[2025/2026] Karpaty – Veres: 2:0

Heute spielten Karpaty ihr vorletztes Saisonspiel zu hause gegen Veres. Für beide Teams ging es in Sachen Tabellenplatz um nichts mehr, aber natürlich wollte man im westukrainischen Derby einen positiven Abschluss der Saison erreichen.

Das 1:0 durch Babohlo

Bei Karpaty fehlten weiterhin eine ganze Reihe Spieler: Baboucarr FaalMarko Sapuha, Stênio und Paulo Vitor. Vor dem Spiel unter Fragezeichen hatten Bruninho und Jean Pedroso gestanden, wobei am Ende nur Bruninho noch für die Ersatzbank fit geworden war. Dafür ist Vitalij Kholod nach abgesessener Gelbsperre wieder dabei. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema:

Auf der Bank saßen:

Im weiteren Verlauf kamen noch Bruninho (Yaroslav Karabin), Edson (Eriki), Ilya Kvasnytsya, Oleksij Sytsch (Valentyn Rubtschynskyj), (Rostyslav Lyakh), Oleksandr Dyedov (Yaroslav Karabin) zum Einsatz.

Die erste Halbzeit verlief weitgehend ereignislos. Das Spiel faned vor allem im Mittelfeld statt. Karpaty hatten dabei mehr vom Spiel und scheiterten, wenn sie dann vor dem gegnerischen Tor auftauchten, vor allem an sich selber. Nach 43 Minuten war der Ball dann doch im Netz der Gäste – Kostenko hatte im Strafraum nach einer Ecke einen wunderschönen Fallrückzieher gezeigt. Der Schiedsrichter gab diesen Treffer allerdings nicht, offenbar wegen gefährlichen Spiels. Das war eine Fehlentscheidung, denn Kostenko hatte bei seiner Aktion genügend Absand zu allen Gegenspielern gehabt. Aber es blieb bei dieser Entscheidung, und entsprechend ging es mit 0:0 in die Halbzeit.

Nach Wiederanpfiff kam Bruninho für Karabin und spielte fortan eine Art „falsche 9“ zwichen dem Mittelfeld und den Flügelspielern.

Karpaty konnten dem Gegner mehr als in der ersten Hälfte ihr Spiel aufzwingen, und das machte sich nach 54 Minuten bemerkbar. Miroschnitschenko brachte einen Eckball von rechts herein, der sich über die Verteidiger hinweg links, etwa 8 Meter vor dem Tor herabsenkte, wo Babholo stand, der ihn mit einem wuchtigen Kopfball rechts ins Netz beförderte.

Karpaty wirkten nun generell bissiger und konnten häufiger die Veres-Defensive durchbrechen. Es gab im Anschluss an den Führungstreffer gleich mehrere Chancen, noch weitere Treffer zu erzielen.

Nach 69 Minuten stand es dann 2:0, und wieder war Babohlo der Torsschütze. Vorausgegangen war wieder eine Standardsituation und wieder Miroschnitschenko, der einen Freistoß von links sehr schön in den Strafraum gebracht hatte, wo der in den Fünfmeterraum stürmende Babohlo ihn direkt abnehmen und ins Tor lenken konnte. Direkt nach dem Tor kam Edson für Eriki.

Kurz danach kam der nächste Wechsel: Rubtschynskyj ging, für ihn rückte Bruninho zurück ins zentrale Mittelfeld, Kostenko übernahm im Angriffszentrum, und Kvasnystya kam herein, um mal ein wenig länger als nur 5 Minuten am Spielende zum Einsatz zu kommen. Außerdem ersetzte Sytsch Lyakh und übernahm dann im Tausch mit Miroschnitschenko die rechte Abwehrseite.

Karpaty ließen in dieser Phase des Spiels ein wenig locker, wodurch nun Veres zu einigen Chancen kam. Nach 80 Minuten kam es zu einem Luftkampf im Karpaty-Strafraum zwischen André Gonçalves und Babohlo, die heftig mit den Köpfen aneinander prallten und beide behandelt werden mussten. Kurz vor Schluss kam schließlich der Youngster Oleksandr Dyedov zu seinem UPL-Debüt. Er ersetzte Xeber und ging ins Sturmzentrum.

Und der stand nach 91 Minuten auch direkt im Fokus, als er nach einem schwachen Rückpass eines Abwehrspielers auf den Torwart den Ball zu erlaufen versuchte und dabei zu Fall kam. Der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Punkt, ging aber dann doch noch einmal zum Bildschirm, um sich die Sache in Ruhe noch einmal anzusehen. Die entscheidende Frage war, ob Dyedov im Moment des Kontakts mit Andrij Kozhukhar am Ball war oder nicht, und es sah eher so aus, als hätte letzterer den Ball bereits unter Kontrolle gehabt. Entsprechend wurde der Elfmeterpfiff anulliert, und es blieb beim 2:0.

Fazit

Das heutige Spiel zeigte anschaulich, wo in der UPL die Grenze verläuft: die Teams ab Platz 10 (wo Veres aktuell steht) fallen in Kaderstärke ein wenig ab von den Teams ab Platz 9 (Karpaty). Die obere Hälfte macht sich Hoffnung auf die internationalen Plätze, während die untere zumindest potentiell mit dem Abstieg zu tun haben könnte.

Veres hielt mit viel Kampf und Physis dagegen, ohne aber, dass das Spiel dabei über alle Maße unfair wurde, und Karpaty versuchten, mit ihren überlegenen technischen Mitteln das Spiel für sich zu entscheiden. Auch wenn das Spiel faktisch durch zwei Standardsituationen entschieden wurde, waren Karpaty doch über die gesamte Dauer die deutlich stärkere Mannschaft.

Was mit der fortgesetzten Arbeit von Trainer Fran Fernández auffällt – und gefällt! – ist die Ballsicherheit der Mannschaft. Unter Trainer Lupaschko hatte es immer wieder Spiele gegeben, wo das Team unsicher agierte, sich viel zu viele Ballverluste durch einfache Abspielfehler leistete und keinen Spiefluss fand. Nach den ersten zwei – katastrophalen – Pflichtspielen unter dem neuen Trainer wirkt dieses Problem wie abgestellt. Selbst gegen unbequeme, defensive und physisch agierende Gegner baut das Team in Ruhe das Spiel auf und erspielt sich seine Chancen – so wollen wir das sehen.

Karpaty werden in dieser Saison keine großen Ziele mehr erreichen. Nächste Woche Samstag geht es im letzten Saisonspiel zu hause gegen Soriya, das morgen noch spielen wird. Je nach Ausgang des Spiels morgen könnten Karpaty dann noch an Soriya vorbei auf Platz 8 vorbeirücken, aber das wäre auch nicht mehr als ein Prestigegewinn, der keine Auswirkung auf irgendetwas hätte.