Heute spielten Karpaty bei Metalist 1925, einem Team, das 5 Positionen vor Karpaty in der Tabelle auf Platz 5 steht. Metalist hat noch realistische Chancen zumindest auf Platz 4, während es für Karpaty mehr um Konsolidierung ging und daraum, die Saison zu einem positiven Abschluss zu bringen.

Bei Karpaty gab es weiterhin Verletzungssorgen: Baboucarr Faal und Marko Sapuha, Bruninho, Jean Pedroso, Stênio und Paulo Vitor standen nicht zur Verfügung. Dafür hatte Trainer Fran Fernández mit Vladyslav Resnik und Oleksandr Dyedov zwei Nachwuchsspieler aus der U19 in den ersten Kader berufen. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema:
- Nasar Domtschak (TW)
- Oleksij Sytsch (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Tymur Stets’kov (IV)
- Rostyslav Lyakh (LB)
- Edson (ZDM)
- Xeber Alkain (RW)
- Ambrosij Tschatschua (RZM)
- Valentyn Rubtschynskyj (LZM)
- Yan Kostenko (LW)
- Yaroslav Karabin (MS)
Auf der Bank saßen:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Roman Mysak (TW)
- Denys Miroschnitschenko (RV)
- Andrij Bulesa (LV)
- Eriki (ZDM)
- Ilya Kvasnytsya (RW)
- Vladyslav Resnik (ZDM)
- Artur Schakh (ZM)
- Oleksandr Dyedov (MS)
Im weiteren Verlauf kamen noch Andrij Bulesa (Yaroslav Karabin), Eriki (Edson), Ilya Kvasnytsya (Xeber Alkain), Artur Schakh (Valentyn Rubtschynskyj), Denys Miroschnitschenko (Yan Kostenko) zum Einsatz.

Karpaty begannen wie schon letztes Wochenende dominant, kontrollierten den Ball und kombinierten sehenswert. Metalist hatte Schwierigkeiten, selber ins Spiel zu kommen und versuchte zunächst, mit aggressivem Pressing und auch physischer Härte den Spielaufbau der Grünweißen zu stören. So gab es in der ersten halben Stunde auch kaum größere Torchancen.
Die größte Chance hatte interessanterweise dann Metalist nach etwa 30 Minuten, wo Domtschak gleich zwei Bälle aus kurzer Distanz mit starken Reflexen parieren musste. Hier hätte es gut plötzlich 1:0 stehen können. Diese Chancen wirkten wie eine Initialzündung für die Hausherren, die plötzlich mehr vom Spiel hatten und auch in Folge zu einigen Chancen kamen.
Und fast ein wenig wie mit Ansage klingelte es dann nach 41 Minuten im Tor der Grünweißen, und man muss eingestehen, dass das ein wunderschönes Tor war. Baton Zabergja hatte sich von rechts an der Strafraumgrenze entlang in Position gelaufen und den Ball von da direkt mit viel Effet direkt neben den linken Pfosten eingeschossen, keine Chance für Domtschak. Karpaty mussten erneut einem Rückstand hinterherlaufen, und das können sie nicht besonders gut. Das hatte ein wenig von einem Deja Vu – den Beginn der Partie klar dominiert, ohne aber ein Tor zu erzielen und dann selbst in Rückstand geraten. Es ging mit dem knappen Rückstand in die Pause.
Nach Wiederanpfiff ohne personelle Änderungen verlief das Spiel im Grunde weiter so, wie die erste Hälfte geendet hatte. Beide Seiten hatten ihre Chancen, aber nach 51 Minuten trafen die Grünweißen – nach einem Steilpass war Rubtschynksyj aus abseitsverdächtiger Position rechts durchgebrochen, hatte flach in den Fünfmeterraum geflankt, wo Tschatschua stand und verwandelte. Es gab einige Diskussionen um eine mögliche Abseitsposition, aber nach Überprüfung hatte der Treffer Bestand.
Wenig später gab es die nächste strittige Szene. Xeber war im Strafraum zu Fall gekommen, und die Karpaty-Spieler protestierten wütend, bis der Schiedsrichter schließlich an den Bildschirm ging und danach auf den Punkt zeigte. Tschatschua trat an und traf – 1:2.
Aber bei der Führung blieb es auch nicht lange – gerade mal 5 Minuten später glich Metalist schon wieder aus. Das war wieder so ein Tor, wo die Karpaty-Innenverteidigung nicht gut aussah – Sebastián Castillo hatte von rechts flach in die Mitte geflankt, und zwischen zwei Karpaty-Abwehrspielern kam im Fünfmeterraum dennoch Peter Itodo an den ball und konnte mühelos einschießen. Im Anschluss darauf gab es eine kleine Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der beiden Trainerteams, wofür es auf beiden Seiten je eine rote Karte für einen Kotrainer gab.
Nach 70 Minuten kamen dann die ersten Wechsel: Eriki für Edson und dann noch eine Premiere: nach endlos scheinender Verletzungspause kam zum ersten Mal wieder Andrij Bulesa auf den Platz, er ersetzte Yaroslav Karabin. Das war verbunden mit einer kleinen Umstellung: Lyakh rückte vor auf die linke Flanke, Kostenko ins Zentrum und Bulesa übernahm seine gewohnte Position auf der linken Abwehrseite.
Nach 79 Minuten gab es die nächsten zwei Wechsel – Kvasnytsya für Xeber und Schakh für Rubtschynskyj. Metalist war deutlich bemüht, doch noch den Siegtreffer zu erzielen, während Karpaty um Ballkontrolle bemüht waren. 10 Minuten später gab es dann den letzten Wechsel mit Miroschnitschenko für Kostenko. Karpaty standen deutlich unter Druck, kamen aber, weil Metalist immer mehr aufrückte, immerhin zu einigen Konterchancen. Nach etwas mehr als 7 Minuten Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter schließlich ab. Es blieb beim insgesamt verdienten 2:2 Unentschieden.
Fazit
Das war ein ziemlich unterhaltsames Spiel zweier starker Mannschaften. Karpaty haben erneut ein sicheres Kombinationsspiel gezeigt und sich auch durch den zwischenzeitigen Rückstand und die physische Härte des Gegners nicht aus dem Konzept bringen lassen. Überhaupt ist positiv zu bemerken, dass die Mannschaft sich mittlerweile stabil ballsicher zeigt. Früher hatte es ja alle paar Wochen immer wieder regelrechte Fehlpassparaden gegeben, und Trainer Fernández scheint es irgendwie gelungen zu sein, das abzustellen.
Am kommenden Sonntag geht es dann zu hause gegen Tabellennachbarn Veres, für den es wie auch für die Grünweißen nicht mehr um das Erreichen eines bestimmten Tabellenplatzes geht.
