Olimpik – Karpaty: 1:3

Heute spielten Karpaty ihr drittes Saisonspiel, es ging auswärts gegen Olimpik. Nach den erwarteten 0 Punkten gegen Dynamo und Shakhtar und dem Unentschieden zu hause gegen Mariupol musste heute gegen einen der Haupt-Abstiegskandidaten unbedingt ein Dreier her. Es gab dabei auch ein Wiedersehen mit Torwart Herman Penkov, der nach seinem wenig erfolgreichen Jahr bei Karpaty nun bei Olimpik spielt.

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Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Die Aufstellung enthielt einige Überraschungen, angefangen mit dem System: es wurde auf ein 3:2:2:3 umgestellt, also die bewährte Viererkette der in der letzten Saison bevorzugten Dreierkette mit vorgezogenen Wingbacks geopfert. Im Tor stand wieder Pidkivka, davor dann die drei Innenverteidiger, die Neuzugänge Hall und Kutscher sowie wie üblich Vakulenko; die Wingbacks Martins und Dubinchak, davor zwei zentrale Mittelfeldspieler Verbnyj und Vojkovic und der Sturm aus Hutsulyak, Ponde und Di Franco.

Auf der Bank saßen Torwart Kudryk, Innenverteidiger Kovtun, Mittelfeldspieler Yakimets‘ und Tolochko sowie für die Offensive Hrysyo, Layous und der Brasilianer  João Diogo.Das Spiel begann mit aktiveren Gästen, die mehr Ballbesitz hatten und auch zu einigen Chancen kamen, namentlich zwei von Verbnyj getretene indirekte Freistöße, die zwar Gefahr, aber nichts zählbares einbrachten. Die Gastgeber kamen ihrerseits nach 21 Minuten zu einer ersten Chance nach einem indirekten Freistoß, bei dem die Karpaty-Abwehr nicht gut aussah.

Zwei Minuten später gab es einen Donnerschlag: Martins wurde, als er allein in den Strafraum auf Torwart Penkov zulief, von hinten umgedrückt, und es gab Elfmeter. Außerdem erhielt der Übeltäter Fabinho sogar noch die rote Karte, was keiner so richtig verstand, denn das Foul war nicht besonders brutal, und ein Elfmeter war ja gegeben worden. Hutsulyak trat an, schoss schwach, und Penkov konnte abwehren, aber direkt dem vorstürmenden Hutsulyak vor die Füße, so dass er im Nachschuss doch noch verwandelte. Das 1:0 war den Spielanteilen nach verdient, wobei die rote Karte ganz einfach ein Witz war.

Karpaty waren nun natürlich doppelt im Vorteil, sowohl vom Spielstand her als auch numerisch, und jetzt galt es, den Sack zuzumachen. Das war aber angesichts des immer noch viel zu schwachen Angriffsspiels leichter gesagt als getan. Und tatsächlich war davon in den folgenden 20 Minuten wenig zu sehen – es gab wenig Zusammenhängendes, und die Chancen hatte Olimpik. Das änderte sich erst in den letzten 5 Minuten der ersten Halbzeit, zunächst durch einen Angriff über Di Franco, der am Ende aber ins Leere flankte, aber kurz danach doch noch das 2:0 durc Di Franco, der nach schönem Zuspiel von Ponde diagonal in den Strafraum hinein nur noch den Fuß hinhalten und flach ins rechte Eck einschieben musste.

Diese Führung wirkte nun doch ein wenig schmeichelhaft. Sie war jedenfalls weniger der Stärke der eigenen als vielmehr der Schwäche der gegnerischen Mannschaft zu verdanken. Es folgten drei Minuten Nachspielzeit, die aber keine zählbaren Konsequenzen hatten, und es ging mit einer bequemen Führung und numerischer Überlegenheit in die Pause.

Nach der Pause ging es zunächst ohne personelle Wechsel bei den Gästen weiter. Olimpik wirkte in den ersten Minuten etwas aktiver, sie mussten ja auch etwas tun, un wieder ins Spiel zu kommen. Bei Karpaty hingegen galt es, die Konzentration aufrecht zu erhalten und weitere Chancen zu suchen. Viel tat sich dabei zunächst nicht, bis nach 54 Minuten Hutsulyak sich relativ mühelos durch in den Strafraum dribbelte und dann viel zu schwach schoss, so dass Penkov sich nicht besonders anstrengen musste.

Auf der anderen Seite kam Olimpik immer mal wieder vor das gegnerische Tor, und die Abwehr wirkte dabei nicht besonders sicher. Das kulminierte nach 60 Minuten in einem ziemlich unnötigen Strafstoß für Olimpik, der zwar durchaus fragwürdig war, aber letztlich nur dadurch zustande kam, dass die Abwehr wieder einmal schlecht stand. Politylo trat an und verwandelte, obwohl Pidkivka den Ball fast erreicht hätte – 2:1.

Aber der alte Abstand war schnell wieder hergestellt; nur 3 Minuten später gönnte sich nach Abstoß Pidkivka Hutsulyak von der Strafraumgrenze einen und schoss sicher flach rechts ein. Die Olimpik-Abwehr war noch nicht wieder formiert, und es gab reichlich Platz. Nach 69 Minuten gab es den ersten Wechsel: für Dubinchak, der beim Elfmeter gelb gesehen hatte, kam Yakimets‘.

Nach 75 Minuten hatte Di Franco Feierabend. Für ihn kam der junge Isreali Layous, und 5 Minuten später ersetze Neuzugang João Diogo Ponde.

Am Ende gewannen Karpaty letztlich völlig ungefährdet und in der Höhe auch verdient mit 3:1. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Karpaty dabei eine durchwachsene Leistung gezeigt hatten. Die in den ersten drei Spielen deutlich stabilisierte Abwehr zeigte heute gegen den wohl schwächsten Gegner der Liga wieder die gleiche Anfälligkeit, wie wir sie schon aus der letzten Saison gekannt hatten. Dass das genau damit zusammenfiel, dass heute – wie noch in der letzten Saison – mit einer Dreierkette hinten gespielt wurde, fällt zumindest auf.

Im Sturm gab es im Grunde das gleiche zu sehen wie schon in den letzten Wochen, nur war heute der Gegner schwächer und zudem noch zahlenmäßig geschwächt, so dass drei Tore erzielt werden konnten. Sowohl beim Aufbau der Angriffe als auch im Abschluss gibt es hier noch eine Menge Raum nach oben.

Immerhin ist die Mannschaft nun ein wenig mehr ins Mittelfeld der Tabelle geklettert, wenn auch der Punkteabstand minimal ist. Nächste Woche Sonntag geht es zu hause gegen Zoriya, der neben Dynamo und Shakhtar aktuell wohl stärksten Kraft im Lande. Ein Punktgewinn wäre da natürlich ein Zeichen, aber nach der gezeigten Leistung heute wäre dazu wohl auch eine erhebliche Steigerung notwendig.