Nachdem das Transferfenster nun offen ist, gibt es offenbar wieder die ersten Interessenten an Jorge Carrascal, der Ende der letzten Saison durch z.T. aufsehendserregende Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Wir erinnern uns, der offensive Mittelfeldspieler und Angreifer war per Kaufoption nach Ablauf seiner Leihe im Sommer für 2 Mio Euro verpflichtet worden. In der Hinrunde der aktuellen Saison konnte er bislang noch nicht wieder die alte Form erreichen.
Dennoch scheinen nun die ersten Interessenten vorstellig zu werden. In verschiedenen Quellen war die Rede von Interesse seitens Besiktas Istanbul aus der Türkei, die 4 Mio Euro geboten haben sollen und Club Atlético River Plate aus Argentinien für eine nicht genannte Ablösesumme.
Der Club wird nun die Qual der Wahl haben, ob er den Spieler jetzt schon mit einem ordentlichen Gewinn verkauft oder darauf spekuliert, dass sich Carrascals Marktwert u.U. bis zum Saisonende vielleicht sogar noch gesteigert haben könnte.
González war früher selber Spieler, Rechtsaußen, bei diversen unterklassigen spanischen Clubs, von denen der Karpaty-Fans wohl bekannteste CD Lugo, ist, zu dem Anfang 2017 Vasyl Kravets gewechselt war.
Nach Beendigung seiner Spielerkarriere begann er als Trainer zu arbeiten, wobei auch hier CD Lugo wieder die erste Station war, wo er ein Jahr blieb. Es folgten diverse Engagements in unterklassigen Vereinen hauptsächlich in Spanien, die alle von eher kurzer Dauer (maximal ein Jahr) waren. Die einzige Ausnahme hier bildete seine Tätigkeit beim FC Granada von Frühjahr 2010 bis Anfang 2012. Zuletzt war er über die Rückrunde der Saison 2017/2018 Trainer bei Lorca FC. Die prominenteste seiner Stationen war Panathinaikos, wo er allerdings nach nur drei Monaten Ende März 2013 entlassen wurde.
Wir haben es hier also mit einem erfahrenen Mann zu tun, der andererseits in der Vergangenheit vor allem dadurch in Erscheinung getreten ist, bereits bei sehr vielen Vereinen gearbeitet zu haben, bei den meisten aber schon recht schnell wieder entlassen worden ist. Assistenten von José Mourinho (wie es José Morais war) sind für eine Tätigkeit bei einem abstiegsgefährdeten Club in der UPL leider offenbar nicht so leicht zu finden.
Wie Interimstrainer Oleh Boychyschyn bevorzugt übrigens auch der Neue ein Spielsystem mit drei Innen- und zwei Außenverteidigern, allerdings nur mit einer Spitze. Wir werden sehen müssen, ob diese Personalie der Mannschaft Glück bringt. Mehr war wohl nicht drin, und eine Personalie, die nicht gleich höchste Erwartungen weckt, könnte sich ja u.U. auch als gar nicht mal so schlecht erweisen.
Wie mehrere Sportportale heute berichteten, soll der neue Trainer ein Spanier sein und in den nächsten Tagen vorgestellt werden. Ein Name ist bisher noch in keiner der Quellen genannt worden.
Der “Neue” tritt in die nicht gerade kleinen Fußstapfen von José Morais, der die Mannschaft von August bis Ende November 2018 geführt und mit ihr trotz der schlechten Tabellenposition deutliche Fortschritte erzielt hatte, bevor er sich für einen Wechsel zu Jeonbuk Motors aus dem Vertrag herauskaufen ließ.
In der Zwischenzeit hat sein Vorgänger im Amt, Oleh Boichyshyn, die Mannschaft kommissarisch übernommen, ohne aber an der sportlichen Situation etwas verbessern zu können.
Drudi war in der letzten Saison eine der prägenden Kräfte des “Los Karpatos” Projekts, im Rahmen dessen eine ganze Reihe junger Spieler aus dem südamerikanischen Raum zu Club gestoßen waren – einige mehr, andere weniger erfolgreich. Nach der Trennung vom damaligen Trainer Sergio Navarro hatte er mit Oleh Boychyshyn, der ja vor einigen Wochen entlassen worden war, die Betreuung der Mannschaft übernommen, wobei viele davon ausgingen, dass faktisch er damals der Trainer der Mannschaft war.
Offenbar wird er unter de neuen Trainer José Morais im sportlichen Bereich nicht mehr benötigt. Drudi tritt eine neue Stelle beim chilenischen Club Unión San Felipe an.
Ponde hat einen porgugiesischen Pass, ist aber gebürtiger Rumäne. Er stieß 2008 zur Jugendmannschaft von Sporting, wo er die verschiedenen Altersstufen durchlief, dabei 11 Einsätze in portugiesischen Jugendnationalmannschaften hatte und seit letztem Jahr bei Sporting B gelistet war.
Er ist mit seinen 23 Jahren immer noch jung und entwicklungsfähig, wobei es bei Sporting für den Sprung in die erste Mannschaft nicht gereicht hat. Er hat einen Vertrag über 3 Jahre unterschrieben und konnte ablösefrei verpflichtet werden.
Ponde ist ein Mittelstürmer. Mit 1.79m ist er zwar kein Kopfballungeheuer, bringt aber doch etwas mehr körperliche Präsenz mit als die etatmäßigen Stürmer Rodrigo Vargas, Catriel Sánchez und William De Camargo
(wir erinnern uns, dass beim 2:0 Auswärtssieg bei Dynamo am letzten Wochenende Oleksij Hutsulyak, der zuletzt eigentlich immer im Mittelfeld eingesetzt worden war, auf der Mittelstürmerposition spielte).
Boychyshyn hatte im Sommer 2017 beim Club als Nachwuchskoordinator begonnen und war dann im November als Nachfolger des glücklosen Sergio Navarro zum Cheftrainer befördert worden. In der Rückrunde gewann die Mannschaft mit attraktivem Offensivfußball eines leicht spanischen Einschlages (”Los Karpatos”) einige Sympathien zurück, die sie zuvor bei ihren Anhängern verloren hatte, jedoch war es ein offenes Geheimnis, dass Sportdirektor Dario Drudi in Wirklichkeit bei Aufstellung und Taktik die Fäden zog, der seit Sommer aber nicht mehr in dieser Position tätig ist.
Der Beginn der aktuellen Saison war durchwachsen – zwei Niederlagen, ein Sieg und ein Unentschieden, und obwohl die Mannschaft attraktiv spielte, haperte es nach wie vor bei der Abwehr. Offenbar wollte die Clubführung dieses Mal schneller handeln als noch letztes Jahr, wo sich die Mannschaft bereits längst im Abstiegskampf befand und die oberen 6 Plätze nicht mehr realistisch erreichbar waren.
Der neue Trainer ist – anders als letztes Jahr Sergio Navarro – nicht nur Europäer und “Lateiner”, sondern tatsächlich ein erfahrener Mann, der viele Jahre als Assistent von Jose Maurinho und auch bei einigen europäischen Clubs bereits als Cheftrainer tätig war.
Als Cheftrainer hat Morais freilich noch keine großen Erfolge aufzuweisen, wobei wir uns sicher im klaren sind, dass er andernfalls wohl kaum nach Lviv gekommen wäre.
Wir stehen nun offenbar also einem neuen Anlauf des Projektes “Los-Karpatos” gegenüber. Trotz des Misserfolgs unter Trainer Navarro hatten ja einiger der südamerikanischen Einkäufe dieser Phase durchaus “eingeschlagen” – man denke etwa an Fernando Tissone, Francisco Di Franco und allen voran natürlich Jorge Carrascal, und der Spielstil der letzten Phase der abgelaufenen Saison hat sowohl Fans als auch Fachpresse gleichermaßen versöhnt.
Nichtsdestotrotz bleibt der neue Trainer ein Risiko. Er kennt weder Land noch Sprache, wird also wie zuvor Navarro durch einen Übersetzer zur Mannschaft reden müssen. Seine erste Bewährungsprobe wird er schon am kommenden Sonntag haben, beim ersten Auswärtsspiel der Saison bei Desna Chernihiv.
Der junge kolumbianische Angreifer war letzte Saison verpflichtet worden, bisher aber nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz gekommen. Es wird berichtet, er sei verspätet aus dem Urlaub heimgekehrt, woraufhin sich Verein und Spieler auf eine Vertragsauflösung geeinigt hätten.
Er erklärte, er sei sehr froh, ein Spieler von Karpaty zu sein. Für ihn sei es mehr als nur ein Team, sondern seine Famlie, und Lviv seine zweite Heimatstadt.