[2021/2022] Halytsch – Nyva Vinnytsya: 3:2

Heute spielte Halytsch zu hause gegen Nyva Vinnytsya, eine Mannschaft aus dem erweiterten Kreis der Aufstiegsaspiranten. Nach einem Unentschieden und zwei deutlichen Niederlagen war der Einstand des spanischen Trainers Carlos Inarejos bisher eher ernüchternd gewesen, und der heutige Gegner war erneut ein Schwergewicht – zu gleich eine Chance, eine Verbesserung zu demonstrieren, aber auch die Gefahr, erneut Prügel zu beziehen.

Photo: Youtube

Bei Halytsch fehlte nach wie vor Lucas Patanelli. Gespielt wurde in einer Dreierkette hinten (3:4:3 oder 5:2:3) mit folgender Aufstellung:

Auf der Bank saßen:

Während des Spiels kamen Scotto (Mordas), Schewtschuk (Bej) zum Einsatz.

Halytsch begann nervös und mit vielen Ballverlusten, die aber Nyva nicht zu nutzen wusste. Mit dem Verlauf der ersten Halbzeit gewann die Mannschaft aber langsam etwas Sicherheit und gewann langsam mehr Ballkontrolle und auch Feldvorteile. Die Spielweise war dabei offensiv, die Außenverteidiger waren oft in der gegnerischen Hälfte unterwegs, während die drei Innenverteidiger hinten allein sicherten. Der Angriff agierte nicht nach klassischem Muster mit zwei Außen- und einem zentralen Stürmer, stattdessen wechselten Vytschyzhanin, Mordas und Bey ständig die Positionen und agierten eher zentral, während die aufgerückten Außenverteidiger eher für das Flügelspiel zuständig waren. Das sah bis zur Strafraumgrenze gefällig aus, wurde dann aber vor dem gegnerischen Tor leicht etwas hektisch, so dass es in der ersten Hälfte zu überhaupt keinen Schüssen auf das Gästetor kam.

Nach 36 Minuten platzte dann aber doch der Knoten. Eine Flanke nach einem kurz getretenen Freistoß erreichte Mordas, der zum 1:0 einköpfte. Über diese Führung konnte sich die Mannschaft aber nicht lange freuen, denn schon eine Minute später stand es 1:1 – die Halytscher Abwehr hatte einen Nyva-Angriff eigentlich ins Mittelfeld geklärt, wo der Ball dann aber erneut abgefangen und nach vorn geschlagen wurde. Die Halytscher Abwehr war in diesem Moment gerade schon am Aufrücken, so dass zu viel Platz im Strafraum entstand.

Dem Spiel tat das gut. Halytsch attackierte weiter und sah dabei nun auf einmal gefährliche aus als noch eine Viertelstunde vorher. Es ging dennoch ohne weitere Tore in die Kabine.

In der zweiten Halbzeit begann Halytsch wieder mit einigen Unsicherheiten, durch die Nyva gleich mehrmals zu großen Chancen auf eine Führung kam, etwa nach 53 Minuten, als ein Distanzzschuss unhaltbar für Selenskyj den linken Pfosten traf und ein Nyva-Spieler allein vor dem Tor den Ball in die Wolken schoss. Die Führung erzielte stattdessen wenige Minuten später Halytsch durch einen bildschönen Konter: Kalyntschuk hatte den Ball weit nach vorn auf Bej geschlagen, der leitete weiter auf Mordas, der zum 2:1 einschoss.

Aber erneut dauerte es nur wenige MInuten bis zum Ausgleich. Die Halytsch-Abwehr stocherte ein wenig planlos im Strafraum herum und kriegte den Ball nicht heraus, und eine Mannschaft wie Nyva bestraft so etwas – 2:2. So ging es mit eifrigem Angriffsspiel auf beiden Seiten weiter. Nyva drängte dabei immer stärker, da ein Unentschieden für den Anschluss an die Spitzengruppe natürlich zu wenig war, und daraus ergaben sich Kontermöglichkeiten für Halytsch. Eine solche ergab sich nach 89 Minuten, die Nyva-Abwehr war aufgerückt, und Scotto erzielte seinen umjubelten ersten Treffer zum: 3:2, bei dem es am Ende blieb.

Direkter Link zum 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2

Trainer Inarejos hat seinen ersten Sieg, und das gegen eine Mannschaft, die eigentlich favorisiert gewesen war. Natürlich war auch etwas Glück dabei, aber man muss auch sagen, dass Halytsch ansprechenden Fußball gezeigt hat. Auf die taktischen Besonderheiten ist ja oben schon eingegange worden. Interessant ist dabei, dass trotz der offensiv spielenden Außenverteidiger die Abwehr selten entblößt wirkte – dieses Problem hatten wir ja bei Karpaty Lviv in der UPL oft erlebt.

Natürlich wird Halytsch durch diesen Sieg nicht plötzlich zu einer Spitzenmannschaft, das gibt der Kader auch (zumindest aktuell noch) nicht her. Man sieht, dass vieles im Um- und Aufbau ist. Die Taktik unterscheidet sich merklich vom Spielsystem unter den letzten beiden Trainern, man wird sehen, ob sich das auf Dauer bewährt, es machte aber keinen schlechten Eindruck.

So kann man mit einer gelungenen Rehabilitation nach der krachenden Niederlage gegen LNS vom Mittwoch erst einmal durchatmen, bevor es aber am kommenden Samstag gleich zum nächsten Spitzenteam, zu Livyj Bereh geht, wo ein Husarenstück wie das heute wohl deutlich unwahrscheinlicher sein dürfte.