Karpaty – Desna: 2:0

Heute spielten Karpaty bei strömendem Regeln zu hause in der Abstiegsrunde der UPL gegen Desna. Letzte Woche war es ja bei Vorskla immerhin gelungen, mit einem Unentschieden und somit nicht mit vollkommen leeren Händen nach hause zu kommen, was zumindest für eine leichte Hoffnung sorgte.

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Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Die Aufstellung war gegenüber letzter Woche noch einmal leicht verändert. Geblieben war das System mit einer Viererkette hinten, es war ein 4:3:3 mit Kuchynskyj im Tor, davor Miroshnichenko, Papa Gueye Kovtun und Busko, einem Dreiermittelfeld mit Di Franco, Klyots und Hongla, davor Myakushko, Ponde und Yoda.

Auf der Bank saßen Torwar Penkov, Wingback Slyva, Innenverteidgiger Nesterov und Fedetskyj, Mittelfeldspieler Tolochko sowie den Mendez und Debelko für die Offensive. Mehremic fehlte gelbgesperrt, und von Hutsulyak fehlte nach wie vor jede Spur.

Das Spiel war von Anfang an sehenswert. Beide Mannschaften suchten die Offensive, und es fiel auf, dass Karpaty nicht ganz so vorsichtig agierten, wie sie das in den vergangenen Spielen meist zu Beginn getan hatten. Karpaty hatten leichte Feldvorteile, aber insgesamt war das Spiel weitgehend ausgeglichen. Bei Karpaty wurde Marian Shved mit seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke schmerzlich vermisst, der im Zweifelsfall auch einmal durch eine Individualaktion hätte für Gefahr sorgen können; so musste man sich mit Teamwork vor das Tor des Gegners spielen, was natürlich erheblich mühsamer war. Es ging mit einem leistungsgerechten 0:0 in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann mit einer Änderungen – Nesterov kam für Gueye, und gleich gab es einen Schock – Yoda stieg ein wenig hart in einem Zweikampf ein, was vom Schiedsrichter abgepfiffen wurde. Das nahm er zum Anlass, den Schiedsrichter so zu beschimpfen, dass der ihm glatt rot zeigte. So waren wir mal wieder beim üblichen Spiel – die Mannschaft hatte bis dahin gut gespielt und befand sich nun ohne Not im Nachteil.

Doch während sich noch alle ärgerten, passierte, was keiner so recht erwarten mochte – Karpaty gingen in Führung. Nach einem Eckball hatte Kovtun per Kopf auf Cristian Ponde weitergegeben, der unter Torwart Past hindurch, dem die Sicht versperrt war, einköpfte.

Desna musste nun natürlich aktiver werden, und arbeitete mehr nach vorn. Das wurde aber stark erschwert durch die Witterungsbedingungen – der Regen hatte noch zugenommen und auf dem Rasen eine tiefe Wasserschicht erzeugt, so dass es kaum noch möglich war, den Ball zu kontrollieren und mit einigermaßen Genauigkeit zu passen. Ein Spielabbruch oder auch eine längere Unterbrechung wäre zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon geboten gewesen.

Nach 67 Minuten war für Ponde Schluss, und für ihn kam Debelko. Am Spiel änderte sich erst einmal nichts, bis nach 75 Minuten Myakushko zu einem seiner Distanzfreistöße anlief, das dürften wieder einmal etwa 25 Meter gewesen sein, aus dem linken Halbfeld. Wo schon rollende Bälle praktisch nicht kontrollierbar waren, machte Myakushko das beste aus einem ruhenden – der Ball ging mit ordentlich Kraft an die Latte und prallte von dort ins Tor. Das war natürlich wieder einmal Drama, wie man es von Karpaty kennt: Unterzahl, Relegationsplatz und 2:0. Direkt nach dem Treffer folgte dann der dritte Wechsel: Tolochko für Di Franco.

Karpaty hätten nach 80 Minuten sogar noch erhöhen können, als Nesterov aus 8 Metern knapp über das Tor schoss. Immerhin gab die deutliche Führung nun eine gewisse Sicherheit, und lange war ja auch nicht mehr zu spielen.

Die letzten Minuten brachten keine besonderen Ereignisse mehr. Der Widerstand von Desna war gebrochen, und an richtigen Fußball war bei dieser Wasserschlacht ohnehin nicht mehr zu denken. Es blieb beim insgesamt nicht unverdienten 2:0 Heimsieg für Karpaty, der allerdings außer einem moralischen Auftrieb nichts Zählbares produzierte, denn im später angepfiffenen Spiel schlug Olimpik Chornomorets mit 2:1, wodurch Karpaty weiter auf Platz 10, der am Saisonende Relegation bedeuten würde, blieb.

Nach dieser langen sieglosen Serie war dieser Dreier natürlich lang erwartet und und aufgrund des kritischen Tabellenplatzes auch dringend notwendig. Da aufgrund der Wetterbedingungen ein normales Fußballspiel nicht möglich war, ist der Aufschluss, den man aus diesem Spiel gewinnen könnte, doch sehr überschaubar. Kuchynskyj hat einige gute Rettungstaten gezeigt, und Miroshnichenko hat unter Beweis gestellt, dass die Mannschaft ihn braucht, auch wenn er nach Saisonende weg ist. Ponde hat immerhin einen guten Torinstinkt, auch wenn er natürlich absolut kein Ersatz für Shved sein kann, der ja nicht nur abschlussstark ist, sondern auch notfalls durch seine individuelle Klasse den Unterschied machen kann.

Es bleibt zu hoffen, dass sich das Gerücht, dass Carrascal noch vor Saisonende zurückkehrt, bestätigt. Es steht noch ein Rückspiel gegen Olimpik aus, insofern hat die Mannschaft immer noch alles in der Hand – wenn sie denn mal bloß nicht so launisch wäre!

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