[2026/2027] Karpaty – Schakhtar: 1:2

Heute kam es zum Spitzenspiel in der UPL: Tabellenführer Karpaty empfingen den (Serien) Meister Schakhtar. Letzterer hatte nach seiner unerwarteten Heimniederlage gegen Polissya einiges wiedergutzumachen und war natürlich allein schon aufgrund des Kaders Favorit. Karpaty hingegen mussten beweisen, dass sie auch gegen einen nominal stärkeren Gegner bestehen können.

Bei Karpaty fehlten weiter Innenverteidiger Vitalij Kholod und Mittelfeldspieler Eriki verletzt. Yan Kostenko war trotz Fortschritten in der vergangenen Woche noch nicht wieder einsatzbereit. Die Startaufstellung war durchaus bemerkenswert: Jean Pedroso, der seine Stärken eher im Aufbauspiel als in der Defensive hat, in der Innenverteidigung, und statt eines echten Mittelfeldspielers Nasaryj Rusyn als hängende Spitze. Die Formation war mit 4:1:4:1 die übliche:

Auf der Ersatzbank saßen:

Während des Spiels kamen noch Joseph Séry (Fellipe Vieira), Joaquinete (Nasaryj Rusyn), Denys Miroschnitschenko (Iván Calero), Bruno Iglesias (Roman Vantukh), Yaroslav Karabin (Xeber Alkain) zum Einsatz.

Schakhtar begann mit Ballbesitz, dem Karpaty mit aggressivem und hohem Pressing begegneten, an dem das ganze Mittelfeld , durch den als „falsche 9“ spielenden Rusyn einen Mann stärker war, mitwirkte. Dadurch gelang es zunächst, den Ball weitgehend aus der Nähe des eigenen Strafraums fernzuhalten, wo die schnellen und technisch starken Brasilianer der Gäste erfahrungsgemäß kaum zu stoppen sind.

Nach bereits 11 Minuten gab es dann Grund zum Jubeln. Nach einer Flanke über die ganze Breite des Spielfelds war Xeber auf seiner rechten Seite innerhalb des Strafraums zu einem Kopfball gekommen, der aber von Risnyk durch einen Hechtsrpung pariert werden konnte. Der Ball sprang auf, so dass Vantukh links im Strafraum zu einem Kopfball kam, den Risnyk mit dem Fuß abwehrte, das aber direkt auf Xeber, der dann von der Grundlinie zurück auf Calero spielte, der ins Zentrum flankte, von wo Rusyn dann zum 1:0 verwandelte.

Das Spiel wurde intensiver, und natürlich griff Schakhtar nun noch entschiedener an. Nach 25 Minuten stand es dann 1:1 – Martschenko hatte einen noch abgefälschten Schuss von Marlon Gomes nur abklatschen lassen, und Luca Meirelles verwandelte im Nachschuss. Hier wurde wieder die Klasse des Meisters deutlich – sobald er in Strafraumnähe zum Kombinieren kam, gab es kaum noch eine Möglichkeit zur Verteidigung.

Nach dem Ausgleich standen die Grünweißen weiter deutlich unter Druck, und es fiel ihnen erkennbar schwer, ihre Struktur zu behalten und ihr in den ersten Minuten so wirkungsvolles Konzept weiter umzusetzen. Das Spiel hatte sich in ihre Hälfte verlagert, und entsprechend konnte der Gegner auch nicht mehr so früh gestört werden. Es ging nach ziemlich aufregenden 45 Minuten mit 1:1 in die Pause.

Die zweite Hälfte begann ohne personelle Veränderungen bei den Grünweißen, die auch etwas besser als die Gäste aus der Kabine kamen den Gegner unter Druck setzten. Natürlich war diese Spielverteilung aber nicht von Dauer, aber Schakhtar hatte Schwierigkeiten, wieder eine ähnliche Dominanz wie in der ersten Hälfte zu entwickeln. Entsprechend entwickelte sich ein temporeiches Spiel mit Offensivaktionen auf beiden Seiten.

Nach 58 Minuten gab es den ersten Wechsel – für Fellipe kam Joseph, der natürlich ins Sturmzentrum ging, wofür Rusyn ins offensive Mittelfeld zurückfiel. Dies war natürlich eine etwas mutigere Aufstellung als in der ersten Hälfte, aber offenbar war bei der Art des Spiels, das wir jetzt sahen, ein wenig mehr physische Präsenz im Strafraum gefragt, was natürlich ein wenig zu Lasten des Tempos bei eigenen Kontern ging.

Nach 66 Minuten stand es dann doch 1:2. Joseph hatte im Mittelfeld den Ball verloren, der sofort hart und flach vor den Strafraum auf Alisson gepasst wurde. Lyakh, der ihn bisher so gut im Griff gehabt hatte, war für einen Moment nicht ideal positioniert, so dass der Brasilianer an den Ball kommen, ihn mit seinem Körper abschirmen und dann souverän verwandeln konnte. Hier zeigte sich der Unterschied in der individuellen Klasse – 189 Millionen Euro Kaderwert gegen 13 Millionen bei Karpaty.

Trainer Férnandez wechselte erneut, dieses Mal kamen Joaquinete, Miroschnitschenko und Iglesias für Rusyn, Calero und Vantukh. Etwas später kam noch Karabin für den erschöpften Xeber. Schakhtar ließ es mit der Führung im Rücken etwas entspannter angehen, und Grünweiß drängte auf dem Ausgleich. Natürlich wurde nun hinten geöffnet, wodurch die Gefahr bestand, durch Konter noch ein Tor mehr zu bekommen.

Fazit

Dies war eines der aufregendsten Spiele der bisherigen Saison, echte Werbung für den Fußball. Karpaty hatten gegen einen deutlich stärker aufstellten Gegner ein richtig starkes Spiel gezeigt und hätten sogar als Sieger vom Platz gehen können. Aber in Spielen wie diesen ist es fast schon eine Binsenweisheit, dass bei der individuell schwächer besetzten Mannschaft über 90 Minuten alles stimmen muss und man im Grunde fehlerfrei spielen muss. Das gelingt vielleicht nun einmal nur an besonderen Tagen, und so führten einige kleine Fehler dazu, dass es für ein Wunder nicht reichte. Das ist schade, aber nichts, was die Mannschaft von ihrem Weg abbringen sollte.

In der Tabelle ging es um zwei Positionen nach unten auf Platz 3. Nächstes Wochenende am Freitag geht es zum überraschenden Tabellenvorletzten Kolos – einem Gegner, gegen den man in den letzten Jahren meist schlecht ausgesehen hatte. Hier wird sich dann zeigen, ob die Mannschaft sich von diesem Rückschlag erholt hat und an die starke Leistung heute anknüpfen kann.