Yaschchyschyn hofft auf FIFA-Hilfe und Vergrößerung der UPL

Geschäftsführer Rostyslaw Yaschchyschyn äußerte sich kürzlich zu den Problemen und Fragen, vor denen aktuell nicht nur Karpaty Lviv, sondern auch andere UPL-Clubs angesichts der Zwangspause durch den Coronavirus stehen.

Rostyslaw Yaschchyschyn, Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Dabei wurden verschiedene Aspekte angesprochen. Zum Einen ging es um finanzielle Unterstützung aus einem etwaigen Hilfsfonds der FIFA (die Schaffung eines solchen Fonds wird zur Zeit erwogen):

Ich möchte sie [Jewgeni Wild und Jurij Zapisotski] um eine weitere Hilfe bitten. Meines Wissens wird die FIFA einen Fonds einrichten, um Klubs in einer schwierigen Situation zu unterstützen.

Ich glaube, dass unser ukrainischer Fußballverband und die Premier Liga in gewisser Weise dazu beitragen könnte, den ukrainischen FIFA-Klubs mit finanziellen Problemen zu helfen. Nicht nur Karpty. Ich appelliere an die UAF und UPL mit der Bitte, auf irgendeine Weise einen Beitrag dazu zu leisten.

Wir erinnern uns, dass auch schon von der durch den Coronavirus verursachten Zwangspause die finanzielle Situation bei Karpaty kritisch war: bereits seit drei Monaten sind erneut keine Spielergehälter mehr bezahlt worde. Allerdings muss auch gesagt werden, dass auch andere Clubs in der unteren Tabellenhälfte ihre Probleme haben.

Weiter ging es um Optionen für einen Abschluss der aktuellen Saison. Hier beschäftigt sich Yaschchyschyn – verständlicherweise – mehr mit der Perspektive der unteren als der oberen Tabellenhälfte:

Plan A ist es, die Saison zu Ende zu spieln. Das ist, was jeder will. Aber in unserer Situation müssen wir auch über einen Plan B nachdenken, weil es völlig unbekannt ist, wenn alles vorbei ist.

Was ich unter Plan B verstehe: […] Ich denke, es ist notwendig, die Saison so schnell wie möglich zu beenden, sobald die Erlaubnis der UEFA vorliegt. Wir wissen nicht, was als nächstes passieren wird. Es ist besser, sich auf die nächste Saison vorzubereiten und sie in dem Zustand zu belassen, in dem sie jetzt ist.

Natürlich mag das, was ich sagen werde, auf der anderen Seite zynisch erscheinen, da ich vorschlage, 12 Teams in der Meisterschaft zu belassen und 2 oder 4 Teams aus der Perscha Liha [ukr. zweite Liga] hinzuzufügen. Besser wären 4, weil wir eine Liga mit 16 erreichen wollen. Ich denke, dies wäre die beste Option in der Meisterschaft.

Das würde die Problematik des Abstiegs vermeiden. Es ist eine Variante, aber es gibt auch andere.

Zu den Mannschaften in den Europapokalen. Es ist klar, dass Dynamo mit der Tatsache, dass es auf dem 3. Platz liegt, unzufrieden sein wird. Zoriya wird sich wahrscheinlich freuen, dass es auf dem zweiten Platz liegt. Um Konfrontationen zu vermeiden, schlage ich vor, einen Rat aus 13 Mitgliedern zusammenzustellen. Jeweils ein Vertreter pro Club und je einer vom Verband und der Liga.

13 ist eine ungerade Zahl. Dieser Rat sollte zu aktuellen Fragen, vielleicht sogar globalen, mit einfacher Mehrheit entscheiden.

Eine Aufstockung der Liga scheint aktuell tatsächlich ein recht wahrscheinliches Szenario zu sein. Während am oberen Tabellenende sowohl Dynamo als auch Zoriya realistisch gesehen höchstens EL-Niveau haben und, wer auch immer am Ende den zweiten Platz hält, sich wohl ohnehin nicht für die ECL-Gruppenphase würde qualifizieren können, geht es im Kampf gegen den Abstieg um deutlich mehr. Die Erstklassigkeit ist schon zum Leben zu wenig, in der Zweitklassigkeit sieht es noch schlimmer aus, und tatsächlich sind Pläne, die Liga wieder auf 16 Teams aufzustocken und zu einem normalen Ligabetrieb statt der aktuellen zwei Phasen zurückzukehren, schon lange in den Schubladen.

Aber natürlich haben zu diesen Fragen auch andere ein Wort mitzureden, entsprechend wird man also abwarten müssen, was am Ende wirklich beschlossen wird.

Nicht direkt im Zusammenhang mit der aktuellen Zwangspause stehen Äußerungen zum Thema Legionäre:

Bei einem Treffen der UPL-Clubs würde ich vorschlagen, die Regeln, insbesondere die Frage der Legionäre, teilweise zu überprüfen.

Angesichts der Tendenz in der Fußballwelt, die Last durch Gehälter zu verringern, könnte es sinnvoll sein, eine Regel zur Nachwuchsförderung einzuführen – die mögliche Anzahl von Legionären schärfer zu begrenzen, so dass gleichzeitig mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs spielen.

Ganz richtig merkt er dabei auch an, dass den Topclubs im Lande eine solche Regelung wohl nicht gefiele – natürlich hat er hier erneut primär die Interessen von Clubs wie seinem eigenen im Blick.

Dennoch muss angemerkt werden, dass eine gezielte Förderung des Nachwuchses funktionieren kann. Das beste Beispiel ist England, wo zwar eine Menge Legionäre unter Vertrag stehen, aber die Lizenzauflagen die Proficlubs zwingen, ein aufwändiges System von Akademien zu betreiben (und übrigens auch, Frauenfußballmannschaften zu unterhalten). Die Kombination aus professioneller Schulung und einem harten Konkurrenzkampf oft mit den besten Spielern der Welt nach einigen Jahren Früchte zu tragen beginnt: englische Jugendmannschaften sind seit langem eine Macht, und auch die „Senioren“ schneiden Jahr für Jahr bei internationalen Wettbewerben besser ab. Es ist also möglich, wobei hier nicht einmal die Rede von einer Begrenzung der Anzahl der Legionäre ist.

Der Nachwuchs bei Karpaty gehört traditionell zu den besseren des Landes. Zwar wurde im letzten Jahr kein neuer Shved oder auch nur Kravets oder Lebedenko gefunden, aber immerhin stehen Spieler wie Lyakh, Veremiyenko, Prytula und kürzlich auch Sytsch durchaus auf der Schwelle zum Durchbruch in der nationalen Liga. Was danach kommen könnte, wird sicher auch nicht wenig davon abhängen, ob es dem Club gelingt, sportlich und finanziell zu überleben.