In der Pressekonferenz nach dem bedeutungslosen 1:1 gegen Obolon‘ im letzten Spieltag heute zog Andrij Tlumak Bilanz zu seiner Arbeit der letzten 3 Jahre.

Dabei ging der Trainer auch mit Kritik an seiner Arbeit hart zu Gericht:
Als wir vor drei Jahren mit der Arbeit im Club begannen, was war da? Es gab nichts – keinen Ball, keine Markierungshütchen [für den Platz], keine Trainlingsleibchen, keinen Bus, kein Stadion, kein Trainingszentrum. Und auch keinen einzigen Spieler. Und wir bauten in drei Jahren eine Struktur auf, schufen einen Club. Wir leisteten eine Riesenarbeit, und ich bin enttäuscht, dass da so viel Kritik auf mich eingeprasselt ist. Wofür? Dafür, dass ich Karpaty wiederhergestellt habe?
Wir haben in drei Jahren zum ersten Mal einen Fehler gemacht. Ich übernehme die Verantwortung dafür, dass wir die UPL nicht erreicht haben. So kam es, dass wir einen Schritt vor der UPL gestolpert sind. Aber ich denke, dass ich so düstere Kritik nicht verdient habe. Warum sind wir nicht aufgestiegen? Letztes Jahr hat es mit den Transfers nicht geklappt, dieses Jahr erneut. Ich stimme zu, das ist meine Schuld, und das nehme ich auf mich.
Aber was ist mit dem Journalisten Tsyhanyk? Er weiß es immer – nur eben nicht ganz genau. Er wechselt die Farben, sobald der Wind weht. Erst ein Freund von Dynamo Kyiv, dann von Dnipro. Bei Rukh hat irgendwas nicht geklappt. Und ein ewiger Karpaty-Fan – aber kritisiert sie ununterbrochen.
Karpaty werden wird in der UPL spielen. Ob mit oder ohne Tlumak, das ist eine Entscheidung der Vereinsführung. Aber Karpaty werden dort sein. Wir vergessen die Geschichte sehr schnell.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Tlumak davon spricht, dass es eine Entscheidung der Vereinsführung sei, ob er bleibe. Natürlich ist hier nicht die Rede davon, um welche etwaige Rolle im Verein es da geht. Aber wenn es stimmt, dass er sich bereits vergangene Woche von der Mannschaft verabschiedet habe, dann passt das doch nicht ganz zusammen.
Nachdem heute Myron Markevytsch im Stadion war, dürften die Spekulationen über eine Nachfolge Tlumaks jedenfalls nicht leiser werden. Ob der Trainer einer der Gründe für das Verpassen des Aufstiegs war oder nicht, kann man diskutieren. Unstrittig ist jedoch, dass eine große Verantwortung auch das Personal trägt und – aus welchen Gründen auch immer – es weder im Sommer letzten Jahres noch in der letzten Winterpause gelungen war, Verstärkungen in den Verein zu bringen, die die bekannten Probleme hätten beheben können. Hier hat der Trainer auf jeden Fall recht.
