Heute spielten Karpaty ein Benefizspiel beim belgischen Erstligisten KV Mechelen, dem früheren Club von Karpaty-Eigengewächs Mariyan Schved.

Bei Karpaty fehlte weiter verletzt Innenverteidiger Vitalij Kholod, während Vladyslav Babohlo mit der moldauischen Nationalmannschaft unterwegs war. Außerdem fehlten ebenfalls verletzt Andrij Bulesa und Ivan Tschaban. Dafür war nach überstandener Verletzung Rückkehrer Jurij-Volodymyr Hereta zum ersten Mal wieder im Aufgebot. Einige Stammspieler waren zu hause (oder im Kurzurlaub) geblieben, dafür gab es einige Jugend auf der Ersatzbank. Gespielt wurde im üblichen 4:1:4:1:
- Roman Mysak (TW)
- Denys Miroschnitschenko (RV)
- Jean Pedroso (IV)
- Tymur Stets’kov (IV)
- Roman Vantukh (LV)
- Marko Sapuha (ZDM)
- Yaroslav Karabin (RW)
- Ambrosij Tschatschua (RZM)
- Moha Moukhliss (ZDM)
- Bruno Iglesias (ZAM)
- Joseph Séry (MS)
Auf der Ersatzbank saßen:
- Jurij-Volodymyr Hereta (TW)
- Anton Zhylkin (TW)
- Rostyslav Lyakh (LV)
- Erik Kalinets‘ (LV)
- Andrij Tscheberyntschak (IV)
- Iván Calero (RV)
- Xeber Alkain (RW)
- Yan Kostenko (LW)
- Oleksandr Dyedov (MS)
Während des Spiels kamen noch Yan Kostenko (Joseph Séry), Anton Zhylkin (Roman Mysak), Xeber Alkain (Yaroslav Karabin), Rostyslav Lyakh (Bruno Iglesias), Iván Calero (Marko Sapuha), Erik Kalinets‘ (Ambrosij Tschatschua) zum Einsatz.
Mechelen ist in Belgien eher ein Team der unteren Tabellenhälfte und steht aktuell tatsächlich auf dem letzten Tabellenplatz. Dabei ist aber das Niveau der ersten belgischen Liga natürlich deutlich höher als das der UPL, weswegen die Gastgeber auf dem Papier natürlich klare Favoriten waren.
Auf dem Platz machte sich das zunächst nicht bemerkbar. Beide Teams spielten mit Drang nach vorn, und es entwickelte sich eine abwechslungsreiche Partie.
Nachz 23 Minuten stand es 0:1. Karabin hatte sich auf seiner rechten Seite durchgesetzt, flach in den Strafraum geflankt, wo Tschatschua weiterleitete und Séry von halblinks verwandelte. Das war zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient. Ein Tor fiel bis zur Pause nicht mehr.
Nach Wiederanpfiff kam Yan Kostenko für den Torschützen Joseph Séry auf den Platz. Nach 53 Minuten 1:1. Die Mechelen-Offensive hatte die Karpaty-Abwehr schön auskombiniert, und am Ende legte Thérence Koudou links im Strafraum schön auf Bouke Boersma ins Zentrum ab, der nur noch einschieben musste.
Anschließend folgten 3 Wechsel: Alkain für Kostenko, Lyakh für Iglesias, der dann mit Vantukh die Position tauschte, und Zhylkin für Mysak. Karpaty hatten eine gute Chance nach einem Freistoß kurz danach, wo die Mechelen-Abwehr nicht gut aussah, aber die Szene blieb ohne zählbare Folgen.
Dann ging Vantukh, für ihn kam Dyedov, der dann die zentrale Position von Kostenko übernahm, der wiederum auf den linken Flügel wechselte. Und Dyedov machte sich auch gleich bemerkbar: er brachte vor dem Strafraum den nach innen ziehenden Alkain ins Spiel, der einen Gegenspieler ausspielte und dann allein vor dem Torwart zum 1:2 einschob.
Aber bei dieser Führung blieb es nicht lang. Noch während die Zuschauer jubelten, leitete Mechelen einen Angriff über rechts ein, brachte im Strafraum Myron van Brederode ins Spiel, der unbedrängt zum 2:2 verwandelte.
Und es blieb turbulent. Es waren gerade 76 Minuten gespielt, und Kostenko kam nach Zuspiel von Lyakh links im Strafraum an den Ball. Er drehte sich einmal um die Achse und schoss einen Gegner an, von dem der Ball dann ins Tor trudelte – 2:3. Das Speil wurde nun etwas emotional, und plötzlich lag Mokha am Boden nach etwas, was nach einem Stoß, vielleicht auch einer Tätlichkeit ausgesehen hatte. Der Täter, Cedric Van Meirvenne, sah rot und musste vom Platz.
Für die letzten 10 Minuten kam noch Calero für Sapuha, was dann einen Positionswechsel mit Miroschnitschenko zur Folge hatte, der fortan im Zentrum vor der Abwehr spielte. Kurz vor Schluss kam dann noch der junge Erik Kalinets‘ zu seinem Debut; für ihn ging Tschatschua.
Es fiel kein Tor mehr, und es blieb beim 2:3 Auswärtssieg für Karpaty, auch wenn natürlich das Resultat heute bedeutungslos war.
Fazit
Der heutige Abend lieferte alles, was zu einem schöhnen Fußballspiel benötigt wird – zwei Mannschaften auf Augenhöhe, Torszenen auf beiden Seiten und auch ein wenig Drama. Beide Teams schonten sich nicht und spielten voll auf Sieg, auch wenn es ja eigentlich um „nichts“ ging.
Bei Karpaty, die in gewisser Weise gegen einen „höherklassigen“ Gegner spielten, war das übliche technische Kombinationsspiel zu sehen, das mit ja immerhin 3 Toren auch treffsicher genug war. Auch bei den Gegentoren war alles beim alten – die Karpaty-Defensive wirkt verwundbar, wenn um und im Strafraum schnell kombiniert wird. Auch wenn die personelle Qualität im UPL-Vergleich noch eher hoch ist, gibt es hier nach wie vor Verbesserungsbedarf.
Und auch wenn der Platzverweis für Cedric Van Meirvenne die Stimmung kurzzeitig etwas trübte, konnte man doch erkennen, dass man hier unter Freunden war. Mechelen ist ein Club, wo man sich für die Ukraine einsetzt, was wir alle in diesen schweren Zeiten so dringend brauchen und auch sehr schätzen.
Kommendes Wochenende geht der Ligabetrieb wieder los, am Sonntag geht es auswärts gegen Dynamo, wobei noch nicht ganz feststeht, wo das Spiel überhaupt stattfinden wird, da Kyiv seit Wochen unter schwerem Drohnen- und Raketenbeschuss steht; es könnte also durchaus auch zu einem „Heimspiel“ in Lviv kommen.
