgrund einer Gelbsperre. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema:
- Nasar Domtschak (TW)
- Denys Miroschnitschenko (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Vitalij Kholod (IV)
- Rostyslav Lyakh (LB)
- Edson (ZDM)
- Xeber Alkain (RW)
- Ambrosij Tschatschua (RZM)
- Bruninho (LZM)
- Paulo Vitor (LW)
- Baboucarr Faal (MS)
Auf der Bank saßen:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Roman Mysak (TW)
- Jean Pedroso (IV)
- Volodymyr Adamyuk (IV)
- Oleksij Sytsch (RV)
- Eriki (ZDM)
- Valentyn Rubtschynskyj (ZM)
- Artur Schakh (ZM)
- Stênio (RW)
- Ilya Kvasnytsya (RW)
- Yaroslav Karabin (MS)
Im weiteren Verlauf kamen noch Stênio (Paulo Vitor), Valentyn Rubtschynskyj (Xeber Alkain), Artur Schakh (Bruninho), Eriki (Edson), Yaroslav Karabin (Baboucarr Faal) zum Einsatz.

Das Spiel begann eher ereignisreich. Karpaty hatten etwas mehr Ballbesitz, konnten aber vor dem gegnerischen Tor zunächst kaum Akzente setzen. Nach 21 Minuten stand es dann aber nach einer kuriosen Situation 1:0 – Bruninho hatte aus der Distanz geschossen, sein Schuss wurde aber von Artem Kulakovskyj, genauer gesagt dessen Rücken, nach oben abgelenkt, so dass sich der Ball im hohen Bogen hinter Denys Martschenko ins Tor senkte.
Knapp 10 Minuten später war der Ball erneut im Netz, nachdem Tschatschua aus kurzer Distanz eingeschossen hatte, aber der Treffer zählte zu Recht wegen Abseits nicht, so dass es erst einmal bei der knappen Führung blieb. Obolon‘, das mit seiner Fünferkette hinten sehr defensiv aufgestellt war, fand in dieser Phase kaum noch statt. Kurz nach dem Tor wurde es dann auch noch mal turbulent, als es zu Handgreiflichkeiten zwischen einigen Karpaty- und Obolon‘-Spielern kam, was dann zu je einer gelben Karte auf beiden Seiten führte.
Nach 36 Minuten stand es 2:0, und das war ein richtig schönes Tor. Edson spielte Xeber Alkain zentral vor dem gegnerischen Strafraum an, dieser zog ein wenig nach rechts und schoss blitzsauber mit ein wenig Effet den Ball rechts an Oleksandr Zhovtenko vorbei flach rechts direkt neben dem Pfosten ein. Das war genau so gewollt und pure Qualität.
Karpaty hatten auch in der Folgezeit noch einige große Chancen, die Führung zu erhöhen, etwa direkt vor dem Pausenpfiff, als Miroschnitschenko den Ball hoch über das Tor schoss. Es ging mit einem hochverdienten 2:0 in die Pause.
Nach Wiederanpfiff ging es ohne personelle Änderungen weiter, und schon nach Minute 52 stand es 3:0 – und wieder war es ein bildschönes Tor. Faal flankte von der Grundlinie in den Fünfmeterraum, wo Bruninho mit einer Art Kung-Fu-Technik den Ball volley einschoss.

In Minute 64 kam Stênio für seinen Landsmann Paulo Vitor. Karpaty spielten jetzt richtig schönen Fußball und erspielte sich immer wieder Chancen. Obolon‘ war überfordert und hatte sich wohl auch schon aufgegeben. 10 Minuten später kam dann Schakh für Alkain und Rubtschynskyj für Bruninho.
Es gab auch noch ein Tor. Nach 86 Minuten kam Schakh kurz vor dem Strafraum an den Ball, ging noch ein paar Schritte und konnte ohne große Störung durch den Gegner aus 16 Metern abschließen. Es folgten noch zwei finale Wechsel – Karabin für Faal und Eriki für Edson, die für die letzten 4 Minuten ein wenig Rasenduft atmen durften.
Fazit
Heute stimmte nicht nur das Ergebnis, auch an der Leistung der Mannschaft gab es nichts auszusetzen. Nun muss man natürlich berücksichtigen, dass der heutige Gegner wie schon der letzte Woche eher schwach auftrat. Nachdem es 1:0 stand, war die notwendige Sicherheit da, und die nächsten Tore folgten. Für die in der letzten Zeit ja eher magere Kost gewöhnten Zuschauer gab es heute positives.
Trainer Fran Fernández hat heute die Pflichtaufgabe erfüllt. Interessant wird es, wenn der Gegner nach der Länderspielpause Dynamo heißt. Eine Niederlage in dem Spiel wäre sicher kein Entlassungsgrund, aber dennoch wird wichtig sein, wie die Mannschaft da auftritt. Mit dem heute getankten Selbstvertrauen und der Pause, in der im Training auch noch einiges verfeinert werden kann, sind die Voraussetzungen dafür zumindest gegeben.
