Trainerwechsel bei Karpaty

Karpaty haben heute Trainer Oleh Boychyshyn entlassen und als Nachfolger den Portugiesen José Morais vorgestellt.

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Oleh Boychyshyn, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Boychyshyn hatte im Sommer 2017 beim Club als Nachwuchskoordinator begonnen und war dann im November als Nachfolger des glücklosen Sergio Navarro zum Cheftrainer befördert worden. In der Rückrunde gewann die Mannschaft mit attraktivem Offensivfußball eines leicht spanischen Einschlages (”Los Karpatos”) einige Sympathien zurück, die sie zuvor bei ihren Anhängern verloren hatte, jedoch war es ein offenes Geheimnis, dass Sportdirektor Dario Drudi in Wirklichkeit bei Aufstellung und Taktik die Fäden zog, der seit Sommer aber nicht mehr in dieser Position tätig ist.

Der Beginn der aktuellen Saison war durchwachsen – zwei Niederlagen, ein Sieg und ein Unentschieden, und obwohl die Mannschaft attraktiv spielte, haperte es nach wie vor bei der Abwehr. Offenbar wollte die Clubführung dieses Mal schneller handeln als noch letztes Jahr, wo sich die Mannschaft bereits längst im Abstiegskampf befand und die oberen 6 Plätze nicht mehr realistisch erreichbar waren.

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José Morais, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Der neue Trainer ist – anders als letztes Jahr Sergio Navarro – nicht nur Europäer und “Lateiner”, sondern tatsächlich ein erfahrener Mann, der viele Jahre als Assistent von Jose Maurinho und auch bei einigen europäischen Clubs bereits als Cheftrainer tätig war.

Die Liste seiner bisherigen Stationen liest sich in der Tat beeindruckend: Co-Trainer unter Jose Maurinho beim FC Porto (2003-2004), Inter (2009-2010), Real Madrid (2010-2013), FC Chelsea (2013-2014 und 2015), Cheftrainer bei Santa Clara (2004), Al-Hazm (2007-2008), Stade Tunisien (2008), Esperance (2008-2009), Shabab (2014), Esperance (2015), Antalyaspor (2016), AEK Athen (2016-2017), FC Barnsley (2018).

Als Cheftrainer hat Morais freilich noch keine großen Erfolge aufzuweisen, wobei wir uns sicher im klaren sind, dass er andernfalls wohl kaum nach Lviv gekommen wäre.

Wir stehen nun offenbar also einem neuen Anlauf des Projektes “Los-Karpatos” gegenüber. Trotz des Misserfolgs unter Trainer Navarro hatten ja einiger der südamerikanischen Einkäufe dieser Phase durchaus “eingeschlagen” – man denke etwa an Fernando Tissone, Francisco Di Franco und allen voran natürlich Jorge Carrascal, und der Spielstil der letzten Phase der abgelaufenen Saison hat sowohl Fans als auch Fachpresse gleichermaßen versöhnt.

Nichtsdestotrotz bleibt der neue Trainer ein Risiko. Er kennt weder Land noch Sprache, wird also wie zuvor Navarro durch einen Übersetzer zur Mannschaft reden müssen. Seine erste Bewährungsprobe wird er schon am kommenden Sonntag haben, beim ersten Auswärtsspiel der Saison bei Desna Chernihiv.

Mauricio Cortés verlässt den Club

Wie das Portal fckarpaty.com.ua mitteilte, hat der Angreifer Mauricio Cortés den Verein verlassen.

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Mauricio Cortés, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Der junge kolumbianische Angreifer war letzte Saison verpflichtet worden, bisher aber nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz gekommen. Es wird berichtet, er sei verspätet aus dem Urlaub heimgekehrt, woraufhin sich Verein und Spieler auf eine Vertragsauflösung geeinigt hätten.

Carrascal bekräftigt noch einmal, das er bleiben will

In den letzten Tagen wurde von Interesse seitens Besiktas Istambul an Jorge Carrascal berichtet worden. Heute meldete sich der Spieler zu Wort und bekräftigte sein Bekenntnis zu Karpaty erneut.

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Jorge Carrascal, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Er erklärte, er sei sehr froh, ein Spieler von Karpaty zu sein. Für ihn sei es mehr als nur ein Team, sondern seine Famlie, und Lviv seine zweite Heimatstadt.

Es sei daran erinnert, dass Carrascal erst kürzlich zum besten Spieler der UPL-Saison 2017/2018 gewählt worden war.

Neuzugänge: Oleh Borodai und Kevin Méndez

Die schon in den letzten Tagen als mögliche Neuzugänge gehandelten Oleh Borodai und Kevin Méndez sind nun offiziell vorgestellt worden.

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Oleh Borodai, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Borodai ist Ukrainer, 25 Jahre alt und spielt in der Innenverteidigung. Er kam vom FK Poltava, der ja aufgelöst wurde.

Méndez ist Uruguayer, 22 Jahre alt, und spielt auf dem rechten Flügel oder im Sturmzentrum. Er war zuletzt beim AS Rom unter Vertrag, der ihn aber an den ADC Viterbese Castrense in die dritte italienische Liga verliehen hatte.

Während Borodai eine Position besetzt, wo es zuletzt Engpässe gab (lange Verletzung von Sandokhadze in der letzten Saison, Nesterov fällt den Großteil der kommenden Saison verletzt aus), scheint Méndez eher ein Gelegenheitskauf zu sein, da seine Position mit Myakushko und Remenyuk eigentlich schon stark besetzt ist.

Wie auch alle anderen Neuzugänge dieser Saison handelt es sich um nicht gerade hoch gehandelte Spieler (Transfermarkt-Schätzung liegt bei 150000 bei Borodai und 250000 € bei Méndez). Das ist ein beim Club übliches Vorgehen, wobei oft schon nach der Hinrunde Spieler wieder aussortiert (Vertragsauflösung oder ggf. Leihe) werden. Dieses Vorgehen war bei einigen Spielern (etwa Di Franco) durchaus erfolgreich, führte aber in der Regel doch meist zu einer hohen Spielerfluktuation.

Carrascal möchte bleiben

In einem Interview hat Jorge Carrascal, der der wohl beste Spieler der Mannschaft in der letzten Saison war, erklärt, er wolle bei Karpaty bleiben.

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Jorge Carrascal und Serhij Myakushko, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Karpaty hatten nach Ablauf seiner Leihe beim FC Sevillia die Kaufoption gezogen und Carrascal für 2 Mio US-$ verpflichtet. Im Interview erklärte der Spieler:

Der Club hat mich als einen der seinen aufgenommen. Karpaty sind ein Teil von mir, und ich bin ein Teil von Karpaty geworden. Mir liegt dieser Club am Herzen, darum habe ich beschlossen, hier meine Karriere fortzusetzen. Karpaty haben mir ermöglicht professionell zu wachsen. Und neben alledem fühle ich die Liebe der Menschen hier, der Fans, und ich liebe es, ihnen Freude zu bereiten.

Es ist sicher davon auszugehen, dass Karpaty nicht die letzte Station Carrascals bleiben werden, aber sollte er tatsächlich noch für die kommende Saison bleiben, wäre das eine deutliche Verstärkung des Kaders, die durchaus Hoffnung auf höhere Ziele machen könnte, während gleichzeitig sein Marktwert für einen möglichen Verkauf in einem Jahr noch einmal gut steigern könnte.

Noch ist es aber zu früh, daran zu denken. Worte wie diese sind keine Garantie, dass Carrascal tatsächlich bleibt, denn trotz aller Sympathie könnte ein wirklich lukratives Angebot sowohl den Spieler als auch den Verein noch umstimmen.

Dario Drudi bleibt wohl doch

Wie das Fanportal fckarpaty.com.ua berichtete, wird Dario Drudi den Verein doch nicht verlassen.

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Dario Drudi, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Vor einiger Woche hatten wir von einer Auseinandersetzung zwischen ihm und Vereinsvizepräsident Oleh Smalijchuk berichtet, die fast handgreiflich geworden war, woraufhin Drudi verkündet habe, er würde den Club verlassen.

Es ist hingegen offen, in welcher Position er bleiben wird – bisher war er Sportdirektor gewesen.

Gerücht: Karpaty kaufen Carrascal für 2 Mio und verkaufen ihn für das doppelte weiter

Wie das Portal UA-Futbol berichtet, haben Karpaty aus ihrem Leih-Vertrag mit dem FC Sevilla ein Vorkaufsrecht für Jorge Carrascal und können ihn für 2 Mio € fest verpflichten, wovon sie auch Gebrauch machen wollen.

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Jorge Carrascal, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Es wird allerdings davon ausgegangen, dass Carrascal für keine weitere Saison mehr in Lviv bleibt, sondern noch in diesem Sommer entweder an Shakhtar oder Dynamo für den doppelten Preis weiterverkauft wird.

Allerdings interessierten sich auch Clubs in Deutschland und Frankreich für den Spieler, und sollten jene bereit sein, noch mehr für ihn zu bezahlen, könnte die Reise auch dort hin gehen.

Sicher ist so ein Geldsegen für den Verein wichtig. Allerdings sei es aus der Perspektive eines Fans erlaubt, zu hoffen, dass uns Carrascal wenigstens noch für die kommende Saison noch erhalten bleibt und dann ein Jahr Später vielleicht noch erheblich mehr Geld einbringt?

Transfererlös durch Sebastian Ribas

Der Uruguayische Mittelstürmer Sebastian Ribas ist im Anschluss an seine Leihe an Patronato in der argentinischen ersten Liga nun vom Club Atlético Lanús verpflichtet worden.

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Sebastian Ribas, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Ribas war Anfang letzter Saison mit diversen anderen Legionären aus dem spanissprachigen Ausland zu Karpaty gestoßen war, hatte sich aber nicht durchsetzen können und wurde daher in der Winterpause verliehen. In der argentinischen Liga fand er sich weit besser zurecht und erzielte 13 Tore in 25 Spielen. Bezüglich der Ablösesumme ist von 550.000 US-$ die Rede.