Heute spielten Karpaty ihr erstes Pokalspiel der neuen Saison. Der Gegner war Ligakonkurrent Obolon‘.
Die letzten Spiele hatte Eriki verletzungsbedingt verpasst. Hinzu gekommen war die Verletzung von Innenverteidiger Vitalij Kholod, die ihn wohl für länger außer Gefecht setzen wird. Wie bei Pokalspielen üblich bekamen einige Spieler, die sonst nicht in der Startaufstellung stehen, eine Chance, wobei die Änderungen auch nicht radikal waren. Die Mannschaft im gewohnten 4:1:4:1 System mit dieser Startaufstellung:
- Denys Martschenko (TW)
- Iván Calero (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Jean Pedroso (IV)
- Roman Vantukh (LV)
- Moha Moukhliss (ZDM)
- Xeber Alkain (RW)
- Ambrosij Tschatschua (RZM)
- Fellipe Vieira (LZM)
- Nasaryj Rusyn (LW)
- Joseph Séry (MS)
Auf der Ersatzbank saßen:
- Roman Mysak (TW)
- Rostyslav Lyakh (LV)
- Tymur Stets’kov (IV)
- Denys Miroschnitschenko (RV)
- Marko Sapuha (ZM)
- Bruno Iglesias (ZAM)
- Andrij Bulesa (LV)
- Yaroslav Karabin (RW)
- Vladyslav Resnik (ZDM)
- Joaquinete (LW)
- Yan Kostenko (MS)
- Oleksandr Dyedov (MS)
Während des Spiels kamen noch Bruno Iglesias (Xeber Alkain), Marko Sapuha (Fellipe Vieira), Rostyslav Lyakh (Joseph Séry), Joaquinete (Roman Vantukh), Oleksandr Dyedov (Nasaryj Rusyn) zum Einsatz.

Karpaty begannen offensiv und stellten die Gäste sofort vor Probleme, die diese nur durch Fouls lösen konnten, Was Taras Moros schon nach 2 Minuten die erste Verwarnung einbracht. Die Härte schien System zu haben und de Zweck zu dienen, das Kombinationsspiel der Grünweißen im Ansatz zu stören. Das gelang auch zunehmend besser, und das Spiel wirkte dadurch etwas zerfahren mit wenigen durchgespielten Angriffen auf beiden Seiten.
Obolon‘ setzte allein auf Defensive und Konter. Das stand mit zwei Viererreihen vor dem eigenen Tor, wodurch die Räume extrem eng wurden. Es passierte nicht viel, aber die erste wirkliche Chance auf ein Tor hatten nach 31 Minuten die Gäste einen langen Ball versuchte Jean Pedroso in der Rückbewegung zu Torwart Martschenko zu köpfen. Der Kopfball geriet aber zu kurz, so dass Martschenko vor dem heraneilenden Denys Ustymenko retten musste, den Ball aber dabei verpasste, so dass es wie ein sicheres Eigentor aussah. Das konnte im letzten Moment noch von Vantukh verhindert werden, der mit einem unglaublichen Sprint nach hinten lief und den Ball von der Grundlinie kratzte.
Dafür klingtelte es nun endlich auf der anderen Seite: Vantukh flankte aus dem Halbfeld von links in den Strafraum, Joseph stieg am höchsten und köpfte ein zum 1:0 – ein schöner Einstand in seinem ersten Pflichtspiel. 36 Minuten waren gespielt. Mit diesem Stand ging es dann auch in die Pause.
Wie schon gewohnt begann die zweite Hälfte zunächst ohne personelle Änderungen. Die Ausgangslage war aufgrund der Führung natürlich eine andere, da Obolon‘ nun nicht mehr ganz so konseequent auf Defensive setzen konnten wie noch über die erste halbe Stunde. Entsprechend sah das Spiel nun mehr aus wie das, was wir als Karpaty-Spiele kennen – die Mannschaft kontrollierte den Ball und kombinierte nach vorn.
Nach 70 Minuten war für Xeber Feierabend, für ihn kam Iglesias. Auf dem Platz passierte zu der Zeit nicht besonders viel. Karpaty kontrollierten Spiel und Gegner, aber sie drängten jetzt auch nicht mit Gewalt auf den zweiten Treffer. 8 Minuten später kamen dann Lyakh für Josph und Sapuha für Moha. Das führte zu einer kleinen Umstellung – Moha rückte auf die „8“ vor, Sapuha übernahm im defensiven Mittelfeld, Rusyn ging ins Zentrum, Vantukh rückte vor und Lyakh übernahm hinten links.
Rusyn hatte dann kurz darauf auch eine Chance, konnte aber den herauseilenden Nasarij Fedorivskyj nicht überwinden. Das 2:0 fiel dann nach 84 Minuten: Rusyn hatte sich in einer schönen Einzelaktion bis kurz vor dem Tor auf der rechten Seite durchgespielt und dann präzis flach in den Fünfmeterraum geflankt, wo dann Iglesias richtig stand und mühelos verwandelte.
Damit war das Spiel so kurz vor dem Ende natürlich entschieden. Es gab noch 2 weitere Wechsel, Joaquimete kam zu seinem Debüt, für ihn ging der erschöpfte Vantukh, und Dyedov kam für Rusyn. Nach 93 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab, und Karpaty hatten endlich mal wieder ein Pokalspiel gewonnen.
Fazit
Der heutige Gegner hatte aus der Perspektive des Schwächeren heraus gespielt. Entsprechend gab es gleich zwei Mauern aus Beton vor dem Tor und die Hoffnung, durch lange Bälle etwas auf der anderen Seite bewegen zu können. Das war natürlich für Karpaty eine unangenehme Taktik, wodurch wir in der ersten Hälfte auch kaum Szenen vor dem Tor der Gäste gesehen hatten.
Mit dem 1:0, das durch einen langen Ball und die Kopfballstärke von Debütant Joseph zustande gekommen war, änderte sich natürlich die Architektur des Spiels, das enstprechend attraktiver wurde und nun auch den Grünweißen erlaubte, ihr gewohntes Kombinationsspiel zu spielen.
Joseph hatte durch sein Tor natürlich einen Einstand nach Maß. Er zeigte auch sonst, dass er eine gute Ballbehandlung hat und nahm aktiv am Aufbauspiel teil, was gut zu sehen war. Mitunter traute er sich ein wenig zu viel zu und glaubte offenbar, Gegenspieler leicht ausspielen zu können – aber auch in der Ukraine weiß man, wie man Fußball spielt. Dennoch kann man sagen, dass sich hier einiges Potential gezeigt hat, was der Mannschaft in dieser Saison noch helfen könnte.
Held des Tages war heute wohl Vantukh, der durch seine akrobatische Reattungsaktion den Rückstand verhindert und dann durch seine präzise und weite Flanke die Führung eingeleitet hatte. Überhaupt war er auf seiner linken Seite ein ständiger Aktivposten und zeigte keine Schwächen – eine echte Verstärkung.
Torwart Martschenko hinterlässt ein wenig gemischte Gefühle. Er ist stark mit den Füßen am Ball, hat sich aber heute und auch in den letzten Spielen einige Unsicherheiten geleistet, z.B. Bälle nicht festgehalten. Nun hat auch Nasar Domtschak nicht vom ersten Tag an die Leistungen gezeigt, die ihm letztlich seinen Wechsel zu Slavia eingebracht haben, aber es ist schon deutlich, dass Martschenko sich noch ein wenig wird steigern müssen. Vielleicht ist es auch einfach nur Sicherheit und Selbstvertrauen, das ihm in der neuen Umgebung noch fehlt, man wird sehen.
Moha hat auch heute wieder auf der für ihn eigentlich ungewohnten „6“ gespielt; er ist eigentlich eher eine „8“, aber da sind die Plätze zur Zeit durch Tschatschua und Fellipe belegt, während Eriki weiter verletzt ausfällt. Als defensiver Mittelfeldspieler hat er natürlich seine Stärken vor allem im Spielaufbau, und er ist ganz sicher kein „Zerstörer“. Nach der Einwechselung von Sapuha konnte er dann für etwas mehr als 10 Minuten auf seiner gewohnten Position spielen.
Nächste Woche Samstag geht es weiter in der Liga, auswärts bei Aufsteiger Livyj Bereh, wo übrigens Ilya Kvasnytsya für diese Saison auf Leihbasis spielt.

