Zugänge: Shved und Tkachuk

Stürmer Mariyan Shved (Karpaty-Eigengewächs) und Mittelfeldspieler Jurij Tkachuk kehren nach erfolglosen Versuchen, sich in Spanien zu etablieren, in die Ukraine zurück und haben bei Karpaty unterschrieben.

Von Tkachuk gibt es ein interessantes Interview, in dem er erzählt, warum es für ihn nicht geklappt hat: in Spanien spricht längst nicht jeder englisch, er ist auf seinen Übersetzer angewiesen, versteht im Training Anweisungen nicht usw. Gerade Spanien ist da nicht ohne.

Abgang: Ribas

Stürmer Sebastian Ribas, der gerade erst in dieser Transferperiode gekommen war, verlässt Karpaty schon wieder. Er hatte in den letzten Wochen seinen Stammplatz an Roman Debelko verloren, der allerdings auch nicht wirklich überzeugen konnte. Ich bin gespannt, ob man jetzt etwas bezüglich Serhij Petrov unternimmt.

Ein wenig unklar ist aber auch die Frage, wie es mit dem Club weitergeht. Besitzer Petro Dyminski war vergangene Woche offenbar in einen Unfall verwickelt, bei dem eine 31-jährige Frau ums Leben kam und hat sich Berichten zufolge in die Schweiz abgesetzt.

Zugang: Tissone

Noch ein alter Spanier. Fernando Tissone, 31-jähriger defensiver Mittelfeldspieler, Argentinier mit italienischem Pass, hat unterschrieben. Er war zuletzt vereinslos, hatte vorher bei Malaga gespielt.

Langsam wird es wirklich lustig. Wie viele Spieler wollen sie denn noch für diese Position verpflichten? Es gibt mit Chachua, Klyots, Verbny und Holodyuk vier gute und z.T. schon erfahrene Eigengewächse. Hinzu kamen Tkachuk und Arques und jetzt noch der hier.

Ich neige dazu, mich den Reihen der Meckerer anzuschließen, wenn ich langsam zu dem Eindruck komme, dass diese Saison massenweise eingekauft wurde, aber kaum Qualität dabei ist, wobei gleichzeitig absolute Leistungsträger der Vorsaison (Borovyk, Dytyatyev und Hladky) gehen gelassen wurden. Kopftisch.

Zugang Memeshev, öffentliche Kritik am Trainer

Es geht weiter. Karpaty verpflichten weitere Spieler. Mittelfeldspieler Redvan Memeshev, zuletzt vereinslos, vorher bei Volyn Lutsk, kommt.
Derweil häufen sich (vorhersehbarerweise) die Stimmen derer, die den aktuellen Kurs des Clubs scharf kritisieren und die Entlassung des Trainers fordern.

Fernseh-Kommentator Viktor Vatsko hat noch einmal ordentlich die Keule rausgeholt und das miserable Spiel der Mannschaft angeprangert, dabei schießt er sich auch wie letztes Mal wieder kräftig auf den spanischen Mittelfeldspieler Arques ein.

Der frühere Karpaty-Spieler Ihor Kulchytskyj fordert die Entlassung des Trainers und begründet das u.a. damit, dass Navarro überhaupt nicht die ukrainische Liga kennt und nicht einmal seinen Kader richtig einschätzen kann, was man am Beispiel Fedetskyjs sehen kann, der auf der ungewohnten Mittelfeldposition bei der Niederlage gegen Mariupol nicht gut aussah.

Zugang: Francisco Di Franco

Und der nächste spanischsprechende Spieler wurde verpflichtet: Francisco Di Franco, Argentinier, Mittelstürmer und hängende Spitze, zuletzt vereinslos. Das wurde gerade auf der Gesichtsbuchseite des Vereins bekanntgegeben. Recht lustig wirkt die Liste seiner bisherigen Stationen, wo besonders hervorgehoben wird, dass er bei einem großen Club wie Boca Juniors gespielt hat, wobei nicht erwähnt wird, dass er es dort nie in die erste Mannschaft geschafft hat.

Ich kann darüber nach den Leistungen der ersten beiden Spieltage nur zunehmend den Kopf schütteln und hoffe gleichzeitig, dass ich mich mit meiner Skepsis irre. Anstatt drei bestenfalls mittelmäßige Stürmer zu kaufen, hätte man lieber den ablösefreien und willigen Hladky holen sollen, der letzte Saison einen wesentlichen Anteil am Aufschwung in der Rückrunde hatte. Ich habe wirklich keine Lust, schon wieder bis zum (vor-) letzten Spieltag auf den gesicherten Klassenerhalt zu warten.

Zugänge: Corteggiano und Carrascal

13.07.2017 – Noch zwei Legionäre: Guido Corteggiano, 30 Jahre, Argentinier und linker Verteidiger sowie Jorge Carrascal, 19 Jahre, Kolumbianer und offensives Mittelfeld.

Ganz offenbar hat der neue spanische Trainer hier ein paar Namen im Notizbuch gehabt. Interessant ist dabei, dass mittlerweile die Anzahl der Neuzugänge – 8 ohne Neuzugänge aus der eigenen Jugend, wenn ich richtig gezählt habe, ziemlich stattlich ist, so dass im Kader schon ein ziemliches Gedränge entstehen dürfte. Außerdem liegt die Anzahl der spanischsprachigen Spieler im Kader jetzt bei 5. Das ist schon sehr hoch für einen Verein, bei dem in der Rückserie der letzten Saison meist ausschließlich Ukrainer auf dem Platz standen. Andererseits ist es ja mittlerweile eine recht etablierte Vorgehensweise, eine größere Anzahl Spieler zu verpflichten und sich von einem guten Anteil davon dann ein halbes oder ganzes Jahr später wieder zu trennen.

Dabei gibt es immer noch keine Neuigkeiten, ob nun eine Transfersperre gilt oder nicht. Vor einigen Tagen war ja die Registrierung neuer Spieler durch den Verband verweigert worden, woraufhin der Club Protest eingelegt hat.

Zugang: Sebastian Ribas

Karpaty haben den Uruguayischen Stürmer Sebastian Ribas verpflichtet. Ribas hat für verschiedene große Clubs, z.B. Sporting Lissabon und Inter Mailand gespielt, sein Marktwert ist allerdings seit einigen Jahren deutlich gesunken. Zuletzt war er vereinslos.

Somit haben wir einen weiteren neuen spanischsprachigen Spieler bei Karpaty. Interessant bleibt für ich hier vor allem die Frage, was nun aus der Transfersperre gegen den Club geworden ist.

Zugang: Oleksandr Osman

Karpaty haben Dynamo-Kyiv-Jungspieler Oleksandr Osman für ein Jahr auf Leihbasis verpflichtet. Das ist ein vielversprechender Deal. Osman ist wie Matvienko, der letzte Rückrunde von Shakhtar ausgeliehen worden war, Linksverteidiger und U21-Nationalspieler.

Natürlich kann ich nicht ohne meinen Disclaimer: noch ist so richtig nicht raus, was jetzt eigentlich aus der Situation um die Transfersperre wird – bleibt sie bestehen, oder kippt sie noch – mit anderen Worten: was nützen all die Neuverpflichtungen, wenn der Club weiterhin keine neuen Spieler registrieren darf?