Sparring: Volyn‘ – Karpaty: 0:0

Heute fand das sechste Testspiel der Sommerpause gegen Volyn‘ statt. Dieses westukrainische Derby hat eine große Tradition und fand zuletzt gerader erst vor ein paar Wochen statt, als Karpaty in einem dramatischen Playoff gegen genau diesen Gegner den Klassenerhalt sicherten. Das Spiel heute fand aber in der Provinz und praktisch unter Ausschluss der Zuschauer statt, so dass es wohl friedlich zugehen dürfte.

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Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Gespielt wurde wieder in einem 4:3:3-System mit Pidkivka im Tor, davor Martins, Kovtun, Prce und Dubinchak, im Mittelfeld Klyots, Verbnyj, und Mohamed, im Sturm ein zwei Testspieler und Karpenko.

Karpaty wirkten in der ersten Halbzeit etwas bissiger un dhatten leichte Feldvorteile, aber es war schon sichtbar, dass der heutige Gegner deutlich mehr Klasse hatte, als die der letzten Woche, und so war das Spiel durchaus unterhaltsam.

Nach einer Viertelstunde hatten Karpaty die erste richtige Chance, als Klyots zu einem Freistoß von der Strafraumecke antrat, der aber in die Mauer ging. Zwei Minuten später gelang es Volyn‘, die Karpaty-Abweher auszuspielen und in einem Tempogegenstoß frei vor Pidkivka zum Schuss zu kommen, der aber sowohl Pidkivka als auch das Tor verfehlte.

Es fiel auf, dass beide Mannschaften physisch durchaus entschlossen zur Sache gingen – es gab zwei gelbe Karten, für jede Mannschaft eine, jeweils nach überhartem Einsteigen. Das war bei den vorhergegangenen Testspielen so nicht zu beobachten gewesen. Die erste Halbzeit verlief dann weiter, wie sie begonnen hatte. Beide Mannschaften wirkten engagiert, aber vor dem gegnerischen Tor blieb man meist stecken, und so fehlte es letztlich an den ganz großen Chancen. So ging es mit 0:0 in die Pause.

Mit der zweiten Halbzeit begannen dann erwartungsgemäß die Wechsel. Bei Anpfiff stand ein Testpieler (vermutlich Artem Kozak) anstatt Mohamed und Slyva statt Dubinchak auf dem Platz. Später kam dann Kudryk für Pidkivka, Lyakh für den Testspieler auf rechtsaußen, Rudyuk für Klyots und Remenyuk für den Testspieler auf linksaußen. Am Spielverlauf änderte das nichts. Karpaty hatten noch einige Torschüsse, die entweder das Tor verfehlten oder vom Torhüter abgewehrt werden konnten. Es bliebt am Ende bei einem 0:0, das für Volyn‘ ein wenig glücklich war.

Dieses Spiel war natürlich deutlich schwerer als die gegen weiter unterklassige Gegner in den letzten Wochen. Gut war, dass beide Seiten kämpften und das Spiel dadurch nicht langweilig war. Die Verteidigung stand wieder sicher, was ein wenig den Nachteil hatte, dass die Torhüter sich nicht wirklich zeigen konnten.

Im Mittelfeld fiel auf, dass die Spielanlage gegenüber letzter Saison sich – letztlich personalbedingt – geändert hat: Etwas zurückgezogen in der Mitte agiert Verbnyj als Abräumer, wobei ihm seine physische Stärke und auch Schnelligkeit zugute kommt. Klyots und Mohamed spielen entsprechend deutlich offensiver. Ein Taktgeber, der das Spiel gezielt beschleunigt oder bremst, wie Hongla das war, fehlt der Mannschaft. Mohamed wirkte im Vergleich zum letzten Spiel deutlich engagierter und hatte mehr vom Spiel.

Im Angriff war Karpenko fleißig wie immer, konnte aber – auch mangels entsprechender Anspiele – nicht die gleiche Gefahr ausstrahlen wie in den bisherigen Spielen. Lyakh brachte nach seiner Einwechselung auf der rechten Seite mit seinem Tempo etwas mehr Gefahr.

Es sind nun noch rund zwei Wochen bis zum Saisonauftakt zu hause gegen Dynamo. Inwieweit die Mannschaft für diese Art von Gegner stark genug ist, kann man noch nicht sagen, da die bisherigen Gegner einfach nicht dieses Niveau hatten. Auch wenn die Verteidigung gegenüber der Vorsaison gestärkt wirkt, scheint im Angriff noch nicht so recht der Durchbruch gelungen. Karpenko zeigt einige vielversprechende Ansätze, aber von ihm zu erwarten, dass er die Tormisere löst, dürfte aktuell überzogen sein. Hier könnte immer noch ein Transfer helfen.