Sparring: Karpaty – Nyva Ternopil: 4:1

Da heute aufgrund der Länderspielpause keine Ligaspiele stattfanden, trugen Karpaty heute ein Freundschaftsspiel gegen Nyva Ternopil aus. Dies war einmal eine Gelegenheit, Spieler, die normalerweise bei Pflichtspielen noch nicht Stammspieler sind, auf dem Platz zu sehen, auch wenn der drittklassige Gegner natürlich keine wirkliche Messlatte war.

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Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Gepsielt wurde wie üblich in einer 3:4:3-Formation. Im Tor stand Saderejko, davor eine Dreierkette aus Nesterov, der zum ersten Mal nach seiner langen Verletzung wieder spielte, Papa Gueye und Kovtun, davor im Mittelfeld Busko, Di Franco, Hongla und Hutsulyak sowie im Sturm Yoda, Debelko und Vargas.

Die Führung erzielten Karpaty und zwar ausgerechnet durch Yoda, der zwar als technisch stark und schnell, aber gleichzeitig auch als Chancentod gilt; er zog von seiner rechten Seite in den Strafraum und schob den Ball sehr souverän flach ein.

Etwas überraschend gab es etwas später einen Elfmeter für Nyva, von denen eigentlich in der Offensive praktisch nichts zu sehen gewesen war. Saderejko parierte den Ball, danach waren aber die Gäste gedanklich schneller, erwischten den abgeprallten Ball und erzielten dann doch noch den Ausgleich.

Fast im Gegenzug fiel das 2:1, eine sehr schöne Kooperation zwischen Vargas und Hutsulyak: Vargas hatte Hutsulyask steil geschickt, der dann fast von der Grundlinie am linken Strafraumrand diagonal in die Mitte spielte, wo dann Vargas souverän aus 16 Metern flach einschoss. Das war überraschend, da auch Vargas eigentlich nicht gerade als Vollstrecker bekannt ist.

Das 3:1 erzielte Hutsulyak mit einem frechen Freistoß von der Strafraumgrenze aus – statt über die Mauer hinweg zu zirkeln, schoss er flach links in die Torwartecke ein.

Das 4:1 fiel wieder nach einer schönen Kombination, wo Yoda wieder einmal zu einem seiner Tempodribblings ansetzte, dabein von seiner rechten Seite am Strafraum entlang und dann links in den Strafraum hinein lief, flach und diagonal auf Busko zurückspielte der aus 11 Metern direkt abzog.

Nach der Pause ging es erwartungsgemäß mit einigen Wechseln weiter. Für Di Franco war Tolochko gekommen, für Vargas Shved und für Debelko Ponde. Später kam Mehremic für Papa Gueye (für den dann Kovtun von links auf rechts und Nesterov in die Mitte rückte) und Myakushko für Busko und wieder etwas später Bedoya für Yoda und Lyakh für Hutsulyak. Das Spiel plätscherte so vor sich hin, es ging ja um nichts, und die Führung war einigermaßen standesgemäß.

Für die letzten 12 Minuten durften dann noch einmal Kharzhevskyj für Kovtun und Prytulya für Hongla Spielpraxis sammeln. Ein Tor fiel aber nicht mehr. Die zweite Halbzeit war somit ein wenig enttäuschend, dafür war die erste umso unterhaltsamer gewesen.

Was man bei diesem Spiel gut beobachten konnte, war, dass das Spielsystem im Grunde eher ein 3:4:1:2 ist als ein 3:4:2; es wird nicht versucht, den zentralen Angreifer durch Flanken zu füttern, vielmehr positioniert der sich eher an der Strafraumgrenze und vesucht mindestens ebenso stark Bälle zu verteilen wie selber zum Abschluss zu kommen.

Von den Jungspielern, die sonst selten zum Einsatz kommen, konnte sich heute keiner uneingeschränkt empfehlen. Vargas hatte einige sehr starke Momente und einen Torerfolg zu verzeichnen, dafür aber auch wieder einige leichte Ballverluste und Fehlpässe. Busko hat ebenfalls einen schönen Treffer erzielt, aber die Präsenz und Gefahr, die Myakushko auf der selben Position ausstrahlt, fehlt ihm noch. Von Bedoya, Lyakh, Karhzveskyj und Prytulya war nicht viel zu sehen, sie waren letztlich auch zu kurz auf dem Platz. Torwart Saderejko hatte natürlich wenig zu tun, parierte aber immerhin einen Elfmeter und hatte keine Angst, aus seinem Tor herauszukommen. Hier müsste man einmal sehen, wie er sich gegen einen wirklich starken Gegner hält.

Von den Stammkräften beeindruckte vor allem Yoda, der durch seine Tempodribblings stets gefährlich war und sogar ein Tor erzielte. Hongla verteilte wie üblich mit guter Übersicht die Bälle. Gueye strahlte eine stoische Ruhe aus. Nesterov spielte 90 Minuten und machte keine Fehler.