Heute spielten Karpaty zu hause ihr letztes Saisonspiel. Gegner war Tabellennachbar Soriya, den man bei einem Sieg in der Tabelle noch überholen konnte, um auf Platz 8 vorzurücken. Abgesehen davon ging es für beide Clubs um nichts mehr, außer vielleicht, einen guten Eindruck zum Saisonende zu hinterlassen.

Bei Karpaty war letzte Woche schon Bruninho von seiner Verletzung zurückgekehrt. Bis vor dem Spiel unter einem Fragezeichen hatten weiter Jean Pedroso, Baboucarr Faal, Marko Sapuha, Stênio und Paulo Vitor gestanden. Immerhin waren Jean Pedroso und Marko Sapuha wenigstens für die Bank wieder fit geworden. Gespielt wurde wieder mit einem 4:1:4:1 Schema, wobei anstatt eines echten Mittelstürmers Bruninho als „falsche 9“ antrat:
- Nasar Domtschak (TW)
- Denys Miroschnitschenko (RV)
- Vladyslav Babohlo (IV)
- Vitalij Kholod (IV)
- Rostyslav Lyakh (LB)
- Eriki (ZDM)
- Xeber Alkain (RW)
- Ambrosij Tschatschua (RZM)
- Valentyn Rubtschynskyj (LZM)
- Yan Kostenko (LW)
- Bruninho (MS)
Auf der Bank saßen:
- Andrij Klishchuk (TW)
- Roman Mysak (TW)
- Jean Pedroso (IV)
- Tymur Stets’kov (IV)
- Andrij Bulesa (LV)
- Volodymyr Adamyuk (IV)
- Oleksij Sytsch (RV)
- Marko Sapuha (ZDM)
- Artur Schakh (ZM)
- Ilya Kvasnytsya (RW)
- Oleksandr Dyedov (MS)
- Yaroslav Karabin (ZM)
Im weiteren Verlauf kamen noch Oleksij Sytsch (Denys Miroschnitschenko), Yaroslav Karabin (Bruninho), Ilya Kvasnytsya (Xeber Alkain) zum Einsatz.

Das Spiel begann mit aktiveren Gästen, die auch zunächst wie das gefährlichere Team aussahen. Es dauerte rund eine Viertelstunde, dass Karpaty ein wenig zu ihrem Spiel fanden und sich eigene Torchancen herausarbeiteten. Aber Soriya blieb weiter gefährlich.
Nach 22 Minuten befand sich der Ball im Netz der Gäste. Bruninho hatte nach Flanke von Kostenk den Ball schön zurück gelegt, von wo der nachrückende Lyakh dann einschoss. Leider war aber Bruninho ein wenig zu früh gestartet, so dass der Treffer wegen Abseits nicht gegeben wurde.
Fast im Gegenzug kam dann Sioriya wieder zu einer Chance, und so ging es weiter hin und her. Nach 29 Minuten stand es dann endlich doch 1:0, und das war ein richtig brasilianisches Tor. Lyakh hatte von seiner linken Seite geflankt, Babohlo den Ball am Strafraumrand mit der Hacke in die Luft geschnippt, Kostenko ihn mit dem Kopf ins Zentrum weitergeleitet, wo Bruninho ihn von der Brust abtropfen ließ und dann in Ruhe abschloss.
Es passierte auch danach noch einiges auf beiden Seiten, aber ein Tor viel bis zum Halbzeitpfiff nicht mehr, es ging mit 1:0 in die Pause.
Es ging ohne personelle Änderungen in die zweite Hälfte. Soriya erhöhte den Druck, während Karpaty versuchten, Ball und Spiel zu kontrollieren. Das Spiel war weiterhin sehenswert und auf hohem Niveau. Nach 62 Minuten kamen Karabin für Bruninho und Sytsch für den bereits verwarnten Miroschnitschenko. 10 Minuten später stand es dann doch 1:1. Nach einem Eckball war der Ball eigentlich schon aus der Gefahrenzone, als ausgerechnet Roman Vantukh, der dem Vernehmen nach im Sommer zu Karpaty wechseln wird, sich außerhalb des Strafraums durchsetzte und dann sehenswert von der Strafraumgrenze einschoss.
Nach 78 Minuten kam Kvasnytsya für Xeber. 8 Minuten später Jean Pedroso für Rubtschynskyj und Dyedov für Kostenko. Soriya war offenbar mit dem Punkt zufrieden und griff nicht mehr so intensiv an, während Karpaty nun wieder mehr im Vorwärtsgang waren.
Aber es waren die Gäste, die den Schlusspunkt setzten. Es waren 89 Minuten gespielt, und Soriya hatte einen Strafraum aus der Mitte der Karpaty-Hälfte, der hoch in den Strafraum geschlagen wurde, wo der Ball Andrija Janjic erreichte, der aus kurzer Distanz per Kopf verwandelte. Danach gab es noch einmal starke Emotionen und eine kleine Gruppenbildung, wobei nicht so ganz klar war, worum es eigentlich ging.
Karpaty versuchten mit aller Kraft, irgendwie doch noch den Ausgleich in der Nachspielzeit zu erzielen, die aber durch Verletzungen und Zeitspiel der Gäste am Ende sehr kurz ausfiel. Es blieb bei der unglücklichen knappen Niederlage.
Fazit
Das war ein schöner Abschluss dieser Saison. Beide Mannschaften, für die es eigentlich um nichts mehr ging, hatten sich ein temporeiches und technisch starkes Duell geliefert. Gut zu sehen war, dass Karpaty trotz des starken Gegners und des Drucks, den er ausübte, dennoch ihre Ordnung nicht verloren und bei Ballbesitz immer wieder in ihr Kombinationsspiel zurückfanden.
Gleichzeitig ist Soriya so eine Mannschaft, gegen die die Grünweißen irgendwie nie etwas holen. Das ist schade, da heute das Unentschieden der Leistung nach absolut verdient gewesen wäre. Das Siegtor der Gäste ging auf die Kappe der Innenverteidigung, die in dieser Situation den Fünfmeterraum nicht beherrschen konnte. Solche Situationen und schnelle, flache Flanken vor das Tor sind nach wie vor die größte Schwäche der Karpaty-Defensive.
Rückblickend kann man insgesamt sagen, dass nach enttäuschendem Beginn die Amtszeit von Trainer Fran Fernández (der übrigens dem Vernehmen nach vor einer Vertragsverlängerung steht) in Lviv sich als eine erfolgreiche herausgestellt hat. Hätte die Mannschaft die ganze Saison über so erfolgreich gespielt wie seit der Winterpause, wäre ein Platz in den Top-4 nicht unrealistisch gewesen.
Nun beginnt erst einmal die WM, leider ohne ukrainische Beteiligung, und dann öffnet sich auch schon das Transferfenster. Dabei wird dann die wichtigste Frage sein, ob es gelingt, die Leistungsträger in der Mannschaft zu halten, allen voran Nasar Domtschak, Bruninho und Faal.
Gleichzeitig werden natürlich auch Verstärkungen gesucht. Mit Roman Vantukh, der uns heute geärgert hat, und Nasaryj Rusyn soll man sich schon einig sein. Ob Rusyn ein gleichwertiger Ersatz für Fall werden könnte, lässt sich derzeit nicht gut einschätzen, zumal er ein ganz anderer Spielertyp ist. Oleksandr Dyedov, der heute wieder ein paar Minuten Spielzeit erhalten hatte, ist mit seinen 17 Jahren vielleicht noch nicht so weit, die zweite Option im Sturmzentrum für die nächste Saison zu werden, und Karabin ist war auf dieser Position eher ein Notbehelf. Es spricht daher einiges dafür, dass noch ein weiterer Stürmer verpflichtet werden muss.
Nachdem die UPL-Saison nun definitiv zuende ist, gehen wir direkt in die Transfergerüchte-Saison über und werden berichten, was uns so zu Ohren kommt. Einen immer aktuell gehaltenen Überblick haben wir auf der Seite Karpaty Lviv – der Kader.
