Chornomorets‘ – Karpaty: 3:1

Heute spielten Karpaty ihr Auswärtsspiel bei Chornomorets‘ Odessa in der Abstiegsrunde der UPL. Letztes Wochenende hatte der Sieg in Unterzahl zu hause gegen Desna sicher einiges Selbstvertrauen geschafft, auch wenn er an der Platzierung in der Tabelle nichts geändert hatte, nachdem später Olimpik ihr Spiel auch gewonnen hatten.

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Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Die Aufstellung heute war ein 4:2:3:1 mit Kuchynskyj im Tor, Miroshnichenko, Kovtun, Mehremic und Busko als Viererkette, davor Klyots und Hongla, das offensive Mittelfeld mit Mendez, Di Franco und Myakushko und davor als einsame Spitze Debelko.

Auf der Bank saßen Torwart Penkov, Abwehrspieler Fedetskyj und Nesterov, Wingback Slyva, Mittelfeldspieler Tolochko und die Offensivspieler Lyakh und Hutsulyak, der nach überstandener Verletzung wieder zur Verfügung stand. Ponde und Yoda fehlten aufgrund von Sperren.

Den besseren Beginn hatte nach ereignisarmen 8 Minuten Chornomorets: nach einer Flanke über Freund und Feind hinweg schlief Mendez, wodurch Vilhjálmsson aus 5 Metern völlig unbehelligt zum Schuss kam – 1:0. Da war er wieder, der gute alte Karpaty-Blues, man durfte wieder einem frühen Rückstand hinterherlaufen, und das mit einer Reservisten-Offensive.

 

 

 

 

 

 

Was danach kam, war auch nicht gerade ein Augenschmaus. Karpaty wirkten geschockt, und es gab viele unnötige Ballverluste, während Chornomorets‘ im Grunde nur dagegenhalten und stören musste. So plätscherte das Ganze vor sich hin, ohne dass auf einer der beiden Seiten Torgefahr entstand.

Es dauerte bis zur 25. Minute, bis Karpaty überhaupt einen Schuss in Richtung des gegnerischen Tors zustande brachten – Di Franco verpasste mit einem harten Schuss das Tor nur knapp. Alles andere wurde schon früh gestoppt, entweder durch die Abwehr der Gastgeber oder durch Fehlpässe.

Nach 31 Minuten gab es einen Freistoß aus Myakushko-Entfernung, der schoss aber aus rund 30 Metern direkt in die Arme von Torwart Litovchenko. Das Spiel wurde danach ein wenig besser. Karpaty kamen etwas häufiger zumindest in die Nähe des gegnerischen Tors, und auch Hongla und Di Franco hatten noch einmal Chancen, die aber auch nichts einbrachten. Es blieb zur Pause bei einer für Chornomorets‘ glücklichen Führung.

Die zweite Hälfte begann ohne Wechsel. Karpaty bemühten sich, eine Art Spielfluss zustande zu bringen, während Chornomorets‘ im Grunde nur dagegenhalten mussten. Nach 48 Minuten kam dann Hutsulyak für Mendez, was nicht nur aufgrund des durch ihn verschuldeten Gegentors absolut konsequent war.

Eine Minute spöter hätte es Elfmeter für Karpaty geben müssen, als nach einer Ecke Kovtun zu Boden gedrückt wurde, aber dem Schiedsrichter war durch die Ansammlung im Strafraum die Sicht versperrt, und der Pfiff blieb aus.

Karpaty hatten jetzt leichte Feldvorteile, ohne jedoch zwingende Torchancen zu erspielen. Die erste sehenswerte Möglichkeit hatte dann Hutsulyak nach sehr schönem steilen Anspiel durch Hongla in der 58. Minute, verfehlte das Tor aber. Es häuften sich die Auszeiten durch Verletzungen, vor allem natürlich bei den Gastgebern, die es schon nicht mehr besonders eilig hatten. Alles in allem, hatte das Spiel nach wie vor ein schwaches Niveau.

Nach 72 Minuten gab es dann den Elfmeter, der eigentlich schon vorher fällig gewesen war. Es war ein klares Handspiel, alles völlig berechtigt. Myakushko trat an, traf den linken Innenpfosten, von da das Netz, 1:1. Eigentlich hatte man zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr damit gerechnet, aber unverdient war das dennoch nicht, da Chornomorets‘ nach seiner Führung einfach zu wenig getan hatte.

 

 

 

 

 

Das änderte sich direkt nach Wiederanpfiff. Die Karpaty-Verteidigung schlief, Pavlov traf – zum verrückt werden, 2:1, noch 15 Minuten zu spielen. Nach 78 Minuten durfte dann Mykushko wieder einmal zu einem Distanzfreistoß aus rund 30 Metern antreten. Der Schuss war gar nicht schlecht, konnte aber von Litovchenko zur Ecke abgewehrt werden. Auch aus dieser entstand wieder eine gute Chance, wieder war Litovchenko zur Stelle. Das waren innerhalb von 5 Minuten mehr Torszenen als im gesamten Spiel bis dahin zusammen.

 

 

 

Chornomorets‘ ließ sich nun auch nicht mehr lumpen und tauchte in der gegnerischen Hälfte auf. Das hatte zählbare Folgen. Ryzhuk traf zum 3:1, Klappe zu, Affe tot. Nach 85 Minuten kam Tolochko für Di Franco. Sportlich kann man diesen Wechsel nicht erklären, möglicherweise ging es einfach nur darum, ihn vor einer gelben Karte zu schützen, die in der nächsten Partie zu einer Sperre geführt hätte.

 

Karpaty haben es nun aller Voraussicht nach nicht mehr selber in der Hand, die Relegationsspiele zu vermeiden. Sie haben heute ein ganz schwaches Spiel gezeigt, und das nicht nur durch das unnötige frühe Gegentor. Sie wirkten die ganze Partie über zu ungeduldig, versuchten die schweren Bälle zu spielen, was ihnen praktisch immer misslang, und sie machten es dem Gegner damit zu leicht. Es wäre genug Zeit gewesen, sich den Gegner, der nun wirklich nicht stark ist, zurechtzulegen. Stattdessen folgte ein Fehlpass auf den nächsten, und ein Spielfluss kam nicht zustande.

Ohne Ponde wirkte die Offensive erschreckend harmlos. Von Debelko ging keinerlei Gefahr aus, er ist technisch einfach zu schwach, braucht zu viel Platz, um bei Zuspielen den Ball unter Kontrolle zu bringen und ist faktisch nicht erstligatauglich. Mendez war ein Totalausfall, Hutsulyak etwas besser, aber auch kein Vollstrecker, und Mykushko war heute auch bei weitem nicht so auffällig wie in den letzten Partien.

Wer sich so blöd anstellt, hat keinen Punkt verdient, das ist die traurige Wahrheit. Es bleibt nur zu hoffen, dass Olimpik heute Abend unerwarteterweise gegen Arsenal verliert.

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