Zugang: Sebastian Ribas

Karpaty haben den Uruguayischen Stürmer Sebastian Ribas verpflichtet. Ribas hat für verschiedene große Clubs, z.B. Sporting Lissabon und Inter Mailand gespielt, sein Marktwert ist allerdings seit einigen Jahren deutlich gesunken. Zuletzt war er vereinslos.

Somit haben wir einen weiteren neuen spanischsprachigen Spieler bei Karpaty. Interessant bleibt für ich hier vor allem die Frage, was nun aus der Transfersperre gegen den Club geworden ist.

Transfersperre

Karpaty dürfen nach aktuellem Stand für die kommende Spielzeit keine neuen Spieler registrieren, das gilt also auch für die bereits verpflichteten Spieler. Grund ist der aktuell andauernde Streit um die Gehaltsforderungen des ehemaligen Spielers Volodymyr Hudyma. Nach Angaben der Karpaty-Vereinsführung ist diese Entscheidung illegal, da der entsprechende Antrag der Anwälte Hudymas bereits im Mai abgelehnt worden war.

Es war ja zu befürchten, dass so etwas wieder passieren würde, und es ist nach ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit sicher nicht auszuschließen, dass Hudyma mit seinen Forderungen recht hat, wobei man sich ja mit Vorverurteilungen zurückhalten sollte.

Wenn es dabei bleibt, hat das potentiell katastrophale Folgen für den Club – sie haben sich von Leistungsträgern der letzten Saison getrennt und dürfen die dafür neu verpflichteten Spieler nicht einsetzen.

Kaderkarussell und Gerüchte vor der Saison 2017/2018

Wie in jeder Transferperiode wird bei Karpaty der Kader kräftig durchrotiert.
Dabei sind auch wieder einige deftige Überraschungen dabei. Nachdem der
neue Trainer Sergio Navarro sich die Spieler im Trainingslager und
einigen Testspielen in Polen in Ruhe anschauen konnten, werden die
ersten “Opfer” nun bekannt: die beiden Innenverteidiger und bisherigen
Stammspieler Yevhen Zubeyko und Oleksiy Dytyatyev
werden den Club verlassen. Zubeyko hatte einen auslaufenden Vertrag,
der nicht verlängert wurde, während Dytyatyev einen noch laufenden
Vertrag hat und nicht gerade begeistert auf die Ankündigung des Clubs
reagiert hat.

Eine noch größere Überraschung ist, dass Torhüter Yevhen Borovyk,
der in der Rückserie der letzten Saison ein echter Leistungsträger war,
ebenfalls auf der Abschussliste steht. Auch er hat noch einen laufenden
Vertrag. Er kommentierte das Ganze eher diplomatisch. Soweit ich weiß,
war seinerzeit vereinbart worden, dass er nach seiner Karriere als
Spieler in den Trainerstab wechseln sollte. Ich bin gespannt, ob es
dabei bleibt.

Der vierte Abgangs-Kandidat ist Viktor Khomchenko,
der seinerzeit als Schnäppchen ablösefrei von Volyn Lutsk gekommen war.
Er hatte sich in der letzten Saison gegen die Konkurrenz von Hladky,
Hrysyo und Hutsulyak nicht durchsetzen können und war deshalb als
potentieller Abgang schon zu vermuten gewesen. Khomchenko hatte noch im
letzten Testspiel ein Tor erzielt, wurde jetzt aber nach hause
geschickt. Eine offizielle Erklärung gibt es hier aber noch nicht.

Dazu,
wer die entstandenen Lücken schließen soll, gibt es einige Gerüchte. In
der Innenverteidigung durften sich zwei Nachwuchsspieler in der ersten
Mannschaft zeigen: Nazar Vyzdryk (Seite auf Transfermarkt) und Andriy Busko.
Ob die beiden den Sprung ins erste Team schaffen werden, muss sich
zeigen. Hier sehen wir das übliche Muster bei Karpaty: teurere und
ältere Spieler werden durch jüngere und billigere aus dem eigenen
Nachwuchs ersetzt. Das hat in der Vergangenheit mal besser und mal
schlechter geklappt, ich denke nur an die letzte Transferpause im
Winter, wo dann doch wieder einige (auch der hier aussortierten) ältere
Spieler in den Kader geholt wurden, die zu einer wesentlichen
Stabilisierung und damit sicher auch dem Klassenerhalt beitrugen.

Außerdem gibt es Gerüchte, dass Karpaty (wieder) an Verteidiger Artem Schabanow (Seite auf Transfermarkt),
der zuletzt bei Stal gespielt hat, interessiert sind. Auf dem Papier
dürfte der nicht so ganz billig zu haben sein, er hat ja auch noch einen
Vertrag bis 2019, aber wann ist zum letzten Mal in der unteren Hälfte
der UPL eine Ablöse gezahlt worden? Ich kann mich ehrlich gesagt nicht
erinnern.

Was die Torwartposition betrifft, mache ich mir keine
großen Sorgen. Roman Pidkivka, der im erweiterten Kader der
U21-Nationalmannschaft steht, hat vor dem Zugang Borovyks sehr gut
gespielt (in der Vorsaison war er durch eine lange Verletzung lange Zeit
aus dem Gefecht), da mache ich mir eher Sorgen, wie lange es dauert,
bis ein “größerer” Club mit Geldscheinen winkt.

Im Sturm finde
ich zwar den (vermutlichen) Abgang Khomchenkos nicht verwunderlich, aber
letztlich bleiben doch einige offene Fragen. Roman Debelko ist für mich
ein unbeschriebenes Blatt. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht
vorstellen, dass er die Mittelstürmerposition adäquat ausfüllen kann,
sollte Hladky nicht finanziert werden können. Hutsulyak ist ja
eigentlich gelernter Mittelstürmer und wurde in der letzten Saison zum
offensiven Mittelfeldspieler umgeschult wo er am Ende immer besser
wurde. Er ist ja ein technisch starker Mann. Dass er ggf. Hladky
ersetzen könnte, halte ich für unwahrscheinlich, so weit ist der noch
nicht. Unklar bleibt auch, was aus dem Neuzugang aus Brasilien “China”
Rodgerio Alves wird, der einmal für 10 Minuten spielen durfte, dabei
auch m.E. keine schlechte Figur machte, aber Gerüchten zufolge auch auf
der Abschussliste steht (nur ist zu dem Thema danach nichts mehr durch
die ukrainische Sportpresse gegangen, daher halte ich das aktuell noch
für eine sehr vage Vermutung).

Das hier war sicher noch nicht
der letzte Stand. Erfahrungsgemäß geht es bei Karpaty für die nächsten
Wochen noch ziemlich turbulent weiter.

Kurz vor dem Transferfenster

Stürmer Oleksander Hladky darf Dynamo Kyiv ablösefrei verlassen. Karpaty würden ihn nach Ablauf der Leihe in der letzten Saison gern halten, allerdings steht dessen Gehalt, das weit höher ist, als es bei Karpaty üblich ist, dem aktuell im Wege. Man darf gespannt sein, wie es weiter geht.

Wenn man sich die letzte Saison ansieht, muss man sagen, dass Hladky den Club vor dem Abstieg gerettet hat. Blanco-Leschchuk, der ja bis zur Winterpause der beste Torschütze war und im Winter zu Shakhtar wechselte, hatte m.E. bei weitem nicht Hladky’s Qualität – sowohl spielerisch als auch als Führungsfigur. Ich hoffe, die kriegen das irgendwie eingetütet. Ohne adäquaten Ersatz dürfte es trotz aller großen Versprechungen, man wolle nächste Saison um die internationalen Plätze spielen, wieder eng werden (und wer weiß, welche Punktabzüge wegen verweigerter Zahlungen an ehemalige Spieler da noch warten).

Ein anderer geliehener Leistungsträger, Mykola Matvienko, soll Presseberichten nach ins Ausland verliehen werden, um mehr Spielpraxis zu sammeln. Das ist aus der Sicht seines Clubs verständlich, wird aber bei Karpaty eine merkliche Lücke reißen.

Von den bisherigen Neuzugängen bin ich – bis auf Bartulovytsch – noch nicht so richtig überzeugt, aber wir werden ohnehin erst einmal sehen müssen, wie sich die Spielweise mit dem neuen Trainer ändern wird und welche Spieler sich dann letztlich hervortun. Wie viel Bartulovytsch mit 30 noch bringt, müssen wir mal sehen. In seiner Zeit bei Karpaty war er richtig gut, und ich fand es sehr schade, dass er nach Ablauf der Leihe wieder weg war.

Interessant ist dabei auch, dass ein weiterer ehemaliger (Leih-) Spieler von Karpaty, Valery Fedorchuk, Dynamo ebenfalls ablösefrei verlassen darf. Auch der hatte damals in Lviv einen richtig guten Eindruck hinterlassen. Aber ich fürchte, auch hier wird die Größenordnung des Gehalts der Sache im Wege stehen dürfte, und ohnehin finde ich, dass die Mannschaft aktuell im Mittelfeld ganz gut aufgestellt ist.

Ich bin sehr gespannt, ob Dmytro Klyots in der kommenden Saison den nächsten Schritt in seiner Entwicklung macht. Für mich war der einer, der durchaus Potential zeigte. Von Chachua hatte ich das eigentlich auch schon erwartet, er war aber zum Saisonende nicht mehr so stark. Im offensiven Mittelfeld wurde Rückkehrer Hutsulyak, der ja eigentlich gelernter Stürmer ist, in der neuen Rolle auch immer besser.

Wenn das Saisonziel eine Platzierung um Position 4 herum sein soll, dann muss die Mannschaft aber vor allem daran arbeiten, etwas mehr Konstanz und sich nicht immer wieder durch völlige Katastrophenspiele zwischendurch um die Früchte der Arbeit zu bringen.

Sergio Navarro ist der neue Trainer von Karpaty Lviv.

Der Verein teilte heute auf seiner Homepage mit, in dem Spanier Sergio Navarro seinen neuen Trainer gefunden zu haben. Navarro war vorher Mitglied im Trainerstab u.a. von Rubin Kazan und Villareal (wo ja auch Oleksiy Hustulyak einige Zeit auf Leihbasis war). Der Mann ist Jahrgang 1979, also noch vergleichbar jung.

Diese Ernennung ist wirklich eine Überraschung, da der Club gerade bei seinem Kader auf Spieler aus der Region setzt und auch die Trainer in den letzten Jahren alle zumindest einen osteuropäischen Hintergrund hatten.

 

Gerüchte: Mysak und Filimonov

Es gibt aktuell Vermutungen, dass Mysak und Filimonow den Verein verlassen müssen.

Mysak war als Torhüter zuletzt nur noch dritte Wahl, nachdem der Senior Borowyk in der Winterpasuse gekommen war und Roman Pidkiwka den Stammplatz abgenommen hatte. Da Borowyk sicher nicht mehr lange spielen wird und es schon Absprachen mit ihm gibt, dass er nach seinem Karriereende in den Trainerstab wechseln wird, stellt sich für mich da die Frage, wer dann der Mann hinter dem hoch veranlagten Pidkiwka sein wird – Ivan Siletsky aus der zweiten Mannschaft ist für mich ein ziemlich unbeschriebenes Blatt.

Filimonow gehört zu den wertvolleren Spielern des Kaders und war auch erst in der Winterpause von Odessa nach Lwiw gewechselt. Er hatte zum Ende der Saison hin seinen Stammplatz verloren.

Noch ist nichts offiziell verkündet worden. Aber die Trennung von einer ganzen Reihe von Spielern ist bei Karpaty schon fast normal geworden. Offenbar spielt auch das Spielergehalt eine Rolle, das man nur bei Stammspielern und Leistungsträgern bereit ist zu bezahlen, und wenn adäquater Ersatz aus der eigenen Jugend herangerückt ist, dann ist oft der Moment gekommen. Mir scheint, dass das finanzielle Polster nach wie vor dünn ist, der Club gehört ja nicht zu den klassischen Oligarchen-Teams, wo – solange der Oligarch mag – reichlich Geld fließt.

Volyn – Karpaty: 0:1

Heute spielten Karpaty zu hause ihr Auswärtsspiel gegen Volyn (auf Wunsch der Gastgeber war das Spiel nach Lviv ins Stadion “Ukrajina” verlegt worden).

Aufgrund von Gelbsperren fehlten Mittelfeldspieler Klyots und Stürmer Hladky, so dass die Startformation umgestellt werden musste, die heute wieder etwas mehr der vor einigen Wochen noch ähnelte: im Tor Borovyk, dann eine Dreierkette aus Nesterov, Lobaj und Dytyatev, im Mittelfeld eine Doppelsechs aus Holodyuk und Verbnyj, außen die offensiven Außenverteidiger Miroshnichenko und Matvienko, davor als offensive Mittelfeldspieler Khudobyak und Ksyonz, und als Spitze Hutsulyak. Volyn war ohne etatmäßigen Mittelstürmer Serhij Petrov da, ich glaube wegen Gelbsperre, bin aber nicht ganz sicher.

Das spiel in der ersten Halbzeit wirkte zerfahren, viele Fehlpässe und wenig zwingende Torchancen. In der 24. Minute kam Chachua für Lobaj. Nach 35 Minuten hätten Karpaty einen Elfmeter bekommen müssen, als Hutsulyak bei einem Dribblingversuch an der rechten Strafraumgrenze umgesenst wurde und sich dabei leicht verletzte. Kurz darauf rutschte er dann aber doch erfolgreich in eine von Matvienko scharf und flach von links in den Strafraum gezogene Flanke und erzielte damit die Führung für Karpaty. So richtig rund lief er aber immer noch nicht, so dass sich Hrysyo und China schon mal warmlaufen durften.

In die zweite Halbzeit ging es unverändert, offenbar hatten die Mediziner Hutsulyak wieder hinbekommen. Nach 51 Minuten hätte Khudobyak allein vor Volyns Torwart eigentlich das 2:0 machen müssen, war aber schon zu nah, um noch mit dem notwendigen Abstand um den Torwart herumzukommen, so dass jener den Ball wegspitzeln konnte. Ansonsten plätscherte das Spiel weiter vor sich hin. Karpaty waren die bessere Mannschaft und hatten auch einige Chancen, die sie aber alle nicht verwerteten. Nach 74 Minuten kam Hrysyo für Hutsulyak, und Khudobyak wechselte von der linken Offensivposition ins Zentrum.

Das Spiel musste dann wegen einiger ***** en, die eifrig Feuerwerk spielten und das Feld mit Nebel überzogen, einige Minuten unterbrochen werden. Als wieder angepfiffen wurde, war die Sicht immer noch so schlecht, dass man an Fußball eigentlich nicht denken konnte – das war im besten Sinne des Wortes ein “Stochern im Nebel”, bei dem Karpaty gleich zwei beste Chancen liegen ließ. In dieser Zeit, so ab 80ste Minute, spielte sich das Spiel komplett um den Strafraum von Volyn ab. Volyn war scheinbar platt und ließ den Gegner einfach spielen. In der Nachspielzeit kam dann noch Zaviisky für Kyonz.

Nach 95 Minuten hatte dann das Elend sein Ende. Karpaty waren wieder weit entfernt von der Leistung, die sie vor einigen Wochen in der ersten Halbzeit gegen Zirka geboten hatten, aber der Gegner war so schwach, dass das nichts ausmachte. Zum Glück gewann Vorskla zur gleichen Zeit auch 1:0 gegen Dnipro, wodurch der Abstand auf einen Abstiegsplatz wieder 5 Punkte beträgt.

Hervorzuheben bei Karpaty war Matvienko, der wie immer stark spielte. Er hat neulich ja verlautbaren lassen, dass er gern in Lviv bleiben würde, aber ich kann mir das kaum vorstellen – der könnte es in der nächsten Saison durchaus in die Stammformation seines Stammvereins, Shakhtar, schaffen. Auf der anderen Seite hatten Miroshnichenko auch ein paar gute Momente, der Mann ist ja recht fix auf den Beinen, was dann immer mal für ein paar Vorstöße gut ist. Hustulyak machte als Sturmspitze einen guten Eindruck. Aber ich will hier nicht zu viele loben, so doll war das Spiel wahrlich nicht.

Karpaty – Vorskla: 0:1

Heute spielten Karpaty zu hause gegen Vorskla Poltava. Dies war ein Spiel in der Abstiegsgruppe, wobei Vorskla genug Abstand nach unten hatte, um die Sache locker anzugehen.

Karpaty traten in einer ähnlichen Formation und Besetzung an wie letzte Woche bei Dnipro: Borovyk im Tor, dann eine Viererkette mit Miroshnichenko, Dytyatev (der nach seiner Rotsperre wieder verfügbar war, Nesterov und Matvienko. Im Mittelfeld standen Klyots und Holodyuk auf der Doppelsechs, außen Ksyonz und Hutsulyak, als hängende Spitze Khudobyak und vorn Hladky.

Von der ersten Hälfte konnte ich leider nur die Hälfte sehen. Das Spiel wirkte ausgeglichen, dabei recht hart geführt von beiden Seiten und ohne wirkliche Torchancen.

In der 57. Minute fiel das 0:1, ein einigermaßen platzierter Flachschuss ins rechte Eck vom Strafraumrand aus, wirkte auf mich nicht vollkommen unhaltbar. Kurz darauf kam Chachua für Holodyuk und – siehe an! – der neue Brasilianer “China” für Ksyonz. Somit standen drei gelernte Stürmer auf dem Platz. Karpaty erspielten sich ein leichtes Übergewicht, aber kamen zu keinen wirklichen Torchancen. In der 82. Minute kam dann Lobaj für Hutsulyak, der sich offenbar kurz vorher leicht verletzt hatte.

In der Nachspielzeit wurde es noch einmal richtig turbulent, als ein Vorskla-Verteidiger fast ein Eigentor schoss, der Ball aber vom linken Pfosten abprallte – direkt Khudobyak vor die Füße, der aber so überrascht war, dass er ihn nicht ins leere Tor bekam. Naja, das war konsequent, wenn man das gesamte Spiel betrachtet.

Für mich war interessant zu sehen, wie sich der neue Brasilianer schlug. Sehr viel sehen konnte man von ihm leider nicht, was aber auch daran lag, dass seine Mannschaft irgendwie heute nicht so richtig ins Spiel fand. Bei den wenigen Szenen, wo er sich ein wenig zeigen konnte, wirkte er gut am Ball und physisch präsent. Man kann nach einem Spiel ja noch nicht viel sagen, aber es ist nicht auszuschließen, dass der Mann eine Verstärkung werden kann.

Alles in Allem war das eine schwache Vorstellung von Karpaty, die mich in der letzten Zeit ein wenig an den HSV erinnern – an einem Tag stark, mit unbändigem Willen, Kampfgeist und sogar etwas spielerischer Klasse, und dann eine Woche später wieder leblos, so dass eine kaum durchschnittliche Leistung des Gegners reicht, um alle 3 Punkte mit nach hause zu nehmen.

So bleiben Karpaty auf dem drittletzten Platz und mit wenig Abstand zum Vorletzten.
Und Braty Hadyukiny singen abermals und erneut: “Karpaty haben mal wieder beim Fußball verloren”.

Stal’ – Karpaty: 2:1

Heute Mittag spielten Karpaty auswärts bei Stal’ in Dnipro. Die ersten 20 Minuten habe ich leider verpasst, somit auch den frühen Führungstreffer für Karpaty, den Nesterov erzielte. Aber von vorn, wie immer ein Überblick über die Aufstellung:

Da Dytyatev letzte Woche bei Zirka rot gesehen hatte und Ksyonz und Holodyuk nach Verletzung wieder verfügbar waren, gab es einige Umstellungen. Für Dytyatev kam Zubeyko in die Startelf, und nachdem die letzten Wochen immer mit einer Dreierkette hinten gespielt worden war, sah es jetzt eher nach einem klassischen 4:2:3:1 aus: Matvienko, Nesterov, Lobaj und Zubeyko hinten, davor die Doppel-6 mit Filimonov und Klyots, davor Ksyonz, Holodyuk und Khudobyak im offensiven Mittelfeld und Hladky als Spitze. Bemerkenswert finde ich, dass Husulyak keinen Platz in der Startformation gefunden hatte, der in den letzten Wochen sehr stark aufgetreten war. Ebenso ist der anderen taktischen Grundaufstellung Miroshnichenko zum Opfer gefallen, der zuvor gemeinsam mit Matvienko als offensive Außenverteidiger vor der Dreierkette gespielt hatten.

Die erste Halbzeit (bzw. was ich davon gesehen habe) wirkte auf mich in gewisser Weise ausgeglichen – Stal’ mit leichter Feldüberlegenheit, aber Karpaty in ihren Aktionen zielstrebiger und gefährlicher. Von der ehemaligen Akademie-Kindergartentruppe waren nur Klyots und Lobaj auf dem Platz. Ich persönlich bin ja etwas traurig, dass Pidkivka im Tor nach der Ankunft Borovyks nicht mehr erste Wahl ist, wobei man nach dessen bärenstarken Auftritten der letzten Wochen wirklich anerkennen muss, dass man ein verdammt gutes Näschen hatte, den einzukaufen.

Nach der Halbzeitpause kam Miroshnichenko für Zubeyko ins Spiel, vermutlich um auf der rechten Seite etwas mehr Akzente nach vorn geben zu können. Viel passierte aber erst einmal nicht, das Spiel plätscherte so vor sich hin, bis sich in der 69ten Minute Nesterov wie ein Schuljunge an der rechten Strafraumgrenze ausspielen, den Gegner eine Flanke flach kurz vor den Fünferspielen ließ, wo dann jemand den Ball seelenruhig einschieben konnte. Ein solches Tor hätte ich eigentlich kaum für möglich gehalten, die Karpaty-Abwehr schlief derart, dass es an die Katastrophen-Spiele der Hinrunde erinnerte. Es gab dann ein paar Chancen für beide Seiten, und in der 79ten Minute verhinderte Borovyk mit einem absoluten Weltklassereflex den Rückstand.

In der 82ten Minute kam Hutsulyak für Ksyonz, der ein gutes Spiel gemacht hatte. In dieser Phase hatte Stal’ zunehmend Übergewicht, wobei das Niveau des Spiels mittlerweile ziemlich schwach war. Symptomatisch war eine Szene in der 85ten Minute: Ein Missverständnis zweier Stal’-Verteidiger (nimm Du, ich hab ihn sicher), Ballbesitz für Karpaty, drei Stürmer gegen zwei Verteidiger vor dem gegnerischen Strafraum, darauf gleich wieder ein Abspiel, das so ungenau war, dass man laut lachen musste.

In der 87ten Minute fiel dann das 2:1 für Stal’ nach einem sehenswerten Distanzschuss aus etwa 18 Metern. Nun sieht es zunehmend zappenduster aus. Nach der letzte Woche nur dem Schiedsrichter zu verdankenden Niederlage bei Zirka hatte diese Woche Kataryna Monsul’ sowohl die Spieler als auch das Spiel jederzeit voll im Griff. Aufgrund der Leistung in der zweiten Halbzeit war die heutige Niederlage für Karpaty absolut verdient.

Diese Vorstellung war ein Rückfall in die abstiegswürdigen Leistungen der Hinrunde, die eigentlich schon überstanden schienen. Dnipro tritt später heute bei Zirka an und kann bei einem Sieg nach Punkten gleichziehen.

Ach ja, ein paar Worte noch zu den sängerischen Fähigkeiten der Gäste-Fans: Chervona Ruta habe ich wirklich nur vom Text her erahnen können – Leute, das habe ich schon ganz anders gehört!