[2025/2026] Kryvbas – Karpaty: 1:0

Heute spielten Karpaty bei Tabellennachbarn Kryvbas. Für beide Mannschaften gab es zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu erreichen – sowohl die Plätze für den internationalen Wettbewerb wie auch die Abstiegsplätze waren bereits nicht mehr in Reichweite. Für Karpaty ging es vor allem darum, die Serie ohne Niederlage fortzusetzen.

Bei Karpaty hatte im vorherigen Spiel Baboucarr Faal den Platz aufgrund von Muskelproblemen vorzeitig verlassen müssen und stand noch nicht wieder zur Verfügung. Außerdem fehlte Bruninho ebenfalls verletzt. Auffällig war auch das Fehlen dreier weiterer Brasilianer: Jean Pedroso, Stênio, Paulo Vitor sollen Gerüchten zufolge die Reise nach Krivyj Rih abgelehnt haben, welches ja näher am Kriegsgeschehen ist und häufig von Drohnen angegriffen wird. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf kamen noch Edson (Marko Sapuha), Valentyn Rubtschynskyj (Artur Schakh), Denys Miroschnitschenko (Oleksij Sytsch), Eriki (Edson), Ilya Kvasnytsya (Yaroslav Karabin) zum Einsatz.

Leider fast wie zu erwarten konnte das Spiel nur mit etwas mehr als einer Stunde Verspätung beginnen, da die Raschisten wieder einmal mit Drohnen auf Häuser und die Menschen darin schossen. Nun konnte aber endlich Fußball gespielt werden. Karpaty begannen mit Elan und setzten die Kryvbas-Abwehr unter Druck. Nach 15 Minuten mussten Karpaty zum ersten Mal wechseln: Marko Sapuha hatte sich verletzt und wurde durch Edson ersetzt.

Karpaty blieben aber weiter die dominante Mannschaft. Nach 25 Minuten befand sich der Ball im Netz der Gastgeber, aber Karabin hatte im Abseits gestanden, weshalb der Treffer zu Recht nicht zählte. Nach 31 Minuten stand es dann plötzlich 1:0, und das war ganz entgegen dem bisherigen Spielfluss. Gleiker Mendoza war über seine rechte Seite geschickt worden, flankte flach in den Strafraum, wo der Ball an Lyakh, Kholod und Babohlo vorbei rollte und Assane Seck völlig unerwartet im Fünfmeterraum an den Ball kam und nur noch einschieben musste. Das war ganz schreckliche Defensivarbeit und machte das bisher wirklich starke Spiel der Grünweißen direkt zunichte.

Karpaty spielten auch danach offensiv weiter, aber ihre Angriffe waren nicht mehr so gefährlich – auch dadurch, dass Kryvbas auf einmal nicht mehr so eingeschüchtert wirkte und viel sicherer spielte. Es ging mit der dem Spielverlauf nicht entsprechenden knappen Führung für die Hausherren in die Pause.

Die zweite Hälfte begann zunächst ohne personelle Änderungen. Karpaty machten dort weiter, wo sie aufgehört hatten – sie spielten dynamisch und druckvoll nach vorn. Gleichwohl war aber auch Kryvbas weiter konzentriert und sicher in der Defensive, wodurch es zwar Szenen rund um den Strafraum gab, die aber alle nich zu großer Gefahr führten.

Nach 59 Minuten kamen Rubtschynskyj für Schakh und Miroschnitschenko für Sytsch. Nach 64 Minuten hatten Karpaty ihre bis dahin größte Chance, als Kostenko von Lyakh durch einen langen Pass hinter die Verteidigungslinie steil geschickt wurde, an Torwart Oleksandr Kemkin vorbei lief, aber dadurch zu nah an die Grundlinie links vom Tor geriet, so dass die Kryvbas-Defensive sich wieder sortiert hatte, als die Flanke hereinkam.

Nach 80 Minuten kamen die letzten Wechsel: Eriki für Edson und Kvasnytsya für Karabin. Es nützte aber nichts mehr. Die Kryvbas-Defensive hielt, und Karpaty verloren.

Fazit

Das war ein Dämpfer für Karpaty, der aber vermeidbar gewesen wäre. Die Mannschaft war gut in das Spiel gestartet und eine halbe Stunde lang die klar dominierende Mannschaft im fremden Stadion gewesen. Es brauchte nur einen sauber vorgetragenen Gegenangriff und eine kollektiv unkonzentrierte Abwehrreihe, um dieses schöne Spiel für die Grünweißen zu kippen. Die Mannschaft musste nun einem Rückstand gegen einen plötzlich viel selbstbewusster agierenden Gegner hinterherlaufen.

Ohne die Kreativität Bruninhos und die Durchschlagskraft von Faal reichten auch 60 Minuten schönen Kombinationsspiels nicht, die gut organisierte Defensive des Gegners zu überwinden. Dies war ein wirklich frustrierendes Spiel, weil dieses Ergebnis wirklich nicht nötig gewesen wäre. Nächste Woche geht es zu hause gegen Metalist 1925, einen ähnlich starken Gegner.