Dmytro Klyots: Lviv – das ist für mich nur „Karpaty“

Dmytro Klyots, langjähriger Spieler und zum Schluss Kapitän in grünweiß, erzählt in einem Interview mit Brutalnyj Futbol Interessantes über seine Zeit bei Karpaty und das, was danach kam.

Dmytro Klyots, Photo: © Informationszentrum «FK Karpaty»

Auf die Entlassung von Trainer Oleksandr Chyzhevskyj und die Einstellung von Roman Sanzhar stattdessen (siehe auch unser Interview mit Roman Sanzhar, wo er darauf eingeht) reagierte Dmytro so:

Ich habe absolut nichts gegen Sanzhar, weil er auch ein sehr guter Mann und ein Top-Trainer ist, aber für mich persönlich war das unverständlich, weil Chyzhevskyj als früherer Spieler eine Karpaty-Vereinslegende ist. Praktisch unser Trainer, der – damals gab es noch eine Jugendmannschaft – alle jungen Spieler von „A“ bis „Z“ kannte, alle ihre Schwächen kannte. Ich denke, dadurch kannte er diese Mannschaft besser als Sanzhar und konnte mehr daraus machen. Wir waren ziemlich gut in die Meisterschaft gestartet und hatten sowohl gegen Shakhtar als auch Dynamo ein gutes Spiel gezeigt. Vor allem punkteten wir: ein Auswärtssieg gegen Olimpik und ein Unentschieden bei Desna, das, wie jetzt alle sehen können, weit oben steht und starken Fußball zeigt. Ich meine daher, dass Chyzhevskyj nicht zu recht entlassen wurde. Das war falsch, ein Fehler.

Über die Arbeit Sanzhars sagt er:

Ich weiß nicht, wie schon eben gesagt. Ich denke, weil er Karpaty nicht so gut kannte wie Chyzhevsky, brauchte er vermutlich mehr Zeit für die Anpassung und so weiter. Das hängt von allem möglichen ab, ich kann nicht sagen, dass Sanzhar ein schlechter Trainer ist. Es kommt einfach vor, dass ein Trainer in einer Mannschaft mit einer bestimmten Zusammensetzung besser ist und ein anderer schlechter. Er hatte einfach ein bisschen Pech, etwas fehlte, vielleicht haben ihn auch die Spieler nicht ganz verstanden.

Weiter über Karpaty:

Für mich ist [in Sachen Fußball] Lviv nur „Karpaty“. Rukh wird mindestens weitere 50 Jahre brauchen, um sich einen solchen Namen zu machen, wie Karpaty ihn hatten. Rukh ist so ein Team am Anfang. Im Allgemeinen respektiere ich die Arbeit von Kozlovskyj sehr und wünsche Rukh alles Gute. Ich hoffe, dass sich dieses Team weiterentwickelt.

[…]

Ich wurde vom FK Lviv eingeladen, sie interessierten sich für mich und Alvaro, der mit mir bei Keshla war. Er kehrte dann zurück und fragte mich, aber ich sagte sofort kategorisch nein. […] Ich würde mich schämen, den Fans in die Augen zu schauen, wenn ich zum FK Lviv wechselte. Ich denke, das wäre falsch. Besonders, nachdem ich letzte Saison Kapitän der Mannschaft war, würde das niemand verstehen.

Interessant ist auch, was Klyots über seine früheren Trainer sagt:

Es wäre nicht schön, jetzt jemanden als besser oder schlechte rzu bezeichnen. Ich möchte mich nur bei allen Trainern bedanken, die ich hatte. Für mich als Spieler hatte Roman Hnativ einen großen Beitrag geleistet. Er war Trainer an der Akademie, nahm mich in die Mannschaft auf, vertraute mir, machte mich zum Kapitän und half mir, als junger Fußballspieler auf den eigenen Beinen zu stehen. Später spielte Igor Jovicevic eine wichtige Rolle in meinem Leben, der mich in der U-19 trainierte, mir später vertraute und mir die Chance gab, mein Debüt in der UPL zu geben, und unter ihm habe ich eine Menge Spiele gemacht. Nennen wir vier Trainer, also noch José Morais und Chyzhevskyj. Als Morais Cheftrainer wurde, glaubte er an mich und gab mir mein Selbstvertrauen zurück, brachte mich langsam heran, ließ mich durchspielen und regelmäßig zum Einsatz kommen. Er kam in einer schwierigen Zeit zu Karpaty und belebte meine Karriere. Nun und Chyzhevskyj auch, er ist ein Mensch, der sehr viel für Karpaty getan hat, und ich respektiere ihn sehr. Ich spielte für ihn in der zweiten Mannschaft, großartiger Mensch und Trainer, der mir die Kapitänsbinde anvertraute. Das bedeutet mir sehr viel.

Interview: Brutalnyj Futbol