Zugang: Tissone

Noch ein alter Spanier. Fernando Tissone, 31-jähriger defensiver Mittelfeldspieler, Argentinier mit italienischem Pass, hat unterschrieben. Er war zuletzt vereinslos, hatte vorher bei Malaga gespielt.

Langsam wird es wirklich lustig. Wie viele Spieler wollen sie denn noch für diese Position verpflichten? Es gibt mit Chachua, Klyots, Verbny und Holodyuk vier gute und z.T. schon erfahrene Eigengewächse. Hinzu kamen Tkachuk und Arques und jetzt noch der hier.

Ich neige dazu, mich den Reihen der Meckerer anzuschließen, wenn ich langsam zu dem Eindruck komme, dass diese Saison massenweise eingekauft wurde, aber kaum Qualität dabei ist, wobei gleichzeitig absolute Leistungsträger der Vorsaison (Borovyk, Dytyatyev und Hladky) gehen gelassen wurden. Kopftisch.

Zugang Memeshev, öffentliche Kritik am Trainer

Es geht weiter. Karpaty verpflichten weitere Spieler. Mittelfeldspieler Redvan Memeshev, zuletzt vereinslos, vorher bei Volyn Lutsk, kommt.
Derweil häufen sich (vorhersehbarerweise) die Stimmen derer, die den aktuellen Kurs des Clubs scharf kritisieren und die Entlassung des Trainers fordern.

Fernseh-Kommentator Viktor Vatsko hat noch einmal ordentlich die Keule rausgeholt und das miserable Spiel der Mannschaft angeprangert, dabei schießt er sich auch wie letztes Mal wieder kräftig auf den spanischen Mittelfeldspieler Arques ein.

Der frühere Karpaty-Spieler Ihor Kulchytskyj fordert die Entlassung des Trainers und begründet das u.a. damit, dass Navarro überhaupt nicht die ukrainische Liga kennt und nicht einmal seinen Kader richtig einschätzen kann, was man am Beispiel Fedetskyjs sehen kann, der auf der ungewohnten Mittelfeldposition bei der Niederlage gegen Mariupol nicht gut aussah.

Ultimo für Sergio Navarro?

Gerüchten zufolge könnte der Ausgang des heutigen Spiels in Kyiv gegen Dynamo schon ein Schicksalsspiel für den neuen Karpaty-Trainer Sergio Navarro sein, berichtet Dynamomania. Im Bericht heißt es, es gäbe auch schon einen Nachfolger-Kandidaten, Volodymyr Mazyar, zuletzt tätig bei Veres Rivne. Mazyar war schon letztes Jahr in der näheren Auswahl gewesen, allerdings war damals die Entscheidung auf Saitsev gefallen, der dann aber auch nicht lange im Amt blieb.

Zugang: Francisco Di Franco

Und der nächste spanischsprechende Spieler wurde verpflichtet: Francisco Di Franco, Argentinier, Mittelstürmer und hängende Spitze, zuletzt vereinslos. Das wurde gerade auf der Gesichtsbuchseite des Vereins bekanntgegeben. Recht lustig wirkt die Liste seiner bisherigen Stationen, wo besonders hervorgehoben wird, dass er bei einem großen Club wie Boca Juniors gespielt hat, wobei nicht erwähnt wird, dass er es dort nie in die erste Mannschaft geschafft hat.

Ich kann darüber nach den Leistungen der ersten beiden Spieltage nur zunehmend den Kopf schütteln und hoffe gleichzeitig, dass ich mich mit meiner Skepsis irre. Anstatt drei bestenfalls mittelmäßige Stürmer zu kaufen, hätte man lieber den ablösefreien und willigen Hladky holen sollen, der letzte Saison einen wesentlichen Anteil am Aufschwung in der Rückrunde hatte. Ich habe wirklich keine Lust, schon wieder bis zum (vor-) letzten Spieltag auf den gesicherten Klassenerhalt zu warten.

Viktor Vatsko über “Los Karpatos”

Sehr böser Kommentar von Viktor Vatsko, seines Zeichens Fußball-Kommentator, zur Niederlage gegen Vorskla, den ich hier einfach mal unkommentiert zur allgemeinen Erheiterung oder wahlweise Nachdenklichkeit übersetze:

Das Spiel von Karpaty war eine Katastrophe. Zum Club waren Spanier – erfahrene Fußballer – gestoßen. Ich rede hier nicht davon, dass vorher einer in der dritten und ein anderer in der fünften Liga gespielt hatte.

Jede Standardsituation war ein Herzinfarkt vor dem Karpaty-Tor. Jeder Standard war eine Chance. Zwei Tore erzielte Vorskla nach Standardsituationen. Über das Spiel gesehen entstanden nach Standardsituationen für Vorskla 6 Chancen.

Gut, die wurden vergeben, das kann jedem passieren. Aber spanischer Fußball, das ist tiki-taka. Wo war hier tiki-taka? Dieser Fußball, den Karpaty spielen wollen und den der Trainerstab als Devise ausgegeben hat, ist sehr, sehr bequem für Vorskla – das ist nicht-zum-tiki-taka. Beim richtigen tiki-taka spielen Leute, die Fußball spielen können: Xavi, Iniesta. Das wird es hier nicht geben. Dieser Stil ist bequem für Satschko, Wernydub, Sewidow und Babitsch (Trainer von Vorskla Poltava, Zorya Luhansk, FK Mariupol und Chornomorets Odessa) – für Mannschaften, die gut im Konterspiel sind.

Tempo gibt es bei Karpaty keines, Umschalten von Angriff auf Verteidigung und zurück – nichts, das Einleiten von Angriffen ist eine Katastrophe. Arques (Spanier, der vorher in der dritten spanischen Liga gespielt hatte) denkt, er ist Pirlo – ein Spieler, der Bälle nicht stoppt. Aber technisch und intellektuell ist er der Schnürsenkel an Pirlos rechtem Schuh.

Dies war ein sehr entlarvendes Spiel. Die Mannschaft spielte nicht: weder im Angriff, noch in der Verteidigung. Ohne Willen, ohne Kampf, alle Zweikämpfe gingen verloren. Bei Vorskla, so hatte man den Eindruck, standen Pogba, Errera und Fellaini auf dem Platz, nicht aber Scharpar und Sklyar. Das war eine Schande auf voller Länge. Und es waren noch Leute gekommen, um ihre Mannschaft zu unterstützen.

Zur Erinnerung, Vorskla besiegte Karpaty in Lviv mit 1:3.

Dario Drudi über “Los Karpatos”

Auf galsports gab es einige interessante Zitate des Sportdirektors Dario Drudi zu den Veränderungen im Club:

Zu den Ambitionen: In dieser Saison wird Platz 4-6 angestrebt, Ziel ist, dritte Kraft im Land zu werden.

Zum Spielsystem: Es wird mehr Wert auf Ballkontrolle (Ballbesitz?) gelegt, und der Stil der Mannschaft soll offensiver werden, auch auswärts.

Zu den ausländischen Spielern: Sie haben einige Ausländer geholt, nicht weil sie besser sind als die eigenen Spieler, sondern, weil sie es hilfreich finden, wenn Spieler verschiedener Nationalitäten zusammen spielen und einander weiter bringen.

Der letzte Punkt ist interessant, da ja gerade Karpaty in den letzten Jahren in einer bewussten Entscheidung auf einen fast ausschließlich mit ukrainischen Spielern besetzten Kader gesetzt und dabei viele Spieler aus der eigenen Akademie in die erste Mannschaft gebracht hatten. Das wäre jetzt eine Abkehr von dieser Strategie nach gerade mal zwei Jahren.

Ich kann mir vom Umfeld her kaum vorstellen, dass das jetzt ganz ohne Konflikte abläuft, wobei ich die Logik durchaus nachvollziehen kann.

Zugänge: Corteggiano und Carrascal

13.07.2017 – Noch zwei Legionäre: Guido Corteggiano, 30 Jahre, Argentinier und linker Verteidiger sowie Jorge Carrascal, 19 Jahre, Kolumbianer und offensives Mittelfeld.

Ganz offenbar hat der neue spanische Trainer hier ein paar Namen im Notizbuch gehabt. Interessant ist dabei, dass mittlerweile die Anzahl der Neuzugänge – 8 ohne Neuzugänge aus der eigenen Jugend, wenn ich richtig gezählt habe, ziemlich stattlich ist, so dass im Kader schon ein ziemliches Gedränge entstehen dürfte. Außerdem liegt die Anzahl der spanischsprachigen Spieler im Kader jetzt bei 5. Das ist schon sehr hoch für einen Verein, bei dem in der Rückserie der letzten Saison meist ausschließlich Ukrainer auf dem Platz standen. Andererseits ist es ja mittlerweile eine recht etablierte Vorgehensweise, eine größere Anzahl Spieler zu verpflichten und sich von einem guten Anteil davon dann ein halbes oder ganzes Jahr später wieder zu trennen.

Dabei gibt es immer noch keine Neuigkeiten, ob nun eine Transfersperre gilt oder nicht. Vor einigen Tagen war ja die Registrierung neuer Spieler durch den Verband verweigert worden, woraufhin der Club Protest eingelegt hat.

Zugang: Sebastian Ribas

Karpaty haben den Uruguayischen Stürmer Sebastian Ribas verpflichtet. Ribas hat für verschiedene große Clubs, z.B. Sporting Lissabon und Inter Mailand gespielt, sein Marktwert ist allerdings seit einigen Jahren deutlich gesunken. Zuletzt war er vereinslos.

Somit haben wir einen weiteren neuen spanischsprachigen Spieler bei Karpaty. Interessant bleibt für ich hier vor allem die Frage, was nun aus der Transfersperre gegen den Club geworden ist.

Sergio Navarro ist der neue Trainer von Karpaty Lviv.

Der Verein teilte heute auf seiner Homepage mit, in dem Spanier Sergio Navarro seinen neuen Trainer gefunden zu haben. Navarro war vorher Mitglied im Trainerstab u.a. von Rubin Kazan und Villareal (wo ja auch Oleksiy Hustulyak einige Zeit auf Leihbasis war). Der Mann ist Jahrgang 1979, also noch vergleichbar jung.

Diese Ernennung ist wirklich eine Überraschung, da der Club gerade bei seinem Kader auf Spieler aus der Region setzt und auch die Trainer in den letzten Jahren alle zumindest einen osteuropäischen Hintergrund hatten.