[2026/2027] Kryvbas – Karpaty: 1:4

Heute spielten Karpaty zur Saisoneröffnung Kryvbas, eine der Mitkonkurrenten um die ersten vier Plätze und ein Team, gegen das es in den letzten Jahren eigentlich immer dramatische und hoch emotionale Spiele gegeben hatte.

Bei Karpaty fehlte weiter verletzt Andrij Bulesa. Die Mannschaft spielte im gewohnten 4:1:4:1 System mit dieser Startaufstellung:

Auf der Ersatzbank saßen:

Während des Spiels kamen noch Fellipe Vieira (Moha Moukhliss), Roman Vantukh (Nasaryj Rusyn), Artur Schakh (Xeber Alkain), Marko Sapuha (Ambrosij Tschatschua), Jean Pedroso (Eriki) zum Einsatz.

Das Spiel begannen mit offensiven und aggressiv agierenden Hausherren. Karpaty waren anfangs spürbar bemüht, Ruhe und Kontrolle zu erreichen, spielten aber, wenn im Ballbesitz, schnell nach vorn. Das war ein guter Beginn, der auf ein unterhaltsames Spiel hoffen ließ.

Nachdem beide Seiten in der ersten Viertelstunde ihre Chancen gehabt hatten, gab es nach 18 Minuten die erste strittige Szene – Xeber war im Strafraum im Duell mit Oleksandr Kemkin zu Fall gekommen, aber der Schiedsrichter erachtete das nicht als elfmeterwürdig.

Fast im Gegenzug gab es den Strafstoß dann aber für Kryvbas: Miroschnitschenko hatte einen Gegensppieler im Strafraum leicht touchiert, den Fuß dann aber schnell zurückgezogen. Jan Jurcec trat an, und obwohl Martschenko die Ecke geahnt hatte, stand es 1:0. Diese Entscheidung tat weh: nach beiden Szenen hätte man Strafstoß pfeifen können, getan wurde das aber nur nach einer, und Karpaty lagen wieder einmal gegen Kryvbas zurück.

Diese Entscheidung tat weh: nach beiden Szenen hätte man Strafstoß pfeifen können, getan wurde das aber nur nach einer, und Karpaty lagen wieder einmal gegen Kryvbas zurück.

Karpaty mussten jetzt natürlich aktiver agieren, und Kryvbas konnte mit der Führung im Rücken die Dinge etwas ruhiger angehen lassen. Das sah dann auch streckenweise nicht schlecht aus, aber vor dem Tor fehlte es an der letzten Präzision.

Nach 44 Minuten forderten die Grünweißen erneut Elfmeter, als Kostenko im Strafraum zu Fall gebracht worden war, und die Frage war, ob Joseph Jones den Ball gespielt hatte, bevor der den Fuß des Gegners traf. Es gab eine VAR-Überprüfung und danach Elfmeter für Karpaty. Ambrosij Tschatschua trat gegen seinen früheren Mannschaftskameraden Kemkin an, und obwohl der die Ecke ahnte, saß auch dieser Strafstoß. Das Spiel war wieder offen, und mit dem leistungsgerechten 1:1 ging es in die Pause.

Die zweite Hälfte begann ohne personelle Wechsel auf Seite der Grünweißen. Es gab gleich wieder eine strittige Szene, als Rusyn von Jones im Strafraum mit einem Bodycheck weggeräumt wurde, was aber keine Konsequenzen hatte.

Es ging weiter hin und her, Torraumszenen auf beiden Seiten, und die Karpaty-Abwehr zeigte einige Male gefährliche Unsicherheit. Nach 53 Minuten hatte Kostenko die Chance zur Führung, als er aus 6 Metern mit einem Volley über das Tor hinweg schoss – das war eine schnelle Reaktion auf eine unerwartete Gelegenheit gewesen und dafür eine wirklich schöne Direktabnahme.

Karpaty waren in dieser Phase die aktivere Mannschaft, die sich ihre Chancen erarbeitete, während Kryvbas vor allem auf Konter setzte und von Fehlern des Gegners profitierte. Nach 56 Minuten stand es dann 1:2 – und es war wieder einmal Innenverteidiger Babohlo, der zum Goalgetter wurde. Miroschnitschenko hatte einen Eckball von links getreten, der abgewehrt werden konnte. Den Ball bekam Babohlo etwa 10 Meter vom Tor auf den Fuß und schloss direkt ab, unhaltbar für Kemkin.

Und es kam noch besser. 64 Minuten waren gespielt, und Rusyn schickte, nachdem er sich den Ball in der eigenen Hälfte erobert hatte, Kostenko steil, der dann mit seinem Tempo und wenig Gegenspielern vor sich aus kurzer Distanz vor Kemkin zum Abschluss kam. Er verwandelte mit bemerkenswerter Ruhe flach ins lange Eck zum 1:3. Danach wechselte Trainer Fran Fernández erstmals: Vantukh kam für Rusyn und Vieira für Moukhliss.

Wieder nur wenige Minuten später stand es 1.4 – Kostenko war nach einem kleinen Doppelpass mit dem Ball in den Strafraum gesprintet und mit einem wunderschönen Heber über Kemkin hinweg nur die Latte getroffen. Den zurückprallenden Ball köpfte Vantukh dann mühelos ein. Danach wurde das Spiel erst einmal unterbrochen, da die russischen Faschisten wieder einmal mit ihren Raketen und Drohnen Menschen ermorden wollten.

Als es schließlich weiter ging, änderte sich wenig. Nach 85 Minuten kam Schakh für Xeber und zwei Minuten später Spuha für Tschatschua und Jean Pedroso für Eriki. Am Ende blieb es bei dem unerwartet hohen Sieg für die Grünweißen.

Fazit

Das Spiel der Grünweißen wirkte wie eine Fortsetzung der letzten Saison, und das ist auf jeden Fall positiv. Es wurde kombiniert, und das mit viel Drang nach vorn. Nach dem Rückstand wirkte die Mannschaft nicht kopflos, sondern spielte konzentriert weiter und riss die Initiative an sich. Und die gab man auch nach dem eigenen Ausgleichstreffer nicht mehr ab und setzte die Hausherren weiter unter Druck. Das hohe Ergebnis wurde dann natürlich auch dadurch möglich, dass der Gegner immer mehr die eigene Deckung öffnete.

Karpaty haben einigen Grund, über die Entstehung des Rückstands in der ersten Hälfte verärgert zu sein. In einem Zeitraum von 3 Minuten hatte es auf beiden Seiten im Strafraum eine Berührung gegeben, für die man zum Strafstoß pfeifen konnte oder auch nicht. Man kann mit gutem Recht argumentieren, dass, wenn man bei der zweiten Szene pfeift, man es auch bei der ersten hätte tun müssen. Das wirkt ungerecht. Die Elfmeterentscheidung zu ihren Gunsten kurz vor der Halbzeitpause war dann ähnlich eng, insofern konnte man hier vielleicht von so etwas wie ausgleichender Gewalt sprechen.

Mitunter sah man den Spielern an, dass sie gern einen Baboucarr Faal mit seiner Kopfballstärke und Ballsicherheit da vorn gehabt hätten. Rusyn und Kostenko sind beide Qualitätsspieler, die heute entscheidende Rollen gespielt haben, aber sie sind eben doch ganz andere Typen. Wir dürfen weiter gespannt sein, ob und durch wen hier noch eine Verstärkung kommt. Das Transferfenster ist ja noch eine Weile offen, es ist also noch einiges möglich.

In 9 Tagen am Montag kommt dann das erste Heimspiel – es geht gegen LNS, einen weiteren direkten Konkurrenten um einen Platz unter den ersten 4.