Nach der diplomatischen Antwort von Fran Fernández zur Zukunft von Jean Pedroso sind Details bekannt geworden, wohin die Reise für ihn gehen könnte. Außerdem gibt es neue Gerüchte darüber, wie Dynamo Karpaty einen Transfer von Oleksij Sytsch schmackhaft machen will.

In seinem Interview vom Wochenende hatte Fran Fernández erklärt, noch „4-5 Spieler“ zu brauchen. Aktuell besteht so ein wenig die Gefahr, dass ihm der vorhandene Kader mehr und mehr auseinanderbricht. Nach den Abgängen von Nasar Domtschak, Baboucarr Faal und Bruninho fehlen in allen Abteilungen wichtige Leistungsträger. Ein weiterer, der offenbar aktuell einen Wechsel zu forcieren versucht, ist Jean Pedroso.
Wie Lateral Football berichtet, wolle er Karpaty diesen Sommer verlassen. Interessiert an ihm seien Udinese Calcio und mehrere brasilianische Clubs. Karpaty seien mit dem bisherigen Angebot der Italiener aber nicht zufrieden un ddie Verhandlungen entsprechend noch im Gange. Jean Pedroso hatte seit dem Amtsantritt von Fran Fernández keinen Stammplatz mehr in der Mannschaft gehabt; man sagt ihm Schwächen im Defensivspiel nach. Er hatte zwischendurch sogar einmal auf der „6“ gespielt, was seiner Stärke im Aufbauspiel entgegenkommt, fiel danach aber durch Verletzung aus.
Zur Unzeit kam dann die Meldung, dass Dynamo Rechtsverteidiger Oleksij Sytsch wolle. Sytsch ist ein Eigengewächs und einer der wenigen Nationalspieler im Dienst der Grünweißen. Gerade hatte man durch die Verpflichtung von Roman Vantukh für die linke Seite die Baustelle in der Außenverteidigung geschlossen – auf beiden Seiten je zwei Spieler mit UPL-Niveau im Kader – und nun das. Geld ist für Karpaty aktuell vielleicht weniger das Thema, die oben genannten Transfers haben einiges in die Kassen gespült. Schwerer wiegt, dass auf dem Niveau von Sytsch auch für Geld nicht mal so eben jemand zu finden ist, so dass nur wenige Wochen vor Saisonbeginn hier eine weitere deutliche Schwächung des Kaders droht.
Offenbar ist man sich bei Dynamo dieser Tatsache bewusst. SportUA berichtet, die Hauptstädter hätten die Idee ins Spiel gebracht, im Gegenzug zwei Spieler nach Lviv zu transferieren. Die Rede sei dabei von Mittelfeldspieler Valentyn Rubtschynskyj und dem 21-jährigen Rechtsverteidiger Oleksij Husev, Sohn der Dynamo-Legende Oleh Husev. Dem Bericht zufolge bestünde das Angebot darin, dass Rubtschynskyj fest und Husev auf Leihbasis nach Lviv wechseln würden.
Das alles ist aber mit einer Prise Salz zu genießen.
Zum Einen war erst vor kurzem berichtet worden, bei Karpaty sei man nicht daran interessiert, die Kaufoption für Rubtschynskyj nach seiner Leihe zu ziehen, und selbst bei Dynamo war man sich nicht sicher, ob der Spieler Teil der eigenen Planung sei. Karpaty braucht nach der Verpflichtung von Moha Moukhliss eigentlich keine weitere „8“ mehr (auf dieser Position können u.a. ja auch Ambrosij Tschatschua, Ivan Tschaban und sogar Artur Schakh spielen), sondern einen offensiven Mittelfeldspieler. Und ein solcher ist Rubtschynskyj ganz einfach nicht.
Zum Anderen wäre ein Transfer von Oleksij Husev vielleicht wirklich etwas, was man bei Karpaty in Erwägung ziehen könnte – ein junger und talentierter Rechtsverteidiger, der letzte Saison bei Kudrivka gute Leistungen in der UPL gezeigt hatte. Nur: wenn die Meldungen stimmen, denkt man bei Dynamo gar nicht daran, ihn dauerhaft gehen zu lassen. Karpaty würden hier also einen Leistungsträger verlieren und „dürften“ im Gegenzug dann für die Konkurrenz eines ihrer Talente ausbilden – keine sehr attraktive Option.
Es ist abzuwarten, wie sich das weiter entwickelt. Sicher wird auch eine Rolle spielen, was der Spieler will. Sollte er einen Wechsel nach Kyiv forcieren, steigt natürlich der Druck auf den Club, sich eventuell auf einen Deal einzulassen, den man eigentlich ausschlagen würde.
Eine ständig aktualisierte Liste aller aktuellen Spieler, Kaderveränderungen und Gerüchte befindet sich auf unserer Seite Karpaty Lviv – der Kader.
