Offener Brief an den Miteigentümer

Heute erschien auf der Webseite des Clubs ein offener Brief, der sich an den Miteigentümer mit einem dringenden Appell, bei der Rettung von Karpaty Lviv mitzuhelfen.

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Photo: © Informationszentrum «FC Karpaty»

Gerichtet ist der Brief an die Firma KRISAL HOLDINGS LTD auf den Britischen Jungferninseln (es dürfte sich hier um die Offshore-Firma handeln, über die Ihor Kolomojskyj seinen Anteil an Karpaty Lviv hält). Absender ist ebenfalls eine Offshore-Firma, MENDIL LIMITED, die den anderen Miteigentümer (vermutlich Oleh Smalijchuk) vertritt. Der Wortlaut des Briefes ist der folgende:

SEHR GEEHRTE HERREN!

Der FC „Karpaty“ (Lviv) wendet sich an Sie als Miteigentümer und Aktionäre des Vereins mit folgenden Vorschlägen.

Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht praktikabel, in die Vergangenheit zu schauen und die investierten Mittel der beiden Unternehmen, denen der Club gehört, zu zählen. Der FC Karpaty steckt in großen Schwierigkeiten: Die in den letzten Jahren angehäuften Schulden gefährden die Existenz des Vereins. Die Wiederaufnahme der Kommunikation zwischen MENDIL LIMITED und KRISAL HOLDINGS LTD ist die einzige und letzte echte Gelegenheit, den legendären Verein für den ukrainischen Fußball zu erhalten, und so zu entwickeln, dass er sich selber erhalten kann.

WAS WIR ANBIETEN:

  • MENDIL LIMITED ist bereit, alle aufgelaufenen Schulden des FC Karpaty innerhalb eines bestimmten Zeitraums zurückzuzahlen, um die Zertifizierung für die Teilnahme des Teams in der nächsten Saison in der Perscha Liha erfolgreich zu bestehen.
  • Zeitnah eine Hauptversammlung der Teilnehmer des FC Karpaty abzuhalten, an der Vertreter der Aktionäre und aktive Fans des Teams teilnehmen, um die Zukunft des Vereins und das Format seiner weiteren Entwicklung zu erörtern.
  • Wenn KRISAL HOLDINGS LTD nicht am weiteren Betrieb des FC Karpaty beteiligt sein möchte, kann sie mögliche Bedingungen für die Übertragung oder den Verkauf ihrer Anteile vorschlagen.

Wir glauben, dass durch gemeinsame Anstrengungen und gemeinsamen Einsatz noch alles behoben werden kann, und freuen uns darauf, von Ihnen zu hören. Der Ball ist auf Eurer Seite.

Es bleibt abzuwarten, welche Reaktion dieser Brief nach sich zieht bzw. ob es überhaupt eine geben wird. Bisher hat Kolomojskyjs Seite nicht den Eindruck gemacht, zu irgendeinem Kompromiss bereit zu sein – offenbar wird bei der Haltung „volle Rückzahlung der Einlagen oder gar nichts“ bewusst in Kauf genommen, dass bei einem Bankrott des Vereins auch seine Investitionen komplett verloren wären.

Wir warten weiter auf ein Wunder.