Heute spielten Karpaty zu hause gegen Ahrobisnes, die Mannschaft des früheren Karpaty-Trainers Oleksandr Tschyzhevskyj. Nach der ersten Saisonniederlage am letzten Wochenende versprach der heutige Gegner erneut eine harte Prüfung zu werden, er stand vor Spielbeginn mit 10 Punkte hinter Karpaty auf Platz 2 der Tabelle, und das Hinspiel hatten Karpaty auch eher glücklich gewonnen.

Gespielt wurde im gewohnten 4:4:1:1. Trainer Markevytsch hatte vor dem Spiel einige Verletzungssorgen: Yevhen Pidlepenets‘ und Yehor Kartuschov waren angeschlagen. Bemerkenswert war das Fehlen des Brasilianers Cristhyan, wodurch kein echter Mittelstürmer für eine mögliche Auswechselung von Igor Neves zur Verfügung stand; stattdessen sahen wir zum ersten Mal seit einer Weile wieder seinen Landsmann Eduardo auf der Bank. In der Startaufstellung standen:
- Andrij Kozhukhar (TW)
- Timofij Sukhar (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Oleksandr Mysyuk (IV)
- Taras Sakiv (LV)
- Pavlo Polehenko (RM)
- Vladyslav Klymenko (RZM)
- Artur Ryabov (ZDM)
- Yan Kostenko (LM)
- Ambrosij Tschatschua (ZAM)
- Igor Neves (MS)
Auf der Bank saßen:
- Oleksandr Ilyushchenkov (TW)
- Jurij Romanyuk (RV)
- Bohdan Veklyak (IV)
- Eduardo (Santos Soares) (ZDM)
- Maksym Tschekh (ZM)
- Artur Schakh (ZAM)
- Vitalij Ravlyk (LW)
- Yehor Demtschenko (ZAM)
Während des Spiels kamen noch Maksym Tschekh (Vladyslav Klymenko), Artur Schakh (Igor Neves), Yehor Demtschenko (Artur Ryabov), Vitalij Ravlyk (Pavlo Polehenko), Jurij Romanyuk (Yan Kostenko) zum Einsatz.
Das Spiel begann zunächst höhepunktsarm. Karpaty hatten Feldvorteile und mehr Ballbesitz, Ahrobisnes spielte eher verhalten aus der eigenen Deckung heraus. Entsprechend gab es auch mehr Momente um den Strafraum der Gäste, aber ohne wirkliche Torchancen. Dennoch fiel nach 16 Minuten ein Tor, was zu dem Zeitpunkt tatsächlich ein wenig überraschend war. Ryabov lief am rechten Strafraumrand mit dem Ball zur Grundlinie durch und flankte flach nach innen. Igor Neves schob sich vor seinen Gegenspieler, der den Ball eigentlich abfangen wollte und stocherte ihn zum 1:0 ins Tor – ein Treffer im Stile eines Gerd Müller, der wieder einmal zeigte, über welch einen guten Instinkt der brasilianische Legionär verfügt.
Dieser Treffer kam für Karpaty natürlich genau zum richtigen Moment. Man konnte weiter ruhig nach vorn spielen, und Ahrobisnes würde früher oder später seine Deckung ein wenig öffnen müssen und den Grünweißen mehr Platz für ihre Angriffe geben. Aber soweit war es jetzt natürlich noch nicht. Karpaty spielten weiter kontrolliert und sicher nach vorn, und das wirkte souverän, ohne dabei aber besonders aufregend zu sein.
Nach 35 Minuten hätte es eigentlich 2:0 stehen müssen. Ryabov hatte, ganz ähnlich wie beim ersten Tor, von rechts flach in den Strafraum geflankt, Igor Neves verpasste, aber links stand noch Yan Kostenko, der praktisch allein vor dem Tor den Ball aber nicht versenken konnte. Wie sich herausstellte, hatte ein Abwehrspieler den Ball gerade noch ein wenig ablenken können, so dass es statt Tor eine Ecke gab. Und die hatte ein zählbares Resultat – Babohlo kam im dicht bevölkerten Fünfmeterraum an den Ball und stocherte ihn hinein zum 2:0 – vielleicht nicht mit einem Gerd Müller vergleichbar, aber eben auch gestochert.
Im Anschluss an dieses Tor verstärkte Ahrobisnes die Angriffsbemühungen, und es wurde auch gleich gefährlich im Karpaty-Strafraum. Nach 42 Minuten forderten die Gäste einen Elfmeter, als Halenkov im Strafraum zu Fall kam. Der Pfiff blieb aus, und auch nach diversen Wiederholungen der Szene blieb im Grunde unklar, ob es wirklich einen Kontakt des Abwehrspielers gegeben hatte oder nicht. In jedem Fall war dies aber ein Warnschuss, denn die Karpaty-Defensive hatte hier doch deutlich unsicher gewirkt. Ein weiteres Tor fiel aber vor dem Pausenpfiff nicht, und es ging mit 2:0 in die Kabine.
Die zweite Hälfte begann ohne personelle Änderungen bei den Grünweißen. Ahrobisnes gelang es deutlich schlechter, das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern, und Karpaty wirkten ungeheuer sicher. Sie spielten ruhig und überlegt nach vorn, ohne sich hinten zu entblößen, was ja auch wirklich nicht nötig war, und sie kamen immer wieder zu Torchancen.
Nach 74 Minuten stand es dann – konsequenterweise – schon 3:0. Kostenko war über seine linke Seite in den Strafraum eingedrungen und hatte dann diagonal zurück in die Mitte gespielt, wo Tschatschua stand und ohne Mühe verwandelte. Es ging dann noch eine Viertelstunde genau so weiter wie bisher. Ahrobisnes war chancenlos, und Karpaty kontrollierten das Spiel. Es blieb am Ende bei einem auch in dieser Höhe verdienten 3:0 Heimsieg für die Grünweißen.
Das heutige Spitzenspiel – Tabellenerster gegen den zweiten – entpuppte sich als deutlich einfacher als gedacht. Karpaty hatten in den letzten Wochen einige Schwächen gezeigt, während sich Ahrobisnes immer weiter nach oben gearbeitet hatten, aber heute dominierte nur eine Mannschaft, und das waren die Grünweißen.
Der Abstand auf Tabellenplatz 2 ist somit wieder etwas angewachsen. Epicenter hat sich nach seinem Sieg über Bukovyna wieder auf den zweiten Platz vorgeschoben und steht nunmehr 12 Punkte hinter Karpaty. Der heutige Sieg ist auch deshalb besonders wichtig, weil in der Aufstiegsrunde die Resultate gegen Teams der selben Gruppe, die es ebenfalls in die Aufstiegsrunde geschafft haben, mitgenommen werden. Die zwei Siege gegen Ahrobisnes zählen also schon einmal als 6 Punkte, die man bereits sicher hat. In den noch verbleibenden zwei Spieltagen der Hinrunde warten Podillya und Nyva Ternopil, die zumindest auf dem Papier zu den etwas leichteren Gegnern zählen dürften.
