Heute spielten Karpaty auswärts beim Aufsteiger Epicenter, der aktuell gegen den Abstieg kämpft. Allerdings ist Epicenter so ein wenig ein Angstgegner der Grünweißen. Das Hinspiel hatten die Grünweißen nach schwacher Leistung mit 1:3 verloren, und auch in der Saison 2023/2024 (noch in der Perscha Liha) wurde eines von zwei Spielen verloren. Im Lager der Grünweißen war das Selbstvertrauen aber nach den Siegen in den letzten Spielen groß, und man hoffte, ein wenig in der Tabelle klettern zu können.

Bei Karpaty fehlten mit Denys Miroschnitschenko und Bruninho gleich zwei Leistungsträger wegen einer Gelbsperre sowie der verletzte Edson. Dafür waren Andrij Bulesa und Tymur Stets’kov von ihren Verletzungen genesen und Vladyslav Babohlo nach abgesessener Sperre zurück. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema:
- Nasar Domtschak (TW)
- Oleksij Sytsch (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Vitalij Kholod (IV)
- Rostyslav Lyakh (LB)
- Marko Sapuha (ZDM)
- Xeber Alkain (RW)
- Ambrosij Tschatschua (RZM)
- Artur Schakh (LZM)
- Yan Kostenko (LW)
- Baboucarr Faal (MS)
Auf der Bank saßen:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Roman Mysak (TW)
- Jean Pedroso (IV)
- Tymur Stets’kov (IV)
- Andrij Bulesa (LV)
- Volodymyr Adamyuk (ZV)
- Eriki (ZDM)
- Valentyn Rubtschynskyj (ZM)
- Stênio (RW)
- Ilya Kvasnytsya (RW)
- Paulo Vitor (RW)
- Yaroslav Karabin (RW)
Im weiteren Verlauf kamen noch Valentyn Rubtschynskyj (Artur Schakh), Eriki (Marko Sapuha), Volodymyr Adamyuk (Oleksij Sytsch), Paulo Vitor (Yan Kostenko), Yaroslav Karabin (Baboucarr Faal) zum Einsatz.

Das Spiel begann mit viel Kampf und wenig spielerischen Elementen. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie gleich zu Beginn die Kontrolle übernehmen wollten, aber Karpaty zeigten wenig von ihrer größeren individuellen Klasse, während in Aggression und Physis Epicenter absolut keine Nachteile hatte.
Die erste wirklich gefährliche Szene hatte Epicenter nach 14 Minuten, als Vadym Sydun im Strafraum zum Schuss kam und die Karpaty-Abwehr mit viel Mühe zur Ecke klären konnte. In den folgenden Minuten wirkte das Spiel ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten und ohne eine klar dominierende Mannschaft. Dabei wirkte das Spiel aber eher zerfahren, und es fehlte an sauber vortgetragenen und vollendeten Spielzügen. Konsequenterweise ging es nach 45 eher enttäuschenden Minuten torlos in die Kabine.
Nach Wiederanpffif ging es zunächst ohne Wechsel weiter. Karpaty wirkten nun spielerisch etwas stärker. Nach 57 Minuten kam Faal im Strafraum zu Fall, und die Spieler in grünweiß forderten energisch einen Strafstoß, den der Schiedsrichter aber nicht gab. Das war keine leichte Entscheidung, aber bei näherer Hinsicht wohl die richtige. Karpaty waren jetzt im Vorwärtsgang, dabei aber auch immer ein wenig gefährdet durch Konterangriffe.
Nach 62 Minuten wurde zum ersten Mal gewechselt: Rubtschynskyj für Schakh und Eriki für Sapuha. Knapp eine Viertelstunde später musste Sytsch verletzt raus, für ihn kam Adamyuk. Karpaty drängten nun immer stärker auf den Führungstreffer, der zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient gewesen wäre. Epicenter war der Kampf der ersten Hälfte anzumerken und kam nur noch selten zu Konterangriffen aus der eigenen Hälfte heraus. Nach 85 Minuten kamen dann die letzten beiden Wechsel – Karabin für Faal und Paulo Vitor für Kostenko.
Karpaty drückten weiter, konnten aber aus der Feldüberlegenheit kaum zwingende Torchancen machen, und auch in den 5 Minuten Nachspielzeit war eigentlich klar, dass es wohl eines Glückstreffers bedurft hätte, hier noch in Führung zu gehen. Einen solchen gab es aber nicht mehr. Das Spiel endete 0:0, was für Epicenter wohl ein gewonnener, für Karpaty aber zwei verlorene Punkte war.
Fazit
Insgesamt war dies ein eher enttäuschendes Spiel, und es wurde wieder deutlich, dass trotz der Siegesserie der letzen 4 Spiele nicht alles gut ist. Die Mannschaft tut sich ungeheuer schwer gegen Teams, die über Kampf und Physis dagegen halten, und statt so einen Gegner einfach auszuspielen, lässt man sich vom Gegner die Spielweise aufzwingen. Immerhin hatte offenbar die Ansprache des Trainers in der Halbzeitpause eine gewisse Wirkung gehabt, denn das Spiel verbesserte sich danach spürbar.
Die Verletzung von Oleksij Sytsch war für die Mannschaft besonders schmerzhaft, da mit Miroschnitschenko der andere etatmäßige Rechtsverteidiger gesperrt war. Der erfahrene Adamyuk bekam als Ersatz den Vorzug vor Andrij Bulesa, der zwar auf der Bank saß, dessen Fitness aber noch unter einem Fragezeichen steht. Hier wird der Zugang von Roman Vantukh, der im Sommer ablösefrei wechselt, sicher ein wenig für Entspannung sorgen, auch wenn jener eigentlich ein Mann für die linke Seite ist.
Epicenter bleibt ein Gegner, gegen den sich die Grünweißen schwer tun. Nächste Woche geht es zum Derby gegen Rukh, wo es trotz der Partnerschaft zwischen beiden Clubs durchaus wieder heiß werden kann.
