Karpaty – Stal’: 3:1

Heute hatten Karpaty (“Los Karpatos”) ihr nächstes Schicksalsspiel, zu hause gegen Stal’. Die Vereinsführung hatte angekündigt, nach 5 oder 6 Spielen die Arbeit des Trainerteams zu bewerten. Dies hier war Spiel Nummer 4, nach einem Unentschieden und zwei Niederlagen in den vergangenen Wochen.

Karpaty traten wieder mit einem leicht veränderten Kader an: Gespielt wurde offensiv, mit einem 4:2:3:1. Im Tor stand Pidkivka anstatt Mysak (an dem es in den letzten Wochen sicher nicht gelegen hatte, aber vielleicht ging es auch um den psychologischen Faktor nach 5 Gegentoren letzte Woche). In der Viererkette standen wieder Lebedenko links, zentaral Lobaj sowie Nesterov und rechts Rückkehrer Fedetskyj. Auf der Doppel-6 standen Klyots und Tkachuk, davor Miroshnichenko, der aus der rechten Verteidiger vorgerückt war, Chachua und Khudob’yak, in der Sturmspitze Debelko. Ksyonz ist immer noch verletzt.

Interessant dabei war, dass die “Spanier” Arques, Coteggiano, Di Franco und Ribas nur auf der Ersatzbank saßen, weiterhin dass Hutsulyak und Osman nicht einmal im Kader standen und Youngster Nazar Vyzdryk statt Busko auf der Bank saß. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Navarro immer noch damit beschäftigt ist, seinen Kader überhaupt kennenzulernen und daher fröhlich durchprobiert. Ich weiß nicht, ob mir das gefällt.

Das Spiel begann wie üblich – Karpaty attackierten, wurden ausgekontert und lagen umgehend zurück: Pidkivka brachte beim Versuch, dem Gegner den Ball vom Fuß zu pflücken, selbigen zu Fall, Elfmeter nach 6 Minuten, 0:1 und gelb für Pidkivka, der nach der – äh, ziemlich fragwürdigen – Regel vom letzten Mann selbst im Strafraum durchaus hätte rot sehen können.

Das Spiel lief danach weiter mit nervösen Hausherren, die aber leichte Feldvorteile hatten. Nach 26 Minuten kam Holodyuk für Tkachuk, woraufhin das Spiel der Hausherren noch etwas sicherer wurde. In der 30. Minute erzielte dann Khudob’yak den verdienten Ausgleich. Generell lief es so: Karpaty griffen an, Stal’ konterte. Pidkivka hatte einige Gelgenheiten, den von ihm verschuldeten Elfmeter wieder gut zu machen. In der 44. Minute vergab Debelko eine Großchance nach einer flachen Flanke Khudob’yaks von der Grundlinie direkt in den 5-er.

Nach der Pause bekam dann doch ein Legionär eine Chance, Di Franco kam für Miroshnichenko. Karpaty war die tonangebende Mannschaft und kam zu einigen Chancen, etwa in der 51. Minute, wo ein Verteidiger in letzter Not von der Grundlinie rettete. In der 59. Minute ging dann Fedesktyj vom Platz, und für ihn kam der nächste “Spanier” – Corteggiano.

In der 64. Minute gingen Karpaty dann doch noch verdient in Führung. Holodyuk verwandelte einen Freistoß aus etwa 18 Metern direkt. Das Spiel plätscherte danach ein wenig. Karpaty waren entschlossen, den Vorsprung nicht mehr aus der Hand zu geben, und Stal’ fiel es sichtbar schwer, nun selber das Spiel zu machen. In der 80. Minute gab es dann erneut Elfmeter, dieses Mal für Karpaty. Debelko war kam im Strafraum zu Fall gekommen, mir schien das aber eher eine Schwalbe oder Schwäche zu sein. Egal, er verwandelte sicher, 3:1.

Fazit: Karpaty haben ihren ersten Dreier. Gegen eine Mannschaft, die gegen Shakhtar so stark gespielt hatte, ist das eine durchaus anerkennenswerte Leistung, und der Sieg dürfte auch in Ordnung gehen. Dennoch war das kein großes Spiel. Karpaty sind immer noch sehr anfällig für Konter. Auf der Position des rechten Verteidigers hat man nun ein Luxusproblem: Fedetskyj und Miroshnichenko. Letzteren ins rechte Mittelfeld zu ziehen, finde ich vernünftig, aber als offensiver rechter Verteidiger finde ich ihn wirkungsvoller. Debelko als Sturmspitze gefällt mir besser als Ribas, auch wenn beide bei weitem nicht die Klasse von Hladky haben. Interessant finde ich, dass Chachua heute im offensiven und Klyots im defensiven Mittelfeld aufgestellt war, Klyots hatte sich in den letzten Monaten eigentlich in der offensiveren Rolle ziemlich wohl gefühlt. Zu Di Franco kann ich mich noch nicht so richtig zu einer Aussage durchringen. Er ist kein schlechter Spieler, aber ob er jetzt eine echte Verstärkung auf seiner Position ist, scheint mir zweifelhaft. Sowohl Klyots als auch Hutsulyak und Khudob’yak habe ich in der Position schon stärker gesehen. Ach ja, Youngster Orest Lebedenko macht sich. Nach der Unsicherheit, die letzte Woche noch zum 1:0 für Dynamo geführt hatte, war er heute sicherer, und er hatte einige gute Szenen im Offensivspiel. Pidkivka im Tor hat seine Sache gut gemacht. Für mich ist er ohnehin die Nummer 1.

Ein kleiner Disclaimer noch: Bei all diesem Lob ist natürlich der Kontext zu beachten: wir reden hier von der unteren Tabellenhälfte in der UPL.

Dynamo – Karpaty: 5:0

Heute spielten im (möglichen) Schicksalsspiel für Trainer Sergio Navarro Karpaty in Kyiv bei Dynamo.

Im Vergleich zur Heimniederlage letzte Woche gegen Vorskla stand praktisch eine ganz andere Mannschaft auf dem Platz. Die Formation war so eine Art 4:2:3:1 mit Mysak im Tor, davor Miroschnichenko, Nesterov, Lobaj und Orest Lebedenko, ein junger Linksverteidiger aus der U21, der heute sein Debüt feierte. Im defensiven Mittelfeld standen Tkachuk und Chachua, davor Klyots, Khudob’yak und Hutsulyak, als Sturmspitze wieder Ribas. Aufgrund von Verletzungen fehlten nach wie vor Ksyonz, Hrysyo und Corteggiano.

Interessant ist, dass heute mit Ribas nur ein einziger spanischsprachiger Spieler auf dem Platz stand, d.h., Pereira, Arques, die in den ersten beiden Spielen in der Startformation standen, waren beide nicht dabei. Dafür war zum ersten Mal Neuzugang Tkachuk dabei. Ansonsten war dies zum ersten Mal in dieser Saison wieder eine typische Karpaty-Aufstellung mit vor allem Spielern aus der eigenen Jugend bzw. solchen die schon lange dabei sind.

Das Spiel begann wie auch in den letzten zwei Wochen mit einigen gefälligen Angriffen von Karpaty, die aber kein Resultat zeigten. Dynamo brauchte allerdings nur drei einigermaßen gefährliche Angriffe, um in der 10. Minute nach einem sehenswerten Dribbling von Yarmolenko dann durch Buyalskyj in Führung zu gehen. Lebedenko in der linken Verteidigung wirkte hier ziemlich überfordert, obwohl er davor in einigen Zweikämpfen gegen Yarmolenko noch recht gut ausgesehen hatte.

Das Spiel ging nach dem Tor im Grunde ähnlich weiter. Karpaty waren um offensive Aktionen bemüht, Dynamo wirkte abgeklärt und war mit eigentlich jedem Angriff gefährlich. Es hätte nach 20 Minuten durchaus schon 2:0 stehen können. Zum Ende der Halbzeit schienen Karpaty das Spiel ein wenig besser kntrollieren zu können, die Passquote wurde besser, und sie kamen einige Male zu durchaus ernstzunehmenden Möglichkeiten. So ging es ohne zählbare Veränderungen in die Pause.

Die zweite Halbzeit begann ohne Auswechselungen, allerdings wechselte Hutsulyak auf rechts und Klyots auf links. Karpaty begannen mit einigen sehenswerten Angriffen, vor allem Hutsulyak war sehr aktiv und erkämpfte einige Bälle in der gegnerischen Hälfte. Nach 5 Minuten hätte eigentlich der Ausgleich fallen müssen – Chachua spielte schön diagonal auf Klyots links, der bis zur Grundlinie durchzog und den Ball scharf und flach Ribas vor die Füße spielte, der es aber kurz vor dem 5er stehend nicht schaffte, den Ball direkt aufs Tor zu spielen.

Wie in der ersten Halbzeit traf dann aber Dynamo – Zyhankov bekam in einer ganz ähnlichen Situation den Ball diagonal in den Strafraum gespielt und machte es besser als Ribas. Zu dem Zeitpunkt wirkte die 2:0 Führung für Dynamo allerdings schon etwas schmeichelhaft, da Karpaty spielerisch durchaus mithalten konnten und auch viel kampfstärker waren als noch in den letzten zwei Wochen. Dann fiel in der 58. Minute das 3:0 durch Mbokani nach einem schön herausgespielten Konter. Das war schon ziemlich hart. Nach 61 Minuten stand es 4:0, erneut durch Tsyhankov, der nach einem noch gut von Mysak parierten Distanzschuss an der richtigen Stelle war und den Ball aus 3 Metern einköpfte.

Anschließend kam Neuverpflichtung Di Franco für Khudob’yak und Arques für Chachua. Na gut, viel schlimmer konnte es ja nicht mehr werden. Es darf auch nicht unerwähnt bleiben, dass danach die Forderung der Heimfans erhört wurde und Husev auf den Platz kam, er ersetzte Yarmolenko. Er ist mit vollem Recht eine Club-Ikone, und ich freue mich über jedes Spiel, das er macht und darüber, wie er immer Vollgas gibt..

Das Spiel war natürlich gelaufen. Karpaty griffen weiter an und versuchten, doch noch irgendwie ein Tor zu erzielen. Dynamo versuchte, das Spiel zu kontrollieren, was ihnen aber immer weniger gelang. Aber letztlich war es wieder wie schon gerade vorher, es stand plötzlich 5:0, wieder Tsyhankov, eher ein Zufallstreffer, aber das passte dann schon irgendwie alles perfekt zusammen. Am Ende durfte Andrij Busko noch ein paar Minuten für Lebedenko linken Verteidiger spielen.

Kommen wir zum Fazit. Dass die “Löwen” hier nichts holen würden, war im Grunde anzunehmen gewesen. Das Resultat – 5:0 – war freilich eine regelrechte Hinrichtung, und wenn die Gerüchte, dass Trainer Navarro schon auf der Abschussliste steht, stimmen, dann dürfte das heute genau den Grund geliefert haben, den die Vereinsführung gebraucht hat.

Ich muss allerdings sagen, dass heute weit mehr von dem zu sehen war, was Karpaty eigentlich ausmacht: Leidenschaft, Kampfgeist, nie aufgeben – das war kein Vergleich zu der leblosen Vorstellung letzte Woche gegen Vorskla, und sie hätten heute ein weit knapperes Ergebnis verdient gehabt, vor allem auf jeden Fall auch mindestens ein Tor.

Ein paar Beobachtungen zu den Spielern: Hutsulyak war eher schwach ins Spiel gekommen, legte aber vor allem in der zweiten Hälfte richtig zu. Tkachuk konnte sich nicht so richtig zeigen, kämpfte aber, was gegenüber der pomadigen Spielweise von Arques eine Wohltat ist. Lebedenko war am Anfang der Respekt anzumerken, in der zweiten Halbzeit hatte er gerade auch in Offensivaktionen einige gute Szenen. Lobaj war richtig stark, ich kann absolut nicht verstehen, warum er in den zwei Spielen davor nicht in der Startformation war. Klyots war auch gut, wenn auch nicht so stark wie in einigen Spielen Ende letzter Saison. Khudob’yak war nicht so auffällig wie sonst, und von Ribas war ich auch nicht so richtig begeistert – er hätte unbedingt sein Tor machen müssen, und mir fehlt hier einfach die reife und technisch starke Spielweise von Hladky, der übrigens offenbar jetzt einen Club in der Türkei gefunden hat, der anders als Karpaty bereit ist, seinen Gehaltsvorstellungen zu entsprechen. Di Franco war zu kurz auf dem Platz, um wirklich etwas zu zeigen.

Ich verstehe auch nicht, was jetzt eigentlich das Konzept des Trainers ist. In den ersten Spielen hat er eigentlich stärkere Spieler auf der Bank gelassen, erst heute stand zum ersten Mal eine Mannschaft auf dem Platz, die im Großen und Ganzen dem Leistungsniveau der einzelnen Spieler angemessen war. Nach einer solchen Klatsche und dem Abrutschen ans Tabellenende wird es nun verdammt schwierig, wieder das notwendige Selbstvertrauen zu tanken, um da wieder heraus zu kommen. Es klingt blöd, aber mit der Leistung heute hätten die sowohl Zirka als auch Vorskla geschlagen. So muss sich Navarro nun wohl einige Fragen gefallen lassen.

Karpaty – Vorskla: 1:3

Heute spielten Karpaty erneut zu hause ihr zweites Saisonspiel gegen Vorskla.

Die Hausherren traten mit dem selben System und eine nur auf einer Position geänderten Position an wie letzte Woche. Auf der Bank blieb dieses Mal Linksverteidiger Corteggiano, was mich wundert, da der letzte Woche sehr stark gespielt hatte, und für ihn bekam Kiew-Leihgabe Osman eine Chance. Außerdem spielte Klyots statt Ksyonz.

Das Spiel begann mit einer Großchance für Karpaty, in Führung gingen aber die Gäste in der 6. Minute nach einer sehenswerten Kombination, die von einem Freistoß etwa 20m vor dem Tor ausging. Danach war das Spiel offen, wenn auch nicht hochklassig. Vorskla war vor allem bei Standards jedesmal gefährlich, was ja im letzten Spiel bei Karpaty so gar nicht der Fall gewesen war.

Der 1:1-Ausgleich in der 18. Minute kam dann doch recht überraschend: Miroshnichenko spielte auf Khudobyak, der am rechten Strafraumeck den Ball bekam und flach diagonal an die Fünfmeterraumgrenze spielte, wo Neuzugang Ribas genau das machte, wozu man Mittelstürmer braucht: an der richtigen Stelle stehen und den Fuß hinhalten. Das war wohl der beste Spielzug von Karpaty im ganzen Spiel. Zum Ende der ersten Halbzeit hin nahm der Spielanteil von Karpaty zu, denen es langsam besser gelang, ihr Passspiel aufzuziehen.

Die zweite Hälfte begann wie die erste. Nach knapp 5 Minuten verlor Arques in der Mitte des Feldes bei einem versuchten Dribbling den Ball, worauf Vorskla einen Konter einleitete und sicher verwandelte. In der 56. Minute kam es zu einem Debut: Offensiver Mittelfeldspieler und Spielmacher Jorge Carrascal, der eigentlich ja noch bis zum Monatsende verletzungsbedingt hätte fehlen sollen, kam für Holodyuk. 10 Minuten später stellten Karpaty auf zwei Angreifer um – Debelko kam für Chachua. Karpaty kamen nicht richtig ins Spiel. Sie gelangten einige Male vor das gegnerische Tor, aber das wirkte oft eher zufällig oder war Einzelaktionen (vor allem Khudobyak) zu verdanken. Vorskla wirkte reifer und vor dem Tor auch gefährlicher.

In der 77. Minute kam Verteidiger Ivan Lobaj, was eigentlich keiner so richtig verstand, da die Mannschaft zurücklag und mit Oleksij Hutsulyak noch ein guter Stürmer auf der Ersatzbank saß.

In der Nachspielzeit fiel dann mit dem 1:3 die Entscheidung. Karpaty sind wieder da, wo sie letzte Saison die ganze Zeit waren – mitten im Abstiegskampf. Trotz neuen Trainers und der vielen Neuverpflichtungen krankt es immer noch an den selben Stellen – am schwersten wiegt dabei der Mangel an Stabilität, man lässt sich einfach zu leicht aus dem Spielfluss bringen. Genauso ein bekanntes Leiden ist die schlechte Chancenverwertung. Wer bei der Form von den Top-4 redet, lebt in einem Paralleluniversum.

Noch ein paar Worte zu den neuen Spielern: Pereira war OK, wobei ich nicht finde, dass er stärker ist als Lobaj, der letzte Saison durchgehend stark war. Arques hat mit seinem missglückten Dribblingversuch die Niederlage eingeleitet, kein schlechterer Spieler als seine Mannschaftskameraden, aber eben auch kein besserer. Ribas hat ein Tor gemacht und hatte auch so ein paar gute Szenen, aber ich persönlich fand Hladky letzte Saison auf der Position besser, weil der einfach aktiver am Spiel teilnimmt und beweglicher wirkt. Carrascal ist tatsächlich vielversprechend: schnell und technisch stark, ließ Linksverteidiger Matvienko ein paarmal richtig alt aussehen.

Ich verstehe nicht, warum Hutsulyak nicht spielt. Für mich ist er eindeutig stärker als Debelko, zumal er auch mit seiner guten Technik und Schnelligkeit im offensiven Mittelfeld stark ist. Ich würde eigentlich auch gern mal Tkachuk sehen, der ebenfalls in dieser Saison noch nicht zum Einsatz gekommen ist.

Alles in allem war das sehr enttäuschend heute.

Karpaty – Zirka: 1:1

Heute fand das erste Saisonspiel für Karpaty, zu hause gegen Zirka statt.

Interessant war natürlich, welche 11 Spieler der neue Trainer aufstellen würde. Die für mich immer noch etwas unklare Situation um die neuen und das Transfer-Verbot, über das ja kürzlich noch berichtet worden war, spielte da auch eine Rolle. Tatsächlich standen heute eine ganze Reihe neue Spieler auf dem Platz. Gespielt wurde in einem 4:3:2:1-System. Im Tor stand Mysak (was mich überrascht, ich hatte eigentlich nach dem Abgang von Borovyk Pidkivka erwartet). Hinten gab es eine Viererkette mit Miroshnichenko rechts, Nesterow und Pereira zentral und Corteggiano links. Im Mittelfeld spielten Chachua, Holodyuk und Arques, davor Khudobyak und Ksyonz und Ribas als Sturmspitze. Es standen also mit Pereira, Corteggiano, Arques und Ribas vier neue Spieler in der Anfangself. Interessanterweise war Hutsulyak überhaupt nicht im Kader, ich frage mich, ob er vielleicht verletzt ist?

Das Spiel begann mit flüssigem Passpsiel von Karpaty, die von Anfang an das dominante Team waren. Schon in der 6. Minute fiel das 1:0 nach einem sehenswerten Konter, eingeleitet durch Miroshnichenko, der den Ball an Ksyonz weiterleitete, der wiederum aus etwa 20 Metern von rechts diagonal in den Strafraum spielte, wo Chachua hinlein lief und den Ball noch gerade vor dem Torwart erwischte und einschob.

Danach lief das Spiel mit mehr Ballbesitz und Feldvorteilen für Karpaty weiter, ohne dass jedoch große Torgefahr dabei herauskam. Dann hörte man plötzlich einen Pfiff, alle schauten etwas irritiert, und es gab nach etwa 35 Minuten Elfmeter für Zirka. Der Grund war ein Handspiel, welches man wohl geben konnte, wenn auch nicht musste – Pereira war aus kurzer Distanz angeschossen worden. Das hatte schon etwas von einem deja vu nach, gerade wenn der Gegner Zirka heißt.

Nach dem Ausgleich nahm das Spiel wieder etwas Fahrt auf, Karpaty wurden stärker und kamen durch Khudobyak und Ksyonz zu guten Torchancen, die aber nichts Zählbares ergaben. Mit 1:1 ging es in die Pause.

Karpaty kamen ohne Änderung aus der Pause. Das Spiel lief zunächst weiter, wie es vor der Pause aufgehört hatte, wobei Karpaty mitunter vorn etwas ratlos wirkten. Sie hatten diverse Freistöße vor dem gegnerischen Strafraum, die sie alle ziemlich kläglich vergaben – hier kommt sicher noch einiges an Arbeit auf den Trainer zu. In der 71. Minute kam Klyots für Holodyuk und in der 76. Minute Hrysio für Chachua. Ohne dass sich die Aufstellung änderte, war das nun eine deutlich offensivere Aufstellung.

In dieser Phase wurden Karpaty wieder etwas torgefährlicher und kamen zu einigen guten Möglichkeiten. In der 78. Minute erzielte Zirka fast die Führung, als sie mal ein bisschen zeigten, wie man Freistöße schießt – der Ball verfehlte aus über 20 Metern nur knapp den linken Winkel. Nach 83 Minuten kam Debelko für Ribas in der Sturmspitze. Am Ausgang änderte das alles nichts mehr.

Trainer und Vereinsführung haben dieses Jahr als Ziel den internationalen Wettbewerb genannt. Dafür war das heute zu wenig. Zirka ist ein schwer zu spielender Gegner, der sehr effizient spielt und das beste aus seinen Möglichkeiten macht, aber ganz gewiss kein Anwärter auf die obere Hälfte, und den muss man zu hause schlagen. Karpaty zeigten einige gute Ansätze, das Spiel wirkt tatsächlich etwas “spanisch”, aber es fehlte auch das Zwingende und die Durchschlagskraft vorn.

Was die neuen Spanier und Argentinier betrifft, wirkten die heute weder schlechter noch besser als der Rest der Mannschaft. Der einzige, der mich beeindruckte, war Corteggiano. Der Mann ist mit 30 quasi im “besten Verteidigeralter” immer noch fix auf den Beinen, technisch stark und konnte auch nach vorn einige schöne Impulse setzen. Youngster Osman wird es wohl ziemlich schwer haben, an dem in der linken Verteidigung vorbei zu kommen. Von den Stammkräften war Miroshnichenko wieder stark, und Khudobyak war wie immer am ackern und wühlen und hatte ein paar gute Szenen. Insgesamt erinnerte mich die Vorstellung aber wieder stark an die vielen liegen gelassenen Punkte der letzten Saison.

Volyn – Karpaty: 0:1

Heute spielten Karpaty zu hause ihr Auswärtsspiel gegen Volyn (auf Wunsch der Gastgeber war das Spiel nach Lviv ins Stadion “Ukrajina” verlegt worden).

Aufgrund von Gelbsperren fehlten Mittelfeldspieler Klyots und Stürmer Hladky, so dass die Startformation umgestellt werden musste, die heute wieder etwas mehr der vor einigen Wochen noch ähnelte: im Tor Borovyk, dann eine Dreierkette aus Nesterov, Lobaj und Dytyatev, im Mittelfeld eine Doppelsechs aus Holodyuk und Verbnyj, außen die offensiven Außenverteidiger Miroshnichenko und Matvienko, davor als offensive Mittelfeldspieler Khudobyak und Ksyonz, und als Spitze Hutsulyak. Volyn war ohne etatmäßigen Mittelstürmer Serhij Petrov da, ich glaube wegen Gelbsperre, bin aber nicht ganz sicher.

Das spiel in der ersten Halbzeit wirkte zerfahren, viele Fehlpässe und wenig zwingende Torchancen. In der 24. Minute kam Chachua für Lobaj. Nach 35 Minuten hätten Karpaty einen Elfmeter bekommen müssen, als Hutsulyak bei einem Dribblingversuch an der rechten Strafraumgrenze umgesenst wurde und sich dabei leicht verletzte. Kurz darauf rutschte er dann aber doch erfolgreich in eine von Matvienko scharf und flach von links in den Strafraum gezogene Flanke und erzielte damit die Führung für Karpaty. So richtig rund lief er aber immer noch nicht, so dass sich Hrysyo und China schon mal warmlaufen durften.

In die zweite Halbzeit ging es unverändert, offenbar hatten die Mediziner Hutsulyak wieder hinbekommen. Nach 51 Minuten hätte Khudobyak allein vor Volyns Torwart eigentlich das 2:0 machen müssen, war aber schon zu nah, um noch mit dem notwendigen Abstand um den Torwart herumzukommen, so dass jener den Ball wegspitzeln konnte. Ansonsten plätscherte das Spiel weiter vor sich hin. Karpaty waren die bessere Mannschaft und hatten auch einige Chancen, die sie aber alle nicht verwerteten. Nach 74 Minuten kam Hrysyo für Hutsulyak, und Khudobyak wechselte von der linken Offensivposition ins Zentrum.

Das Spiel musste dann wegen einiger ***** en, die eifrig Feuerwerk spielten und das Feld mit Nebel überzogen, einige Minuten unterbrochen werden. Als wieder angepfiffen wurde, war die Sicht immer noch so schlecht, dass man an Fußball eigentlich nicht denken konnte – das war im besten Sinne des Wortes ein “Stochern im Nebel”, bei dem Karpaty gleich zwei beste Chancen liegen ließ. In dieser Zeit, so ab 80ste Minute, spielte sich das Spiel komplett um den Strafraum von Volyn ab. Volyn war scheinbar platt und ließ den Gegner einfach spielen. In der Nachspielzeit kam dann noch Zaviisky für Kyonz.

Nach 95 Minuten hatte dann das Elend sein Ende. Karpaty waren wieder weit entfernt von der Leistung, die sie vor einigen Wochen in der ersten Halbzeit gegen Zirka geboten hatten, aber der Gegner war so schwach, dass das nichts ausmachte. Zum Glück gewann Vorskla zur gleichen Zeit auch 1:0 gegen Dnipro, wodurch der Abstand auf einen Abstiegsplatz wieder 5 Punkte beträgt.

Hervorzuheben bei Karpaty war Matvienko, der wie immer stark spielte. Er hat neulich ja verlautbaren lassen, dass er gern in Lviv bleiben würde, aber ich kann mir das kaum vorstellen – der könnte es in der nächsten Saison durchaus in die Stammformation seines Stammvereins, Shakhtar, schaffen. Auf der anderen Seite hatten Miroshnichenko auch ein paar gute Momente, der Mann ist ja recht fix auf den Beinen, was dann immer mal für ein paar Vorstöße gut ist. Hustulyak machte als Sturmspitze einen guten Eindruck. Aber ich will hier nicht zu viele loben, so doll war das Spiel wahrlich nicht.

Karpaty – Vorskla: 0:1

Heute spielten Karpaty zu hause gegen Vorskla Poltava. Dies war ein Spiel in der Abstiegsgruppe, wobei Vorskla genug Abstand nach unten hatte, um die Sache locker anzugehen.

Karpaty traten in einer ähnlichen Formation und Besetzung an wie letzte Woche bei Dnipro: Borovyk im Tor, dann eine Viererkette mit Miroshnichenko, Dytyatev (der nach seiner Rotsperre wieder verfügbar war, Nesterov und Matvienko. Im Mittelfeld standen Klyots und Holodyuk auf der Doppelsechs, außen Ksyonz und Hutsulyak, als hängende Spitze Khudobyak und vorn Hladky.

Von der ersten Hälfte konnte ich leider nur die Hälfte sehen. Das Spiel wirkte ausgeglichen, dabei recht hart geführt von beiden Seiten und ohne wirkliche Torchancen.

In der 57. Minute fiel das 0:1, ein einigermaßen platzierter Flachschuss ins rechte Eck vom Strafraumrand aus, wirkte auf mich nicht vollkommen unhaltbar. Kurz darauf kam Chachua für Holodyuk und – siehe an! – der neue Brasilianer “China” für Ksyonz. Somit standen drei gelernte Stürmer auf dem Platz. Karpaty erspielten sich ein leichtes Übergewicht, aber kamen zu keinen wirklichen Torchancen. In der 82. Minute kam dann Lobaj für Hutsulyak, der sich offenbar kurz vorher leicht verletzt hatte.

In der Nachspielzeit wurde es noch einmal richtig turbulent, als ein Vorskla-Verteidiger fast ein Eigentor schoss, der Ball aber vom linken Pfosten abprallte – direkt Khudobyak vor die Füße, der aber so überrascht war, dass er ihn nicht ins leere Tor bekam. Naja, das war konsequent, wenn man das gesamte Spiel betrachtet.

Für mich war interessant zu sehen, wie sich der neue Brasilianer schlug. Sehr viel sehen konnte man von ihm leider nicht, was aber auch daran lag, dass seine Mannschaft irgendwie heute nicht so richtig ins Spiel fand. Bei den wenigen Szenen, wo er sich ein wenig zeigen konnte, wirkte er gut am Ball und physisch präsent. Man kann nach einem Spiel ja noch nicht viel sagen, aber es ist nicht auszuschließen, dass der Mann eine Verstärkung werden kann.

Alles in Allem war das eine schwache Vorstellung von Karpaty, die mich in der letzten Zeit ein wenig an den HSV erinnern – an einem Tag stark, mit unbändigem Willen, Kampfgeist und sogar etwas spielerischer Klasse, und dann eine Woche später wieder leblos, so dass eine kaum durchschnittliche Leistung des Gegners reicht, um alle 3 Punkte mit nach hause zu nehmen.

So bleiben Karpaty auf dem drittletzten Platz und mit wenig Abstand zum Vorletzten.
Und Braty Hadyukiny singen abermals und erneut: “Karpaty haben mal wieder beim Fußball verloren”.

Stal’ – Karpaty: 2:1

Heute Mittag spielten Karpaty auswärts bei Stal’ in Dnipro. Die ersten 20 Minuten habe ich leider verpasst, somit auch den frühen Führungstreffer für Karpaty, den Nesterov erzielte. Aber von vorn, wie immer ein Überblick über die Aufstellung:

Da Dytyatev letzte Woche bei Zirka rot gesehen hatte und Ksyonz und Holodyuk nach Verletzung wieder verfügbar waren, gab es einige Umstellungen. Für Dytyatev kam Zubeyko in die Startelf, und nachdem die letzten Wochen immer mit einer Dreierkette hinten gespielt worden war, sah es jetzt eher nach einem klassischen 4:2:3:1 aus: Matvienko, Nesterov, Lobaj und Zubeyko hinten, davor die Doppel-6 mit Filimonov und Klyots, davor Ksyonz, Holodyuk und Khudobyak im offensiven Mittelfeld und Hladky als Spitze. Bemerkenswert finde ich, dass Husulyak keinen Platz in der Startformation gefunden hatte, der in den letzten Wochen sehr stark aufgetreten war. Ebenso ist der anderen taktischen Grundaufstellung Miroshnichenko zum Opfer gefallen, der zuvor gemeinsam mit Matvienko als offensive Außenverteidiger vor der Dreierkette gespielt hatten.

Die erste Halbzeit (bzw. was ich davon gesehen habe) wirkte auf mich in gewisser Weise ausgeglichen – Stal’ mit leichter Feldüberlegenheit, aber Karpaty in ihren Aktionen zielstrebiger und gefährlicher. Von der ehemaligen Akademie-Kindergartentruppe waren nur Klyots und Lobaj auf dem Platz. Ich persönlich bin ja etwas traurig, dass Pidkivka im Tor nach der Ankunft Borovyks nicht mehr erste Wahl ist, wobei man nach dessen bärenstarken Auftritten der letzten Wochen wirklich anerkennen muss, dass man ein verdammt gutes Näschen hatte, den einzukaufen.

Nach der Halbzeitpause kam Miroshnichenko für Zubeyko ins Spiel, vermutlich um auf der rechten Seite etwas mehr Akzente nach vorn geben zu können. Viel passierte aber erst einmal nicht, das Spiel plätscherte so vor sich hin, bis sich in der 69ten Minute Nesterov wie ein Schuljunge an der rechten Strafraumgrenze ausspielen, den Gegner eine Flanke flach kurz vor den Fünferspielen ließ, wo dann jemand den Ball seelenruhig einschieben konnte. Ein solches Tor hätte ich eigentlich kaum für möglich gehalten, die Karpaty-Abwehr schlief derart, dass es an die Katastrophen-Spiele der Hinrunde erinnerte. Es gab dann ein paar Chancen für beide Seiten, und in der 79ten Minute verhinderte Borovyk mit einem absoluten Weltklassereflex den Rückstand.

In der 82ten Minute kam Hutsulyak für Ksyonz, der ein gutes Spiel gemacht hatte. In dieser Phase hatte Stal’ zunehmend Übergewicht, wobei das Niveau des Spiels mittlerweile ziemlich schwach war. Symptomatisch war eine Szene in der 85ten Minute: Ein Missverständnis zweier Stal’-Verteidiger (nimm Du, ich hab ihn sicher), Ballbesitz für Karpaty, drei Stürmer gegen zwei Verteidiger vor dem gegnerischen Strafraum, darauf gleich wieder ein Abspiel, das so ungenau war, dass man laut lachen musste.

In der 87ten Minute fiel dann das 2:1 für Stal’ nach einem sehenswerten Distanzschuss aus etwa 18 Metern. Nun sieht es zunehmend zappenduster aus. Nach der letzte Woche nur dem Schiedsrichter zu verdankenden Niederlage bei Zirka hatte diese Woche Kataryna Monsul’ sowohl die Spieler als auch das Spiel jederzeit voll im Griff. Aufgrund der Leistung in der zweiten Halbzeit war die heutige Niederlage für Karpaty absolut verdient.

Diese Vorstellung war ein Rückfall in die abstiegswürdigen Leistungen der Hinrunde, die eigentlich schon überstanden schienen. Dnipro tritt später heute bei Zirka an und kann bei einem Sieg nach Punkten gleichziehen.

Ach ja, ein paar Worte noch zu den sängerischen Fähigkeiten der Gäste-Fans: Chervona Ruta habe ich wirklich nur vom Text her erahnen können – Leute, das habe ich schon ganz anders gehört!

Zirka – Karpaty: 2:1

Heute spielten Karpaty auswärts bei Zirka. Die Vorrundenspiele hatten Karpaty beide knapp verloren, jetzt trafen beide Mannschaften in der Abstiegsrunde aufeinander. In der Gruppentabelle Zirka mit 5 Punkten Abstand direkt vor Karpaty.

Karpaty spielten wieder mit einem ähnlichen Spielsystem wie in den letzten Partien: Borovyk im Tor, eine Dreierkette hinten mit Nesterov, Dytyatev und Lobaj, davor zwei vorgezogene Außenverteidiger mit Matvyenko und Miroshnychenko, einer Doppel-6 mit Verbny und Filimonov, davor zwei offensive Mittelfeldspieler mit Khudobyak und Hutsulyak, davor als Spitze Hladky. Zurückgekehrt von langer Verletzung saß auf der Bank Pavlo Ksyonts, weiterhin Klyots, Chachua, Hrysyo, Zavisky und Mysak. Oleh Holodyuk fehlt immer noch verletzungsbedingt. Interessant finde ich, dass Roman Pidkivka nicht als Ersatztorwart aufgestellt war, der in der Hinrunde ja noch vor dem Zugang von Borovik Stammkeeper gewesen war.

Karpaty waren von Beginn an sehr offensiv eingestellt, spielten mit starkem Pressing und schnell aufrückender Abwehrreihe. Das klappte am Anfang noch nicht so ganz, offenbar brauchte die Verteidigung noch etwas Zeit, um sich richtig einzuspielen, so dass es in den ersten 10 Minuten einige vielversprechende Szenen vor dem Karpaty-Tor gab. Danach dominierte Karpaty immer deutlicher und spielte reihenweise Chancen heraus. Hierbei fielen vor allem Hladky auf und Hutsulyak, der sich immer besser in seiner Rolle im offensiven Mittelfeld zurechtfindet und mit guter Technik und körperlicher Präsenz einige sehr gefährliche Szenen hatte. Kapitän Khudobyak war nicht so stark wie in den letzten Partien, er wirkte etwas lethargisch, und ihm unterliefen einige ungewohnte technische Fehler.

Hauptdarsteller war allerdings der 23. Mann auf dem Feld – der Schiedsrichter ließ in der ersten halben Stunde etliche deutliche Fouls ungeahndet. In der 15. Minute musste Hladky gleich zweimal gefoult werden, bis ein Elfmeterpfiff erklang – nach dem ersten Foul saß er völlig entgeistert auf dem Rasen und konnte nicht verstehen, warum das Spiel weiterlief, raffte sich auf und wurde gleich wieder umgerempelt, woraufhin dann endlich Strafstoß gepfiffen wurde, den er hoch in die Mitte selber verwandelte.

Danach schien es nur eine Frage der Zeit, dass Karpaty noch höher in Führung gingen. Das passierte aber nicht, teils aus Pech (Hutsulyak hatte einige starke Szenen in der Vorbereitung, denen aber der entsprechende Abschluss fehlten), teils auch, weil so ein wenig der tödliche Ball nach vorn fehlte.

Danach kippte das Spiel innerhalb von 4 Minuten. Hauptfigur war zunächst wieder der Schiedsrichter – nach einem geklärten Eckball für Zirka waren Karpaty schon wieder in der Vorwärtsbewegung, verloren aber in der Mitte der eigenen Hälfte den Ball, der dann in den Strafraum hinein gespielt wurde, dort von einem Zirka-Spieler verlängert wurden und einem meterweit im Abseits stehenden Spieler zugespielt, der zwar nicht verwandeln konnte, aber dessen Aktion zu einem Chaos im Strafraum führte, aus dem heraus dann doch der Ausgleich fiel. Offenbar war der Schiedsrichter der Meinung, der Ball sei von einem Karpaty-Spieler gekommen, was aber wirklich eine Phantasie erfordert hätte, der Treffer war eindeutig irregulär. 4 Minuten später piff das Männlein erneut, dieses Mal Elfmeter für Zirka. Den konnte man mit viel gutem Willen wohl auch geben – Lobaj versuchte aus der Mitte kommend, dem links in den Strafraum hereinkommenden Zirka-Spieler den Ball vom Fuß zu spitzeln, verlor dabei das Gleichgewicht und riss den Gegner mit, wobei selbst in der Wiederholung nicht zu sehen war, ob er dabei den Ball spielte oder nicht. Nach dem Elfmeter stand es dann plötzlich 2:1 für Zirka, was das Spiel völlig auf den Kopf stellte.

Karpaty stürmten weiter, jedoch ohne zählbaren Erfolg, bis dann in der 45. Minute eine schöne Einzelaktion abgeschlossen mit einem scharfen und genauen Schuss aus der linken Strafraumhälfte heraus den 3:1-Halbzeitstand herstellte. Das war angesichst der Spielanteile höchst schmeichelhaft für die Hausherren.

Nach der Halbzeitpause kam Ksyonts für Filimonov, der nach einer frühen gelben Karte und einer gerade noch von einem Mitspieler verhinderten Kampfsport-Einlage nach einem eingesteckten schmerzhaften Tritt kurz vor einer gelbroten Karte stand. Er ging auf die linke offensive Mittelfeldposition, wofür Khudobyak ins zentrale Mittelfeld wechselte.

Die zweite Halbzeit begann gut für Karpaty. Nach einer Ecke von links wurde der Ball flach aus dem Strafraum heraus auf Hutsulyak gespielt, der mit einem sehenswerten Linksschuss flach ins rechte Eck abschloss.

In der 73. Minute sah dann Dytyatev glatt rot – offenbar für Schiedsrichterbeleidigung (ich habe nichts gehört), er hatte sich ziemlich darüber aufgeregt, einen Einwurf nicht bekommen zu haben. Das passierte gerade zu dem Moment, wo Karpaty das Spiel immer besser in den Griff bekamen und auf den Ausgleich drängten.

Borovyk rettete kurz darauf gegen einen allein aufs Tor zustürmenden Zirka-Spieler, der Verbny ganz einfach davongelaufen war – er hechtete in den Weg und fing ganz einfach den Ball weg. Fast im Gegenzug köpfte Khudobyak den Ball sehr sehenswert ein, was aber wegen Abseits nicht gegeben wurde – aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung, wobei das für den Schiedsrichter wohl schwer zu sehen war. In der 76. Minute kam Chachua für Ksyonts – ich kann mir das eigentlich nur dadurch erklären, dass er nach seiner Verletzung noch nicht wieder 100% fit war. Chachua tauschte mit Khudobyak, der wieder weiter nach vorn ging.

Nach 85 Minuten kam dann Hrysyo für Miroshnichenko, natürlich ein Versuch, doch noch den Ausgleich zu erzwingen. Allerdings spielte Zirka jetzt mit dem Vorsprung im Rücken die Partie ziemlich abgeklärt herunter – holte sich Einwürfe und Eckbälle, die letztlich die Zeit einbrachten, das Resultat über die Zeit zu retten.

Insgesamt hätten Karpaty hier mindestens einen Punkt, eigentlich sogar alle drei mitnehmen müssen. Sie waren wirklich stark, scheiterten heute aber zu gleichen Teilen an sich selbst und an den Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, unter denen zwar beide Seiten zu leiden hatten, aber die zählbaren (das irreguläre 2:1 und das nicht gegebene Ausgleichstor von Khudobyak) beide zu Gunsten Zirkas gingen.

Karpaty sind jetzt wieder akut in Abstiegsgefahr. Wenn Dnipro ihr Spiel morgen in Lutsk gewinnen (wovon wohl auszugehen ist), sind beide punktgleich.

Vorskla – Karpaty: 0:0

Ich habe eben gerade noch geschafft, mir das Spiel Vorskla – Karpaty vom Ende der ersten Halbzeit an anzusehen. Hier sind meine Eindrücke und Gedanken dazu.

Zur Ausgangslage: Dies ist ein Spiel der Abstiegs-Runde, d.h. die untere Hälfte der Tabelle nach einem kompletten Satz von Hin- und Rückspielen spielt jetzt aus, wer am Ende auf dem letzten Platz steht und absteigen muss (nur der letzte steigt ab). Vorskla führte die Gruppe an, Karpaty war Drittletzer.

Die Aufstellung bei Karpaty war ähnlich defensiv wie schon letztes Wochenende, eine Art 3:2:2:2:1, d.h. eine Dreierkette in der Innenverteidigung mit Lobaj, Nesterov, Dytyatev, davor zwei Außenverteidiger mit Zubeyko und Matviyenko, davor eine Doppel-6 mit Chachua und Verbny, zwei offensive Mittelfeldspieler rechts und links außen mit Klyots und Khudobiyak und schließlich als Spitze Hladky. Interessant ist hier, dass Verbny, der m.E. letzte Woche nicht sehr stark wirkte, den Vorzug vor Filimonov bekam und dass Klyots wieder im offensiven Mittelfeld aufgestellt war, obwohl er eigentlich sonst eher auf der 6er-Position zu hause ist. Etatmäßiger Flügelspieler rechts und Leistungsträger Pavlo Ksyonz stand nicht im Aufgebot, ist vermutlich noch verletzt.

Von dem Moment an, wo ich einschaltete (etwa 30te Minute) war deutlich zu sehen, dass Vorskla deutliches Übergewicht hatte – mehr Zug nach vorn, passsicherer. Karpaty versuchte, die Angriffe in den zwei Abwehrreihen versacken zu lassen und auf Konter zu spielen, die zeigten aber eher selten auch nur irgendeine Wirkung. In dem Kontext konnte ich eigentlich auch niemanden besonders hervorheben. Die Mannschaft wurde ganz einfach vom Gegner gut beschäftigt, schaffte es aber ganz ordentlich, den Ball aus dem eigenen 16er fern zu halten.

Am Rande bemerkt: das war das erste Spiel, wo sie mit den neuen Auswärtstrikots antraten, ganz in grün, wobei bei den Hemden auf der Vorderseite und den Ärmeln ein etwas dunkler grünes Muster, das so ein wenig an ukrainische Stickerei erinnern sollte, aufgedruckt ist. Sieht ziemlich cool aus

Kurz nach der Pause kam dann Hutsulyak für Chachua und besetzte den linken Flügel, wodurch wie letzte Woche auch Klyots auf die 6er-Position wechselte und Khudobiyak auf den rechten Flügel. Am Spielverlauf änderte das wenig, wobei man, je länger das Spiel lief, sagen muss, dass auch die Hausherren keine wirkliche Torgefahr ausstrahlten, das ging alles immer nur bis zur Strafraumgrenze und nicht weiter, und Karpaty schienen mit dem 0:0 ganz gut leben zu können.

In der 76en Minute kam Miroshnichenko für Matvienko, der sich offenbar eine Blessur geholt hatte (die aber nicht wirklich ernst aussah), und in der 73. Minute kam Hrysio für Khudobyak. In den letzten Minuten hatten Karpaty eine Reihe von Offensivaktionen, u.a. ein Freistoß aus guter Entfernung, den Klyots ausführte (auch der Umstand erscheint mir interessant, ich habe ihn früher nicht als Freistoßschützen gesehen).

Alles in allem muss man sagen, dass Karpaty heute defensiv gut standen, was ja wahrlich nicht immer der Fall war. Der Altersdurchschnitt der Mannschaft auf dem Platz dürfte locker 4 Jahre höher sein als das in der Hinrunde üblicherweise der Fall war: Khudobiyak, Nesterov, Dytyatev, Zubeyko und Hladky sind alle Ende 20 / Anfang 30, offenbar hat die Erfahrung mit der Kindergartentruppe der Hinrunde zu einem Umdenken geführt. Andererseits ist schön zu sehen, dass sich einige der Jungspieler aus dem eigenen Nachwuchs gut entwickeln: Lobay spielt regelmäßig sicher und fehlerfrei in der Innenverteidigung, Klyots bekommt mehr Spielzeit als früher und scheint aktuell eine Entwicklung zum Offensivspieler zu vollziehen, Chachua ist ja schon eine feste Größe, Hutsulyak kommt nach seiner Rückkehr langsam in den Tritt, und Hrysio wird langsam an das Erstliga-Niveau herangeführt.

Das erklärte Ziel ist ja, im nächsten Jahr eher an den EL-Plätzen zu kratzen als an der Abstiegszone. Das wird m.E. nur möglich sein, wenn sie vorn weiterhin jemanden wie Hladky haben, denn die Mannschaft hat ansonsten keinen echten Knipser. Und das wird schwierig: Hladky hat noch 2 Jahre Restvertrag bei Dynamo und einen Marktwert weit jenseits von einer Million, was deutlich jenseits der ökonomischen Möglichkeiten bei Karpaty liegt. Also können wir wohl am ehesten auf eine Fortsetzung des Leihgeschäfts hoffen oder vielleicht darauf, dass Hutsulyak und Khomchenko (der heute nicht spielte) in den letzten Wochen noch einen wirklich großen Sprung machen. Ich kann mir das realistisch nicht vorstellen.

Am Ende stand es dann 0:0, verdient würde ich sagen, weil Vorskla aus ihrer Feldüberlegenheit nichts machen konnten und Karpaty sicher in der Defensive standen.

Karpaty – Dnipro: 2:2

Heute war das erste Spiel für Karpaty im “Abstiegs-Playoff”, in dem die 6 Teams der unteren Tabellenhälfte (12 Teams, Hin- und Rückspiel, dann Aufteilung in je eine Gruppe der oberen und der unteren 6) gegen den Abstieg kämpfen (nur der Letzte steigt ab). Ernsthaft mit dem Abstieg zu tun haben hier eigentlich nur 3 Mannschaften – Karpaty, Dnipro und Volyn, die anderen – Vorskla, Stal und Zirka – haben sicheren Abstand und spielen eigentlich nur noch zum Spaß mit.

Bei Karpaty fehlten verletzungsbedingt Holodyuk und Ksyonz, wodurch einige Umstellungen nötig waren, die auch noch etwas weiter gingen.

Karpaty spielten rein formal mit einer extrem defensiven Aufstellung: hinten eine Dreierkette aus Lobai, Nesterov und Dytatyev, davor zwei weitere nominelle Außenverteidiger mit Zubeyko und Matviyenko. Im zentralen Mittelfeld standen Filimonov und Chachua.

Maksym Hrysio, der in den letzten Wochen auf dem Platz stand, saß auf der Bank, stattdessen spielte auf dem linken Flügel Oldie Khudobiak, links Klyots, der eigentlich ein 6er ist, und vorn Hladky.

Karpaty spielten trotz der defensiven Aufstellung sehr offensiv und machten in der ersten Halbzeit jede Menge Druck. Das 1:0 für Karpaty war ein Eigentor, und es hätten durchaus noch ein paar mehr Tore sein können.

Im Laufe des Spiels kamen Hutsulyak und Verbny für Filimonov und Chachua. Klyots ging mit Verbny auf die Doppel-6 zurück, und Hutsulyak übernahm mit Khudobyak die Unterstüzung Hladkys.

In der 2. Halbzeit fiel dann der Ausgleich und wenig später noch der Führungstreffer für Dnipro. Das waren beides eigentlich vermeidbare Tore, bei der die Abwehr von Karpaty nicht gut aussah. Das finde ich eigentlich bemerkenswert, da dort einiges an Erfahrung auf dem Platz stand. Anfang der Saison waren Karpaty ja regelrecht eine Kindergartentruppe gewesen, bei der nur Zubeyko, Khudobiak und Ksyonz als “Erwachsene” durchgingen – das hat sich spätestens seit der Winterpause deutlich geändert, die Mannschaft hat jetzt eher eine gesunde Mischung zwischen alt und jung.

Es war dann auch Oldie Khudobiak, der die Abwehr Dnipros regelrecht düpierte – er wurde in einer eher chaotischen Vorwärtsbewegung irgendwie und halbhoch ungefähr auf Strafraumhöhe ziemlich ungenau angespielt, so dass ein Dnipro-Abwehrspieler den Ball direkt annehmen konnte und offenbar vorhatte, ihn an den Torwart weiterzuleiten. Khudobiak schaffte es gerade noch, den Ball in der Luft zu erwischen und etwas anzulupfen, rannte dann mit Entschlossenheit hinterher und köpfte den quasi selbst vorgelegten Ball am Torwart vorbei ins Netz. Ja, wenn wir den nicht hätten!

Es gab noch kurz vor dem Ende einige Schock-Momente am Strafraumrand der Gastgeber, die aber alle zu keinem Tor führten – Dytyatev vollführte eine Heldentat, bei einem Konter im Strafraum mit einem Tackling von hinten links den Ball sauber zu erwischen und keinen Elfmeter dafür zu kassieren.

Neben Dytyatev war in der ersten Halbzeit Chachua gut und auch gefährlich, wenn er nach vorn ging. Hladky war gut “wie immer”, ansonsten war ich aber von zwei Spielern positiv überrascht: Klyots zeigte in seiner ungewohnt offensiven Rolle eine sehr starke Leistung, und Hutsulyak, der in den ersten Spielen nach seiner Rückkehr eher eine Enttäuschung war, scheint langsam angekommen zu sein: er zeigte einiges an feiner Technik und strahlte Torgefahr aus. Das kann durchaus noch etwas werden. Matvienko ist natürlich pure Klasse, aber der ist nach der Saison mit Ablauf seiner Leihe auch wieder weg.

Warum Verbny hereinkam, wurde mir nicht ganz klar, vielleicht eine Verletzung, ich fand ihn nicht sehr beeindruckend, er viel am Ende noch durch ein ziemlich unnötiges Foul auf, für das er verdient gelb sah.

Alles in allem ein unterhaltsames Spiel mit einem verdienten Ergebnis. Karpaty fielen leider wieder ein wenig in alte Gewohnheiten zurück – dämliche Tore zu fangen und dann den Spielfluss zu verlieren. Ein Glück haben sie noch Opa Khudobiak!