Abgangsgerüchte

Dass der Kader bei Karpaty nach der Einkaufs-Orgie im Sommer überfüllt ist, ist ja kein Geheimnis. Dass bei Karpaty zur Winterpause traditionell das große Ausdünnen kommt, ebensowenig. Interessant ist dabei jedes Jahr, wen es dieses Mal trifft. Laut Спортівка sind dieses Mal einige prominente Namen dabei: Arques (gut, keine Überraschung), Kapitän Khudob’yak und der zuletzt glücklose Hladky. Auf der Fan-Seite, die diesen Bericht zitiert, fällt zudem noch der Name Pavlo Ksyonz. Interessant ist, dass die Formulierung impliziert, dass es noch andere trifft, die aber nicht namentlich genannt sind. Alle diese Spieler sollen bereits keinen Vertrag mehr mit dem Club haben.

Veres – Karpaty: 2:2

Heute spielten Karpaty auswärts in der “Arena Lwiw” gegen Veres Rivne ihr letztes Spiel vor der Winterpause (die Fortsetzung des Heimspiels gegen Olimpik wird erst im nächsten Jahr stattfinden). Das Hinspiel war 1:6 verloren gegangen und hatte faktisch das Ende der Tätigkeit von Trainer Navarro eingeleitet. Karpaty sind in der Zwischenzeit mit nur drei Punkten Vorsprung auf den vorletzten Platz abgerutscht und haben in 17 Spielen überhaupt erst zweimal gewonnen und dabei nicht mehr als 9 Treffer erzielt. Die Situation kann man nur als kritisch bezeichnen.

Karpaty liefen mit einer Dreierkette hinten auf. Das ist seit dem Trainerwechsel eher ein 3:4:3 als noch unter Dolub und Sajzew so eine Art 3:2:2:2:1, wo die Mittelfeldspieler auf dem Flügel die Verteidigung unterstützten und im Grunde wie vorgezogene Außenverteidiger spielten.

Im Tor stand wieder Pidkiwka. Die Dreierkette hinten bildeten Miroshnichenko, Lobaj und Fedetsky. Nesterow scheint aktuell nur zweite Wahl zu sein und saß auf der Bank, Senytsya war nach seinen Fehlern in der Niederlage gegen Oleksandriya nicht mehr im Kader, und Pereira war verletzt, so stand also Miroshnichenko hinten in der Dreierkette, der sich gegen Oleksandriya nach der Auswechslung von Pereira da hinten auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. Im Mittelfeld standen außen Di Franco und Hutsulyak, zentral Tissone und Holodyuk, vorn auf den Flügeln Carrascal und Myakushko, im Sturmzentrum Akulinin, der gegenüber dem aktuell sehr formschwachen Hladky den Vorzug erhalten hatte.

Veres ist zwar Aufsteiger, hat aber eine ganze Reihe erfahrener und qualitativ ordentlicher UPL-Spieler in seinen Reihen und steht verdient in der oberen Tabellenhälfte. Das Spiel war entsprechend von Anfang an intensiv und 09.12.2017 – umkämpft. Veres war die bessere Mannschaft und hatte die besseren Chancen, vor allem ein Konter mit Ex-Karpate Serhijchuk allein auf de Weg zum Tor, der gerade noch in letzer Sekunde von einem sauberen Slidingtackle von Lobaj gestoppt werden konnte. Nach 13 Minuten klingelte es dann. Fedetsky, der sich kurz vorher verletzt hatte, konnte seinem Gegenspieler nicht folgen, der an der rechten Strafraumgrenze rechts an ihm vorbei ging und den Ball sauber flach neben dem (von ihm gesehen) rechten Pfosten ins Tor setzte – ein vollkommen unhaltbarer Ball. Karpaty reagierten mit Kampf und hatten prompt etwas mehr vom Spiel, während Veres versuchte, mit der Führung im Rücken zu kontrollieren.

Nach 27 Minuten stand es 2:0, Serhijchuk kam vor dem Fünfmeterraum mit 4 Karpaty-Spielern im Strafraum und Miroshnichenko direkt neben sich in aller Ruhe zum Kopfball. Miroshnichenko ist ein schneller und spielstarker Außenverteidiger, aber kein Kopfballungeheuer und Abräumer. Man muss hier schon die Entscheidung des Trainers hinterfragen, wie sinnvoll es ist, 3:4:3 zu spielen, wenn nur zwei gelernte Innenverteidiger auf dem Platz stehen, und die Dreierkette nicht noch einmal einigermaßen eingespielt ist. Ich habe keine Hinweise dafür gefunden, dass Nesterow verletzt ist, aber das Trio aus Fedetsky rechts, Nesterow in der Mitte und Lobaj links hat unter Sajtsew sehr viel sicherer gestanden und einige Spiele “zu Null” abgeliefert. Ich wage zu behaupten, dass ein gelernter und erfahrener Innenverteidiger wie Nesterow seinen Gegenspieler in der Situation nicht zum Kopfball hätte kommen lassen. Da bleibt irgendwie nur Kopfschütteln.

Nach dem 2:0 hatten Karpaty noch etwas mehr Spielanteile. Das sah vorn auch alles ganz gefällig aus, Myakushko und Carrascal wirbelten da schön herum, aber richtig Torgefahr entstand trotzdem nicht – “Hightower” Akulinin ist weder der schnellste auf den Beinen noch besonders beweglich und kein Ersatz für einen Hladky in Normalform, aber den gibt es ja zur Zeit leider auch nicht. Und so einen muss man halt auf Englisch hoch anspielen und nicht wie auf Spanisch (bzw. Kolumbianisch) immer wieder flach. So ging es mit 2:0 in die Pause.

Karpaty kamen mit Chachua für Di Franco aus der Pause. Nach 62 Minuten kam dann Shved für den angeschlagen wirkenden Fedetsky. Hutsulyak (der so ziemlich auf allen Positionen außer im Tor einsetzbar zu sein scheint) spielte nun in der Verteidigung, Chachua im linken Mittelfeld und Shved Linksaußen. Karpaty erspielten sich mit viel Kampf eine deutliche Feldüberlegenheit, wobei das letztlich immer noch war wie in der ersten Halbzeit: nett anzusehen, aber es fehlte immer die Präzision beim letzten Pass. Wenn Veres nach vorn kam, was das immer brandgefährlich, und Pidkiwka war einige Male gefordert. In der 66. Minute wäre er aber geschlagen gewesen, als Serhijchuk in aller Ruhe ungefähr vom Elfmeterpunkt abzog, der Ball aber das Dreieck traf. So lief das irgendwie die ganze Zeit: Karpaty produzierten hübsche, aber brotlose Kunst, Veres kam mal eben vors Tor, und sofort brannte es lichterloh.

Nach 71 Minuten fiel dann aber doch der Anschlusstreffer. Shved wurde links geschickt, war zu schnell für seine Gegenspieler, zog in den Strafraum hinein und tunnelte aus ungefähr 7 Metern mit einem diagonalen Flachschuss den Torwart. Das war sehenswert und gleich das zweite Feldtor innerhalb von 7 Tagen (letzte Woche hatte ja im später abgebrochenen Spiel Myakushko das 1:0 erzielt). Außerdem war es schon fast logisch, dass der Treffer durch eine Individualaktion und nicht einen Spielzug zustande kam. Nun waren noch rund 15 Minuten Zeit, um den Ausgleich zu erzielen oder noch ein paar Treffer in Kontern zu fangen. Es sah allerdings deutlich mehr nach einem Ausgleich aus. Karpaty spielten selbstbewusst mit Schwung nach vorn, und die Fans machten ordentlich Stimmung. Nach 75 Minuten ging Holodyuk vom Platz, für ihn kam Klyots.

Und kaum zu glauben, der Ausgleich fiel tatsächlich. Myakushko lief in der 84. Minute rechts den Verteidigern weg und spielte – endlich einmal! – eine echte Flanke in den Strafraum, die Akulinin mit einem gehechteten Kopfball verwandelte. So kann das funktionieren, aber warum erst jetzt? Karpaty wollten jetzt mehr. Ein Unentschieden war eigentlich auch zu wenig, wenn man die Tabelle betrachtet. Es blieb am Ende aber beim Unentschieden, das, wenn man beide Halbzeiten betrachtet, wohl auch so in Ordnung ging. Ich hätte mir die Leidenschaft und den Offensivdruck der letzten 20 Minuten schon ein wenig früher gewünscht.

Fazit: Karpaty haben den bodenlosen Absturz vorerst abgewendet. Der Abstand nach oben wie nach unten hat sich nicht geändert, da die gesamte Konkurrenz (Chornomorets, Stal’ und Zirka) ebenso unentschieden gespielt haben. Die Mannschaft hat eine eindrucksvolle Aufholjagd hingelegt und damit sicher auch den Respekt der Fans ein Stück weit zurückgewonnen. In diesem Kontext ist auch wichtig zu erwähnen, dass die oft kritisierten Legionäre Carrascal, Di Franco und Tissone rannten, kämpften und grätschten, wie man es von einem Karpaty-Spieler erwartet.

Spieler des Tages war für mich heute Mariyan Shved, der ja bisher kaum überhaupt Spielzeit gehabt hatte, aber heute nicht nur durch seinen Treffer die Wende einleitete, sondern auch auf seiner linken Seite schnell und dribbelstark war und die etwas behäbigen Verteidiger bei Veres einige Male alt aussehen ließ.

Ansonsten stark waren Myakushko (wie immer), dann der gelernte Mittelstürmer Hutsulyak, der sowohl im linken Mittelfeld wie auch der linken Innenverteidigung eine souveräne, fehlerfreie Leistung zeigte und schließlich Pidkiwka, der bei den zwei Gegentreffern absolut machtlos war, aber seine Mannschaft das eine wie andere Mal im Spiel hielt.

Es bleibt zu hoffen, dass es nach der Winterpause gelingt, wieder eine stabile Dreierkette da hinten zusammenzubekommen, so viel Glück wie heute wird man nicht immer haben.

Oleksandriya – Karpaty: 3:0

Heute spielten Karpaty zum ersten Mal unter neuem Trainer Trainer, es war das Auswärtsspiel bei Oleksandriya. Nach der Niederlage am letzten Wochenende standen Karpaty vor diesem Spiel auf dem vorletzten Platz, also zum ersten Mal seit einiger Zeit wieder auf einem Abstiegsplatz.

Die Aufstellung war gegenüber dem letzten Wochenende ein wenig verändert: Im Tor weiterhin Pidkiwka, davor eine Dreierreihe aus Fedetskyj, Senytsya (der am letzten Wochenende einen guten Eindruck hinterlassen hatte) und Pereira (was mir einen Schrecken einjagte), davor auf den Außenpositionen Miroshnichenko und Hutsulyak, im zentralen Mittelfeld Tissone und Khudob’yak (der Holodyuk ersetzte), davor Myakushko, Hladky und Carrascal. Auf der Ersatzbank war weder Lobaj noch Nesterov zu sehen, es scheint, als wären beide derzeit verletzt.

Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen mit leichten Vorteilen für Karpaty. Beide Mannschaften kamen von Zeit zu Zeit in die Hälfte des Gegners, aber so ganz große Chancen kamen auch auf beiden Seiten nicht zustande. Bei Karpaty fiel auf der rechten Offensivposition Myakushko auf, der sich in den letzten Wochen in eine immer bessere Form gespielt hat. So ging es mit 0:0 in die Pause.

Nach der Pause ging es für Karpaty ohne Wechsel weiter. Das Spiel verlief zunächst wie in der ersten Halbzeit. Nach 57 Minuten musste Pereira (ohne Schaden verursacht zu haben) verletzt vom Platz. Für ihn kam – wohl nicht zuletzt aufgrund der Personalnot in der Verteidigung – Marian Shved, der ins Mittelfeld ging, wofür Miroshnichenko in die Verteidigung zurückfiel. Kurz danach fiel der Führungstreffer für Oleksandria: durch ein schönes Solo wurde die Verteidigung in der linken Strafraumhälfte ausgespielt, der Schuss konnte von Pidkiwka zunächst abgewehrt werden, der Nachschuss saß dann. Senytsya sah bei der Aktion nicht besonders gut aus. Das 2:0 fogte in der 66. Minute, Miroshnichenko und Senitsya kamen sich bei einem steil in den Strafraum gespielten Ball gegenseitig in den Weg und überließen dann den Ball ganz einfach dem gegnerischen Angreifer. So wenig ich von Pereira halte, muss ich doch sagen, dass nach seiner Verletzung die Verteidigung bei Karpaty einfach auseinanderfiel.

Das Spiel war jetzt im Grunde entschieden, und wir konnten alle nach hause gehen. Aber die Bestrafung war noch nicht zuende. Nach 77 Minuten stand es 3:0. Senytsya spielte von der Mittellinie einen Rückpass auf Pidkiwka so schwach, dass ein gegnerischer Stürmer ihn problemlos erlaufen konnte und ins Netz brachte.

Die Niederlage ist – wenn man die erste Halbzeit betrachtet – ziemlich überraschend. Aber wenn in einer Dreierkette hinten zwei Stammkräfte und dann selbst der Ersatz ausfallen, dann ist halt alles verloren. Miroshnichenko ist ein offensiver Außenverteidiger, der da hinten in der Dreierkette nichts verloren hat. Senytsya hat heute einige böse Fehler gemacht, der wird noch etwas lernen müssen, bis er gut genug für die erste Mannschaft ist. Auf der Bank saß noch Lebedenko, der wie Miroshnichenko ein offensiver Außenverteidiger ist. Schöner Mist. Ich hoffe, dass nächste Woche Nesterov und Lobaj wieder verfügbar sind, sonst gibt es dann wieder kräftig Haue.

Wenn Stal’ heute gegen Dynamo Kyiv gewinnen sollte, wären Karpaty letze. Herzlichen Glückwunsch, so macht es richtig Spaß. Ich bin bedient und geh mich besaufen.

Abgang: Corteggiano

Guido Corteggiano, “Los Karpatos” Legionär und Linksverteidiger, wird den Club verlassen. Er wechselt zum italienischen Viertligisten (!) Lecco. Ehrlich gesagt finde ich das ein wenig unter Wert, denn er war von den ganzen Neuen sicher nicht der schlechteste. Allerdings hat er im neuen System mit drei Innenverteidigern und davor zwei Mittelfeldspielern auf den Außenpositionen keinen Platz mehr gehabt – Innen sind Fedetskyj, Nesterov, Lobaj gesetzt, als Ersatz kam letzte Woche erstmals Senytsya zum Einsatz und spielte gut, und auf der linken Verteidiger-Position sind mit Lebedenko und Osman zwei talentierte Jungspieler in Warteposition.

Insofern ist eine Verkleinerung des Kaders sicher zu begrüßen.

Karpaty – Mariupol: 0:1

Heute spielten Karpaty zu hause in leerem Stadion (Sanktion wegen der Ausschreitungen in Ivano-Frankiwsk beim Pokalspiel vor einigen Wochen) gegen Mariupol.

Karpaty spielten in der selben Formation wie in den letzten Wochen, ich nenne sie mal 3:4:2:1 – mit Pidkivka im Tor, einer Dreierkette hinten mit Fedetskyj, Debütant Senytsya (Kapitän der U21) und Lobaj, davor ein Mittelfeld mit Myakushko und Hutsulyak auf den zurückgezogenen Außenpositionen, der Doppel-6 mit Holodyuk und Tissone, im offensiven Mittelfeld Di Franco und Carrascal sowie Hladky im Sturm. Interessant war auch die Reservebank, wo mit Lebedenko, Shved und Stasyshin gleich drei weitere Spieler aus der U21 saßen. In der U21 kommen neben den Jungspielern auch häufiger Spieler aus der ersten Mannschaft zum Einsatz. Der Kader ist ja ziemlich groß, und es scheint, als würde die U21 hier bewust genutzt, um eine Konkurrenzsituation zu schaffen.

Das Spiel begann mit dominanten Hausherren, die das flüssige Angriffsspiel zeigten, was sie an besseren Tagen auszeichnet. Neu-Nationalspieler Myakushko zeigte deutlich Selbstvertrauen und fiel durch einige schöne Tempodribblings auf. Die Führung erzielten aber die Gäste nach 19 Minuten durch eine schöne Einzelaktion abgeschlossen von der Strafraumgrenze. Das war überraschend, zeigte aber auch wieder, wie effizient Mariupol spielt (was ja gerade Karpaty nun gar nicht hinbekommen). Das war ein sichtbarer Schock, auch wenn Karpaty weiter mehr Spielanteile hatten. Sie erspielten sich auch einige schöne Chancen, aber deren Verwertung war und ist ein großes Problem der Mannschaft. Nach 39 Minuten hätte es Elfmeter für Karpaty geben müssen, als Carrascal im Strafraum umgerempelt wurde, stattdessen gab es Gelb für Schwalbe und Fassungslosigkeit bei den Karpaty-Spielern und mir.

Nach der Halbzeit ging es ohne Änderungen weiter. Nach 48 Minuten hatte Hladky allein vor dem Tor den Ausgleich auf dem Fuß, ließ sich aber noch von der Seite abdrängen. Das zeigt doch wieder ein wenig, wie schwach das Selbstvertrauen der Spieler vor dem Tor ist, das Ding hätte Hladky in Normalform locker verwandelt. Nach 57 Minuten kam Debütant Stasyshin für Di Franco. Mariupol begann, sich größere Spielanteile zu erarbeiten und nicht mehr allein zu kontern. Zählbares gab es aber auf beiden Seiten nichts. Nach 77 Minuten ging Myakushko nach starkem Spiel (er war der einzige mit Durchsetzungsvermögen da vorn, aber offenbar erschöpft) vom Platz, für ihn kam Oldie Khudob’yak. Später kam noch Akulinin, aber es nützte nichts mehr, es blieb bei der 0:1 Heimniederlage.

Eigentlich war das kein schlechtes Spiel, aber eben nur eigentlich. Der Gegentreffer war absolut unnötig und hätte nicht passieren dürfen. Und da zur Zeit das beste, was die Mannschaft herausholen kann, ein 0:0 oder ein 1:1 mit einem Freistoßtor von Myakushko ist, war dann nicht mehr drin. Di Franco und Carrascal haben da vorn schön gewirbelt, aber Hladky hat Ladehemmung und krieg die einfachsten Dinger nicht rein. Mariupol hat in der ersten Halbzeit aus eineinhalb Chancen ein Tor gemacht. Welch ein Unterschied.

Prykarpattya – Karpaty: 1:0 (Pokal)

Heute spielten Karpaty in einem Pokalspiel auswärts bei Prykarpattya Ivano-Frankivsk. Trotz der zwei Klassen Unterschied war das ein richtiges galizisches Derby mit massig Emotionen sowohl auf dem Platz als auch auf den Tribünen.

Karpaty spielten im üblichen 4:2:3:1-System, wobei auf einigen Positionen Spieler, die am Wochenende nicht im Kader gestanden hatten, in die Startformation rückten. Im Tor stand wieder Mysak, davor spielten Myroshnichenko, Lobaj, Nesterov und Lebedenko, auf der Doppel-6 Tissone und Klyots, davor Ksyonz, Khudob’yak und Myakushko, vorn Hladkyj.

Das Spiel fand bei Regen statt, und der Platz war in schrecklichem Zustand. Dafür war das Stadion so voll, wie es bei Ligaspielen schon seit Monaten nicht gewesen war. Die erste Halbzeit hatte ein einigermaßen grausiges Nivau. Der schlechte Platz verhinderte sicher ein Stück weit, dass Karpaty ihre größere KLasse hätten ausspielen können, aber dass die Mannschaft zur Zeit nicht gerade überragenden Fußball spielt, kam sicher auch dazu. Die Platzherren hielten gut dagegen, z.T. mit hartem körperlichen Einsatz, was der Sache eine starke emotionale Komponente gab. Kurz vor der Pause fiel das irreguläre 1:0 für die Hausherren nach einem klaren Foul an Tissone, welches aber vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde. Anschließend kam es zu einer ziemlichen Vernebelung des Spielfelds durch Feuerwerkskörper.

Nach der Halbzeitpause wurde das Spiel etwas besser. Hutsulyak kam für Myakushko und Memeshev für Tissone. Karpaty hatten mehr Spielanteile und einige gute Chancen. Dennoch fiel in der 65. Minute das nächste Tor wieder für die Hausherren – ein schöner Distanzschuss von der rechten Strafraumecke, der sauber ins linke Dreieck einschlug, keine Chance für Mysak. Es folgten Hanba-Hanba-Rufe von der Tribüne (vermutlich von Karpaty-Fans), immer mehr Explosionen von Feuerwerkskörpern, und das Spiel wurde rund 30 Minuten unterbrochen. Bei Wiederanpfiff wechselten Karpaty erneut, der neu verpflichtete Stürmer Akulinin kam für Lebedenko. Kszonz fiel etwas zurück, und es wurde faktisch mit 4:4:2 weitergespielt.

Das Spiel wurde jetzt zwar nicht besser, aber wenigstens spannender. Karpaty stellten auf lange Bälle um, was angesichts der Bodenverhältnisse keine schlechte Idee war, und drängten auf das Anschlusstor. Dabei machten sie natürlich hinten auf und wurden anfällig für Konter. Das lief eine ganze Weile so, und in der 126. Minute, direkt vor dem Abpfiff, erzielte Memeshev den Anschlusstreffer nach einem Freistoß.

Nun sind Karpaty also auch noch gegen einen unterklassigen Gegner aus dem Pokal geflogen. Natürlich war dies ein extrem emotionales Spiel, was ein Stück weit die üblichen Machtverhältnisse außer Kraft setzt, und das 1:0 war klar irregulär. Aber die Leistung von Karpaty war wieder nicht gerade beeindruckend. Ich kann nicht erkennen, dass sich nach der Entlassung von Trainer Navarro etwas verbessert hätte. Unter jenem hatten sie immerhin noch besser den Ball laufen lassen. Im Moment ist das einfach nur alles sehr schwach.