Karpaty haben heute Trainer Navarro gefeuert. Sein Amt übernimmt Serhij Saitsev, der schon letztes Jahr eine Weile als Übergangstrainer tätig war. Na, bin mal gespannt, ob jetzt alles besser wird…
Autor: Martin
Karpaty – Veres: 1:6
Heute spielten Karpaty zu hause im wieder nur mäßig gefüllten Stadion Ukrajina gegen Veres Rivne, was nun, nachdem Volyn ja letzte Saison abgestiegen waren, als “Westderby” bezeichnet wird (naja, ich hatte nicht das Gefühl, dass hier die Leidenschaft des Lokalpatriotismus überschäumte, dazu hat diese Begegnung einfach zu wenig Tradition).
Das Spielsystem bei Karpaty war wieder das gewohnte, ein 4:2:3:1 mit Pidkiwka im Tor, hinten Fedetskyj, Lobaj, Corteggiano und Lebedenko, die Doppel-6 mit Holodyuk und Tissone, das offensive Mittelfeld mit Di Franco, Khudob’yak und Chachua, und Hutsulyak als Mittelstürmer. Interessant war die Ersatzbank: Zum ersten Mal seit der zweiten Runde stand Carrascal wieder im Aufgebot, der sich offenbar mittlerweile ausreichend von seiner Verletzung erholt hat, weiterhin saßen auch die Neuzugänge der vergangenen Woche Myakushko und Akulinin auf der Bank. Memeshev und Debelko durften gestern mit der U21 ran und waren heute nicht im Kader.
Das Spiel begann eher ruhig und ohne den üblichen Sturmlauf bei Karpaty. Im Grunde spielten Karpaty wieder ohne echten Stürmer – vorn im Zentrum wechselten sich Hutsulyak, Di Franco und Chachua ab, zogen sich aber auch immer wieder ins Mittelfeld zurück. Es gab auf beiden Seiten ein paar Chancen, aber ohne dass etwas wirklich gefährliches dabei gewesen wäre und reichlich Fehlpässe auf beiden Seiten – von dem oft schön flüssigen Spiel der letzten Wochen war bei Karpaty nichts zu sehen. In der 20. Minute hatten sie eine gute Chance nach einem sehr schönen Freistoß von Khudob’yak in den Strafraum hinein, den aber Chachua nicht kontrollieren konnte.
Es sah nicht nach einem Tor für auch nur eine Seite aus, als dann Veres in der 34. Minute nach einem Eckstoß in Führung ging. Das Tor wirkte ein wenig wie ein Weckruf für beide Mannschaften, die nun deutlich aktiver wurden. Karpaty setzten sich phasenweise rund um den gegnerischen Strafraum fest und hatten einige Chancen. Aus meiner Sicht fehlte bei der Spielweise allerdings dann doch ein körperlich präsenter Mann mit Lufthoheit im Strafraum. Nach 44 Minuten gab es dann nach einem Konter von Veres Foulelfmeter, Pidkiwka hatte einen allein vorstürmenden Gegenspieler von den Beinen geholt, und es stand 0:2.
Nach der Pause kam Miroshnichenko für Fedetskyj in der rechten Außenverteidigung und Klyots für Tissone im defensiven Mittelfeld.
Es ging zerfahren weiter. VeresHeute spielten Karpaty zu hause im wieder nur mäßig gefüllten Stadion Ukrajina gegen Veres Rivne, was nun, nachdem Volyn ja letzte Saison abgestiegen waren, als “Westderby” bezeichnet wird (naja, ich hatte nicht das Gefühl, dass hier die Leidenschaft des Lokalpatriotismus überschäumte, dazu hat diese Begegnung einfach zu wenig Tradition).
Das Spielsystem bei Karpaty war wieder das gewohnte, ein 4:2:3:1 mit Pidkiwka im Tor, hinten Fedetskyj, Lobaj, Corteggiano und Lebedenko, die Doppel-6 mit Holodyuk und Tissone, das offensive Mittelfeld mit Di Franco, Khudob’yak und Chachua, und Hutsulyak als Mittelstürmer. Interessant war die Ersatzbank: Zum ersten Mal seit der zweiten Runde stand Carrascal wieder im Aufgebot, der sich offenbar mittlerweile ausreichend von seiner Verletzung erholt hat, weiterhin saßen auch die Neuzugänge der vergangenen Woche Myakushko und Akulinin auf der Bank. Memeshev und Debelko durften gestern mit der U21 ran und waren heute nicht im Kader.
Das Spiel begann eher ruhig und ohne den üblichen Sturmlauf bei Karpaty. Im Grunde spielten Karpaty wieder ohne echten Stürmer – vorn im Zentrum wechselten sich Hutsulyak, Di Franco und Chachua ab, zogen sich aber auch immer wieder ins Mittelfeld zurück. Es gab auf beiden Seiten ein paar Chancen, aber ohne dass etwas wirklich gefährliches dabei gewesen wäre und reichlich Fehlpässe auf beiden Seiten – von dem oft schön flüssigen Spiel der letzten Wochen war bei Karpaty nichts zu sehen. In der 20. Minute hatten sie eine gute Chance nach einem sehr schönen Freistoß von Khudob’yak in den Strafraum hinein, den aber Chachua nicht kontrollieren konnte.
Es sah nicht nach einem Tor für auch nur eine Seite aus, als dann Veres in der 34. Minute nach einem Eckstoß in Führung ging. Das Tor wirkte ein wenig wie ein Weckruf für beide Mannschaften, die nun deutlich aktiver wurden. Karpaty setzten sich phasenweise rund um den gegnerischen Strafraum fest und hatten einige Chancen. Aus meiner Sicht fehlte bei der Spielweise allerdings dann doch ein körperlich präsenter Mann mit Lufthoheit im Strafraum. Nach 44 Minuten gab es dann nach einem Konter von Veres Foulelfmeter, Pidkiwka hatte einen allein vorstürmenden Gegenspieler von den Beinen geholt, und es stand 0:2.
Nach der Pause kam Miroshnichenko für Fedetskyj in der rechten Außenverteidigung und Klyots für Tissone im defensiven Mittelfeld.
Es ging zerfahren weiter. Veres spielte sehr aggressiv und ließ Karpaty nicht ihr Kombinationsspiel aufziehen. Nach 52 Minuten stand es dann 0:3, ein schneller Vorstoß, Flanke vom Strafraumrand flach in die Mitte, die Innenverteidigung schlief. Geradezu ein deja vu, fürchterlich.
Fünf Minuten später kam Carrascal für Chachua. In der 72. Minute fiel das 0:4, wieder nach einem Konter. Nach Minute 74 gab es einen weiteren Elfmeter für Veres, 0:5. Und so ging das weiter. Karpaty versuchten irgendwie zu stürmen, ließen sich wie Schuljungen auskontern, 0:6 nach 82 Minuten. Nach 86 Minuten erzielte Carrascal den Ehrentreffer zum 1:6 – er bekam den Ball im Strafraum nach einem kleinen Durcheinander auf den Fuß und lochte ein, kein herausgespielter Treffer.
Das war nun wieder eine Klatsche: 1:6 zu hause gegen einen Aufsteiger. OK, bei Veres standen fast ausschließlich gestandene UPL-Spieler auf dem Platz, die sicher nicht schlechter waren als bei Karpaty. Die haben das auch sehr geschickt gemacht, mit dem aggressiven Forechecking kamen Karpaty überhaupt nicht klar. Aber die sind ja nun auch nicht Shakhtar oder Dynamo.
Das war ein ganz schwaches Spiel, auf praktisch allen Positionen, viel schwächer als das 0:5 gegen Dynamo vor ein paar Wochen. Die von mir in den letzten Wochen gelobte Defensive war kinderleicht auszuspielen, und das Problem der letzten Wochen besteht unverändert: einfach keine Torgefahr. Und warum bei 0:2 nach der Halbzeit auf zwei defensiven Positionen gewechselt wird, wenn da noch drei interessante offensive Optionen auf der Bank sitzen, will mir auch nicht in den Kopf.
Für den Trainer dürfte nun auch langsam der Hammer fallen, wobei ich mich frage, was jetzt ein Trainerwechsel bringen soll? Der Kader ist ja nun einmal der, der er ist. spielte sehr aggressiv und ließ Karpaty nicht ihr Kombinationsspiel aufziehen. Nach 52 Minuten stand es dann 0:3, ein schneller Vorstoß, Flanke vom Strafraumrand flach in die Mitte, die Innenverteidigung schlief. Geradezu ein deja vu, fürchterlich.
Fünf Minuten später kam Carrascal für Chachua. In der 72. Minute fiel das 0:4, wieder nach einem Konter. Nach Minute 74 gab es einen weiteren Elfmeter für Veres, 0:5. Und so ging das weiter. Karpaty versuchten irgendwie zu stürmen, ließen sich wie Schuljungen auskontern, 0:6 nach 82 Minuten. Nach 86 Minuten erzielte Carrascal den Ehrentreffer zum 1:6 – er bekam den Ball im Strafraum nach einem kleinen Durcheinander auf den Fuß und lochte ein, kein herausgespielter Treffer.
Das war nun wieder eine Klatsche: 1:6 zu hause gegen einen Aufsteiger. OK, bei Veres standen fast ausschließlich gestandene UPL-Spieler auf dem Platz, die sicher nicht schlechter waren als bei Karpaty. Die haben das auch sehr geschickt gemacht, mit dem aggressiven Forechecking kamen Karpaty überhaupt nicht klar. Aber die sind ja nun auch nicht Shakhtar oder Dynamo.
Das war ein ganz schwaches Spiel, auf praktisch allen Positionen, viel schwächer als das 0:5 gegen Dynamo vor ein paar Wochen. Die von mir in den letzten Wochen gelobte Defensive war kinderleicht auszuspielen, und das Problem der letzten Wochen besteht unverändert: einfach keine Torgefahr. Und warum bei 0:2 nach der Halbzeit auf zwei defensiven Positionen gewechselt wird, wenn da noch drei interessante offensive Optionen auf der Bank sitzen, will mir auch nicht in den Kopf.
Für den Trainer dürfte nun auch langsam der Hammer fallen, wobei ich mich frage, was jetzt ein Trainerwechsel bringen soll? Der Kader ist ja nun einmal der, der er ist.
Zugang: Myakushko
Mittelfeldspieler Serhij Myakushko hat unterzeichnet. Er kam ablösefrei von Dynamo. Er scheint ja nicht so ein ganz schlechter zu sein, aber ich weiß leider nichts über ihn. Ich frage mich aber immer noch, was Karpaty mit so einem riesigen Kader wollen, wo es doch vielfach mehr nach Masse als nach Klasse aussieht.
Zugang: Akulinin
Der litauische Mittelstürmer Leonid Akulinin wurde verpflichtet der aktuell vereinslos war. Rein physisch wäre der mit seinen 1.94 Metern schon so ein Spielertyp, wie er aktuell fehlt, aber sein bisheriger Werdegang sieht ja nicht unbedingt nach einer Erfolgsgeschichte aus. Mal sehen, was rauskommt und wenn was rauskommt, wie er sich macht.
Zugänge: Shved und Tkachuk
Stürmer Mariyan Shved (Karpaty-Eigengewächs) und Mittelfeldspieler Jurij Tkachuk kehren nach erfolglosen Versuchen, sich in Spanien zu etablieren, in die Ukraine zurück und haben bei Karpaty unterschrieben.
Von Tkachuk gibt es ein interessantes Interview, in dem er erzählt, warum es für ihn nicht geklappt hat: in Spanien spricht längst nicht jeder englisch, er ist auf seinen Übersetzer angewiesen, versteht im Training Anweisungen nicht usw. Gerade Spanien ist da nicht ohne.
Verliehen: Verbnyj, Tkachuk, Zavijskyj, Hrysyo
Der mittlerweile etwas überfüllte Kader bei Karpaty soll jetzt offenbar durch eine Vierfachleihe etwas ausgedünnt werden: Wie UA-Football berichtet, stehen Nazar Verbnyj, Jurij Tkachuk, Taras Zavijskyj und Maksym Hrysyo vor einer Ausleihe zu Rukh Vynniky.
Gerücht: Mishchenko
Angeblich steht der offensive Mittelfeldspieler Oleh Mishchenko vor einem Wechsel zu Karpaty. Ehrlich gesagt nicht so ganz der Transfer, auf den ich gewartet oder gehofft habe. Da er zuletzt in der russischen Liga gespielt hat, dürfte er mit den heimischen Fans einen schweren Stand haben.
Abgang: Ribas
Stürmer Sebastian Ribas, der gerade erst in dieser Transferperiode gekommen war, verlässt Karpaty schon wieder. Er hatte in den letzten Wochen seinen Stammplatz an Roman Debelko verloren, der allerdings auch nicht wirklich überzeugen konnte. Ich bin gespannt, ob man jetzt etwas bezüglich Serhij Petrov unternimmt.
Ein wenig unklar ist aber auch die Frage, wie es mit dem Club weitergeht. Besitzer Petro Dyminski war vergangene Woche offenbar in einen Unfall verwickelt, bei dem eine 31-jährige Frau ums Leben kam und hat sich Berichten zufolge in die Schweiz abgesetzt.
Olimpik – Karpaty: 0:0
Heute spielten Karpaty auswärts im fast leeren Dynamo-Stadion in Kyiv bei Olympik Donetsk.
Nachdem Sebastian Ribas den Club heute verlassen hat und Roman Debelko letzte Woche schwach gespielt hatte, begannen Karpaty ohne einen echten Mittelstürmer. Das Spielsystem war eine Art 4:1:4:1, mit Pidkiwka im Tor, hinten Fedetskyj, Lobaj, Corteggiano und Lbedenko, davor die Tissone, davor Miroshnichenko, Di Franco, Holodyuk, Chachua und als Stürmer Khudob’yak.
Die ersten 20 Minuten gehörten den Gästen, die flüssig nach vorn spielten. Auffällig war Di Franco, der einige Male mit schöne Dribblings zeigte und dann seine Mitspieler gut ins Spiel brachte. Trotz der formalen Aufstellung mit einem Stürmer sah mir das System eigentlich eher danach aus, als würde mit 5 offensiven Mittelfeldspielern gespielt. Khudob’yak und auch Di Franco tauchten hin und wieder vor dem Tor auf, zogen sich aber immer wieder in die Mittelfeldreihe zurück. Miroshnichenko spielte heute wieder offensiv, da seine rechte Verteidigerposition jetzt von Fedetskyj besetzt ist. Das ist grundsätzlich eine gute Idee, weil er durch seine Schnelligkeit und ordentliche Dribblingkünste gut Räume aufreißen kann. Allerdings sah man an einigen Szenen doch, dass er weit in der gegnerischen Hälfte oft noch nicht so ganz weiß, was er mit dem Ball machen soll.
Ab der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit wurde das Spiel etwas ausgeglichener. Olympik versuchte vor allem, durch Konter zum Abschluss zu kommen. Vor allem Moha war durch seine Dribblings gefährlich. Mehr Spielanteile hatten aber immer noch Karpaty. Es waren einige schöne Spielzüge dabei, wo oft einfach der letzte Pass nicht stimmte, aber es lag schon etwas in der Luft. Von Minute 30 an hatte dann Olympik etwas mehr Ballbesitz, und Karpaty konterten.
Die zweite Halbzeit begann ohne Wechsel und wieder mit Angriffen von Karpaty. Nach 49 Minuten musste allerdings Tissone heraus, der sich bei einem schönen Fernschuss offenbar leicht verletzt hatte. Für ihn kam Arques. Das Spielsystem blieb formal unverändert, aber Tissones Fehlen war schon merklich, da Arques nicht diese Defensivqualität hat und auch nicht so sehr das Spiel an sich reißt. Es ging also fortan noch etwas mehr hin und her, und die Chancen für Karpaty kamen eher etwas zufällig zustande. Nach 68 Minuten kam Klyots für Holodyuk, der ebenfalls ein wenig angeschlagen wirkte. Das brachte noch einmal eine Belebung im Mittelfeld. Karpaty erspielten sich wieder ein leichtes Übergewicht und hätten bis zur 80. Minute eigentlich längst führen müssen.
Für die letzten 10 Minuten kam dann noch Husulyak für Chachua herein, der ein gutes Spiel gemacht hatte. Interessanterweise besetzte er auch nicht die Mittelstürmerposition, sondern positionierte sich ebenfalls im offensiven Mittelfeld. Beide Mannschaften hatten noch Chancen auf die Führung, aber am Ende blieb es beim 0:0, das für Karpaty eher zwei verlorene als ein gewonnener Punkt waren.
Das war wieder ein ziemlich gutes Spiel von Karpaty. In der Verteidigung sind sie endlich stabil, auch nachdem Tissone raus war, sah das immer noch gut aus. Fedetskyj hat hier einen großen Anteil, aber auch Lebedenko in der linken Verteidigung war wieder gut. Im Mittelfeld läuft der Ball schön, das ist alles schön anzusehen.
Der Spieler des Tages war Di Franco. In der ersten Halbzeit war er eindeutig der beste Spieler auf dem Platz, in der zweiten Halbzeit war er nicht mehr ganz so stark, aber immer noch sehr fleißig. Tissone zeigte wieder Klasse, ich hoffe, er fällt nicht länger aus. Was bei Karpaty fehlt, habe ich ja letzte Woche schon geschrieben: das Team braucht einen Knipser, der ohne viel Zurechtlegen einfach mal auf das Tor schießt. So einen hatten sie heute nicht, jedes Mal, wenn es in den Strafraum ging, wurde noch mal der Ball auf den anderen Fuß gelegt, abgespielt, kurz: vertändelt.
Arques hat zumindest keinen Schaden angerichtet, obwohl er einmal kurz davor war. Ich beginne aber zu verstehen, warum er immer wieder spielen darf. In allen drei Reihen spielt jeweils ein “Spanier”. Denen ruft Navarro während des Spiels seine Anweisungen zu, und die müssen an die anderen weitergeben, was zu tun ist. Das ist nachvollziehbar, aber kann eigentlich kein Dauerzustand werden.
Mal sehen, ob sie nun Petrov holen, nachdem durch dem Abgang von Ribas wieder ein Platz frei geworden ist.
Karpaty – Oleksandria: 0:0
Heute spielten Karpaty zu hause gegen Oleksandria.
Bei Karpaty stand wieder eine leicht geänderte Mannschaft auf dem Platz. Die Aufstellung erinnerte an ein 4:2:3:1. Im Tor stand wieder Pidkiwka. Die Viererkette bestand von rechts nach links aus Fedetskyj, Lobaj, der den verletzten Nesterov ersetzte, Corteggiano und Lebedenko. Das Mittelfeld bestand in der Zentrale aus dem Neuen, Tissone (der seit fast einem Jahr keinen Fußball in einem Top-Wettbewerb gespielt hatte) und Holodyuk, davor auf den Flügeln Khudob’yak rechts, Chachua links und Di Franco zentral. Im Sturm stand Debelko.
Dieses Spiel konnte wieder einmal als “Schicksalsspiel” durchgehen, da es das sechste war, nach dem der Vorstand die Leistung des Trainers bewerten wollte, und auch, weil die heimischen Ultras bereits sehr deutlich gemacht hatten, dass sie mit der Leistung der Mannschaft unzufrieden seien, vor allem, weil dort viele Ausländer die Eigengewächse verdrängt hatten.
Karpaty begannen etwas kontrollierter und weniger stürmisch als in den letzten Partien. Tissone spielte sehr defensiv, so dass das System beinahe wie eines mit 5 Verteidigern wirkte. Offenbar war seine Aufgabe, mit seiner Erfahrung den Spielaufbau aus der eigenen Hälfte heraus zu konsolidieren. Nach 5 Minuten stand es 1:1 nach guten Chancen. Karpaty hatten bereits früher schon eine gute Möglichkeit gehabt, dann holte Pidkiwka sehr sehenswert einen Flachschuss aus der unteren linken Ecke beim ersten richtigen Angriff von Oleskandria. Fortan hatte Oleksandria die besseren Chancen, während bei Karpaty selbst Khudob’yak in der Verteidigung aushalf und Pidkiwka noch ein paar mal zeigen konnte, dass er seinen Platz in der Startformation verdient hatte.
Zur Mitte der ersten Halbzeit hin wurde das Spiel ausgeglichener und unterhaltsam. Beide Seiten hatten ihre Chancen. Es gab eine ganze Reihe gelber Karten gegen Karpaty-Spieler, was z.T. etwas kleinlich wirkte. Auffällig war, dass viele Angriffe bei Karpaty von Tissone ausgingen, der eine Art Doppelrolle spielte: Hinten Staubsauger und nach vorn Spieleröffner. Dabei wurde in der Verteidigung auf Schönspielerei verzichtet und auch gern mal ein längerer Pass ins offensive Mittelfeld gespielt. In der gegnerischen Hälfte ähnelte das Spiel dann aber wieder eher dem der letzten Wochen – also durchaus Kurzpässe und direktes Spiel.
Die zweite Halbzeit begann mit stärkerem Regen und ohne Auswechselungen. Karpaty war zunächst die aktivere Mannschaft und kam gleich zu drei guten Chancen innerhalb der ersten 5 Minuten, wobei jedes Mal Khudob’yak schön angespielt wurde undauf seiner rechten Seite schön die Abseitsfalle aushebelte. Nach 60 Minuten kam bei Karpaty Neuling Memeshev für Debelko, der heute keinen guten Tag hatte. Für ihn rückte Chachua in die Mittelstürmerposition. Memeshev hatte gleich ein paar gute Momente – starke physische Präsenz und guten Offensivaktionen.
Um die 70. Minute herum kam dann Miroshnichenko für Fedetskyj, etwas später Hutsulyak für Chachua, so dass nun wieder ein gelernter Mittelstürmer vorn im Sturmzentrum stand. Hutsulyak hätte sich gleich danach unsterblich machen können, als er auf der rechten Seite schön steil geschickt wurde und dann nach ein wenig Warten auf nachrückende Mitspieler den Ball einfach dem gegnerischen Torwart zuspielte, der ihn dankbar aufnahm. Kurz darauf hätte er selber treffen können, als er den Ball schön von Di Franco zugespielt bekam, aber der Torwart gut reagierte und abwehren konnte. In den letzten 20 Minuten gehörten eindeutig Karpaty, die aber nichts Zählbares daraus machen konnten.
Als Fazit fallen mir einige Aspekte ein. Zum Einen – das ist neu – stand die Null. Das war ein Riesenfortschritt, nachdem die Abwehr in allen vorherigen Spielen dieser Saison löcherig war. Die Spielweise, wie sie heute gezeigt wurde, war ein Fortschritt. Der Versuch, in der eigenen Hälfte direktes Kurzpassspiel zu zeigen, war u.a. ja verantwortlich gewesen für die vielen Gegentore. Die Viererreihe hinten mit einem defensiven Tissone davor funktionierte. Die Spielweise in der gegnerischen Hälfte war dann wieder etwas “spanischer”, was aber auch gut funktionierte, und wenn dann dabei Ballverluste auftraten, tat das nicht so weh wie in der eigenen Hälfte. Generell sehe ich, obwohl es nur für einen statt drei Punkte gereicht hat, eine gute Leistung. So kann es gehen.
Spieler des Tages war der neue “alte Spanier” – Tissone, der meine Skepsis Lügen gestraft hat. Man merkte deutlich, dass er schon auf europäischem Niveau gespielt hatte. Der Auftritt war fehlerfrei, er stabilisierte die Abwehr und leitete jede Menge Angriffe durch kluge Pässe ein. Der Einkauf war Stand heute ein richtig guter. Dicht darauf folgte wie so oft Ihor Khudob’yak, der mich immer wieder ins Staunen versetzt: er rennt, kämpft, ist überall auf dem Feld und spielt dann das eine oder andere Mal richtig gefährliche Pässe ins Sturmzentrum.
Die Legionäre sind ja aktuell ein großer Streitpunkt im Umfeld des Vereins. Heute standen ja vergleichsweise wenige auf dem Platz. Über Tissone habe ich ja schon geschrieben. Corteggiano spielte eine solide Partie, der ging für mich in Ordnung. Di Franco hat mir auch gefallen, technisch stark und schnell, war an einigen gefährlichen Aktionen beteiligt.
Das große Problem der Mannschaft ist für mich aber nach wie vor, dass sie keinen Knipser hat. Debelko hat heute einige gute Chancen ziemlich kläglich vergeben. Ribas hat mir in seinen bisherigen Spielen auch nicht besonders gefallen. Hutsulyak fand ich letzte Saison im offensiven Mittelfeld besser aufgehoben. Hier muss m.E. noch dringend eine Verstärkung her. Hladky hat sich ja leider erledigt. Letzte Saison fand ich Serhij Petrov, der gerade mit Lutsk abgestiegen ist, sehr vielversprechend, vor allem ist er physisch präsent und kopfballstark. Das wäre doch mal was?
